Avnet-Geschäftsführer Roman Rudolf im Interview „Der IT-Betrieb muss effizienter werden“

Redakteur: Michael Hase

Der Paradigmenwechsel in der IT bringt neue Konzepte wie Converged Infrastructure hervor. Avnet-Chef Roman Rudolf sieht darin eine Chance für Systemhäuser. Zugleich zwinge die Entwicklung jeden Partner, sein Geschäftsmodell zu überdenken.

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Roman Rudolf, Geschäftsführer bei Avnet, treibt die Entwicklung des Unternehmens zum Lösungsdistributor in der DACH-Region voran.
Roman Rudolf, Geschäftsführer bei Avnet, treibt die Entwicklung des Unternehmens zum Lösungsdistributor in der DACH-Region voran.
(Bild: IT-BUSINESS / Sashkin-Fotolia.com)

ITB: Converged Infrastructure bildet seit einiger Zeit einen Schwerpunkt bei Avnet. Warum halten Sie das Konzept für so wichtig?

Rudolf: „Converged“ ist ein Konzept, das eng mit den Wandel der IT einhergeht. Es lässt sich nicht trennen von der Transforma­tion des Client-Server-Modells hin zu dem, was IDC als „dritte Plattform“ bezeichnet: zu Themen wie Cloud, Analytics, Mobility, Social und Security. Dieser Wandel stellt die IT-Abteilungen und deren Verantwortliche vor enorme Herausforderungen. Mitarbeiter wollen mit unterschiedlichen Devices auf möglichst alle Daten zu jedem Zeitpunkt in Echtzeit zugreifen können. Zugleich müssen Compliance- und Sicherheitsrichtlinien eingehalten werden. Converged Systems können helfen, solche Anforderungen umzusetzen, weil sie Komplexität auf der Ebene der Infrastruktur herausnehmen.

ITB: Inwiefern profitieren ein Distributor und seine Systemhauspartner von diesem Konzept?

Rudolf: Das Konzept bietet unseren Partnern die Möglichkeit, sich im Markt zu differenzieren. Der Druck, unter dem IT-Verantwortliche stehen, kommt immer häufiger aus dem Business. Daher lassen sich CIOs und IT-Leiter zunehmend von Systemhäusern dahingehend beraten, wie sie die wachsenden Anforderungen ihrer Fach­abteilungen erfüllen können. Grundsätzlich muss dafür die Effizienz im IT-­Betrieb erhöht werden. Darin liegt eine Chance für unsere Partner. Mit konvergenten Systemen können sie ihren Endkunden Infrastrukturlösungen liefern, auf deren Basis sich neue Anwendungen schneller bereitstellen und effizienter betreiben lassen, als das in klassischen IT-Umgebungen möglich ist.

ITB: Was verändert sich für Partner gegenüber dem klassischen Infrastrukturgeschäft?

Rudolf: Bei Converged werden mehrere Pro­dukte oft Hersteller-übergreifend zu einer Lösung zusammengeführt. Entsprechend müssen alle technischen Aspekte und Preisanfragen mit mehreren verschiedenen Anbietern geklärt werden. Das ist ­eine Aufgabe, die wir als Distributor für ­unsere Partner übernehmen. Außerdem kommt es nicht selten vor, dass sich Partner bei konvergenten Systemen mit ­einem Hersteller befassen müssen, den sie bislang noch nicht im Portfolio hatten.

ITB: Wie unterstützt Avnet die Partner dabei, sich mit den Technologien solcher Hersteller vertraut zu machen?

Rudolf: Im Rahmen unseres SolutionsPath-Programms haben wir für Converged Infrastructure ein zweistufiges Training entwickelt. Auf der ersten Stufe erläutern wir den Partnern theoretisch das Konzept und zeigen ihnen die Möglichkeiten auf, die sich ihnen damit bieten. Im zweiten Schritt gehen wir ins Detail und bilden sie auf der technischen Seite aus, damit sie Lösungen selbst konfigurieren und bei ihren Kunden implementieren können.

Wie sich der Anteil der Prozessberater in der Klientel von Avnet erhöht und warum MSPs für den VAD wichtig sind, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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