50 Jahre System-Schränke von Rittal und kein Ende Der Flughafen Frankfurt baut und Rittal liefert Schränke sowie Kühlung

Redakteur: Ulrike Ostler

Die Fraport AG, ein treuer Rittal-Kunde, erweitert ihre Kapazitäten. Denn Deutschlands größter Airport nimmt in diesem Jahr die neue Landebahn Nordwest in Betrieb, mit der die Abfertigungskapazität um die Hälfte steigen soll. Rittal liefert Schaltschränke und Outdoor-Gehäuse, Stromverteilungs- und Klimatisierungstechnik sowie IT-Lösungen von Netzwerk- und Server-Racks bis zur Unterbrechungsfreien Stromversorgung. Das Unternehmen ist nun 50.

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Der neue DFS-Tower ist rundum mit Rittal-Technik ausgestattet: IT-Systeme wie LAN-Knoten und Server, Brandmeldeanlagen, Zutrittskontrollsystem, Funk- und Video-Technik, Flugsicherungssysteme sind in den Gehäusen und Schaltschränken untergebracht-
Der neue DFS-Tower ist rundum mit Rittal-Technik ausgestattet: IT-Systeme wie LAN-Knoten und Server, Brandmeldeanlagen, Zutrittskontrollsystem, Funk- und Video-Technik, Flugsicherungssysteme sind in den Gehäusen und Schaltschränken untergebracht-
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Geschichte von Rittal ist die eines Erfolgs. Am 1. April von 50 Jahren als Rudolf Loh KG Elektrogerätebau im hessischen Rittershausen gegründet. Die Produktionsstätte gibt es noch heute und erhielt mehrfach Auszeichnungen für die Senkung des Energieverbrauchs – von 2006 bis 2010 waren es 16 Prozent beim Strom, 28 Prozent beim Gas und beim Wasserbedarf konnte um 30 Prozent gespart werden.

Friedhelm Loh, Inhaber und Vorsitzender der Geschäftsführung Rittal GmbH & Co. KG, ist nun 65 Jahre alt. Unter anderem bekleidet er die Ämter: Präsident Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie e.V. (ZVEI), Vizepräsident Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. (BDI), Vorstandsvorsitzender der Stiftung Christliche Medien und Vorstand Bibellesebund Stiftungsratsmitglied Stiftung Volkenroda. „Wir wollen unsre Ziele in finanzieller Unabhängigkeit als Familienunternehmen erreichen“, sagt Loh. Grundlage für neue Investitionsentscheidungen sei unter anderem die positive Geschäftsentwicklung der letzten Monate. So liegen die Umsätze von Rittal nach den ersten sechs Monaten 2011 über Plan. Der Inlandsumsatz kletterte gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum um mehr als 25 Prozent, der Export legte um fast 27 Prozent zu. Dank der guten Auftragslage sind die Werke ausgelastet, und Rittal wird in 2011 das Niveau von 2008 überschreiten. Der erhöhte Personalbedarf wird kontinuierlich gedeckt: Seit Jahresbeginn haben bereits 800 zusätzliche Beschäftigte ihre Tätigkeit aufgenommen. (Archiv: Vogel Business Media)

Seit 1974 ist Friedhelm Loh der Inhaber und Vorsitzende der Rittal GmbH & Co. KG Herborn. Damit gehört Rittal wie etwa auch das Softwarehaus Eplan, Stahlo, LKH und Sistec zur Friedhelm Loh Group. Insgesamt besteht die Firmen Gruppe aus 63 Gesellschaften, die weltweit rund 11.500 Mitarbeiter beschäftigt und für 2015 einen Umsatz von rund 3 Milliarden Euro plant; in diesem Jahr werden es 2,2 Milliarden sein. Die erste Rittal-Auslandsgesellschaft entstand 1964 in Holland. 1982 wagte Friedhelm Loh den Schritt ins außereuropäische Ausland, in die USA. Es folgten 1994 eine Rittal-Produktionststätte in Indien und 1997 eine in China.

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Die Rittal-Geschäftsidee war und ist die Fertigung von Schaltschränken in Serie. Auch der Slogan von damals hat noch Gültigkeit: „Den Schaltschrank, den Sie morgen brauchen, haben wir bereits gestern gebaut und schon heute abrufbereit auf Lager stehen.“ Nicht Diversifizierung ist demnach vorrangig, sondern die Verbesserung.

Das Entdecken der IT

Dennoch macht Rittal heute 35 Prozent seines Geschäfts mit Equipment für den IT-Betrieb, 65 Prozent im Stromverteilungsmarkt. Denn 1998 stieg Loh in diesen Markt ein, etwa mit HP als Partner. Es folgte, was Loh „Einstig in das Thema Raum“ nennt – die Steuerung und Versorgung der IT-Infrastruktur.

Zum Portfolio gehören heute Sicherheitsräume, IT-Cooling und die unterbrechungsfreie Stromverversorgung (USV), Überwachungs- und Sicherheitslösungen wie das „Computer Multi-Control“ (CMC) und „Rittal „RiZone“, eine Software zum Management der IT-Infrastruktur, und Server-Schränke. Deren Grundlage ist die System-Plattform „TS8“, die sowohl als Schaltschrank als auch in Form eines Racks genutzt werden kann und von der mittlerweile mehr als 100.000 Stück ausgeliefert worden sind.

Rund 1500 Patente hält Rittal weltweit. Zu den jüngsten Innnovationen, die auch in Server-Räumen zum Tragen kommen könnten, sind Standfüße aus Plastik. Ein solcher Fuß „Flex-Block“ ist so geformt, dass sich verschiedenste standardisierte Kabelschienen einfach einklinken lassen. Zudem lassen sich die Füße stapeln – derzeit zwei aufeinander – so dass sich etwa auch Kühlgeräte unter einem Rack einbauen ließen.

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Funktionsblöcke für ungenutze Räume

Diese Blöcke schaffen somit Funktionsräume, die sich auch als Dachaufbau auf den Schränken realisieren lassen. Der Zweck ist klar: bisher weitgehend ungenutzter Raum lässt sich sinnvoll füllen und die Montagezeit für viele Komponenten reduzieren, da sie sich nun komplett ohne Werkzeug installieren lassen.

Die eigenen Schaltschrank-Kühlgeräte laufen schon mit FCKW-freien Kältemitteln, bevor der Gesetzgeber dieses forderte. Eine Nanobeschichtung für die Wärmetauscherlamellen von Kühlgeräten, sorgt dafür, dass sich leistungsmindernde Staubablagerungen dauerhaft vermeiden lassen.

Energie-effizient sind auch die Kühlgeräte der „Blue e“-Generation, die Rittal in diesem Jahr erstmalig auf der Hannover-Messe vorstellte. Ja nach Anwendung lassen sich laut Thomas Steffen, Geschäftsführer Forschung und Entwicklung, Qualitäts-Management und Service bei Rittal, bis zu 70 Prozent Energie damit sparen.

Für Rechenzentren sind Kühlung-Aggregaten und Wärmetauschen zum Beispiel so angeordnet, dass ein schmaler Schrank am Ende einer Server-Reihe, sinnvoller Weise in eine Einhausung gestellt werden kann.

Rittal auf dem Franfurter Flughafen

Zu den größten Endkunden von Rittal gehört der Frankfurter Flughafen – rund 7000 Server-Racks von Rittal, zum Teil mit Flüssigkühlung in den Türen, eine Brennstoffzelle, Schränke in den Fluggastbrücken, USV-Anlagen, die sich im laufenden Betrieb austauschen lassen, Klimaanlagen gehören zur Ausstattung.

Bis zu 180.000 Passagiere täglich machen den Airport zu einer globalen Drehscheibe im internationalen Luftverkehr. 51 Prozent des Flughafen halten Bund, das Land Hessen und die Stadt Frankfurt. Die Betreiber-Gesellschaft ist die Fraport AG.

Ulrich Kipper, Servicebereichsleiter Zentrales Infrastruktur-Management der Fraport AG, sagt: „Im Juli dieses Jahres verzeichnete die Fraport AG erstmals über 5,5 Millionen Passagiere – so viele Fluggäste wie noch nie in einem Monat.“ Damit avanciert der Flughafen zum zweitgrößten europäischen hinter London Heathrow – in Bezug auf die Passagierzahlen. Im Frachtbereich ist Frankfurt bereits führend.

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eue Rittal-Aussattung für neue Flughafen-Logistik

Außerdem gilt der Flughafen gilt mit über 71.000 Jobs als die größte Arbeitsstätte in Deutschland. „Das erfordert von uns als Betreiber des Frankfurter Flughafens ein Höchstmaß an logistischer und technologischer Kompetenz. Starke Partner wie Rittal sind für uns dabei von großer Bedeutung“, so Kipper.

Die Fraport AG setzt in allen Bereichen des Flughafens bei IT-Infrastrukturen, Automatisierungs- und Schaltanlagen seit Jahren auf Systemlösungen von Rittal: derzeit auch bei aktuellen Neubauprojekten wie Landebahn Nordwest, Flugsteig A-Plus und den zugehörigen neuen Tower der Deutschen Flugsicherung.

Die Systemlösungen von Rittal kommen hier etwa auch bei dem neuen – erstmals CO2-neutralen – Gebäude „Feuerwache 4“, den gesamten Befeuerungsanlagen, der Video-Überwachung der Zäune und Straßentunnel sowie den Regenrückhaltebecken zum Einsatz.

Der Um- und Ausbau

Mit der neuen Landebahn Nordwest, auf dem ehemaligen Gelände des US-Militärs, soll die Abfertigungskapazität des Flughafens um die Hälfte steigen. So unternimmt die Fragport AG mit dem Neubau des 790 m langen Flugsteigs A-Plus im Westen des Terminals 1 einen weiteren Schritt zur Zukunftsfähigkeit des Airports.

Die Bereitstellung von Terminalpositionen für Großraumflugzeuge – insbesondere für vier Riesenjets A 380 – sei ein wichtiger Erfolgsfaktor, erläutert Kipper. Zur Ausstattung des neuen Flugsteigs zählen etwa eine weitgehend automatisierte Gepäckbeförderanlage – 6 Kilometer ergänzen die bisherigen 73 Kilometer – über die Gesamtlänge des Terminals, ebenso der Neubau von Klimazentralen und der Aufbau einer komplett neuen IT-Infrastruktur.

Zum Schutz der Steuerungs- und Stromverteilungstechnik in der Gepäckförderanlage sind über 500 Gehäuse der Rittal-Serie „CM“ und „AE“ sowie über 100 TS-8-Schaltschränke und Kühlgeräte von Rittal installiert. Ebenso sind Brandmeldeanlagen, Zutrittskontrollsysteme, Steuerungssysteme für die Gebäudeautomation und IT-Systeme wie Hochleistungs-Server in Gehäuse- und Schranklösungen von Rittal „verpackt“.

Rittal – total

Ein weiteres Neubau-Projekt auf dem Gelände der Fraport AG ist der 70 Meter hohe DFS-Tower (DFS = Deutsche Flugsicherung) in der Nähe der neuen Landebahn Nord-West. Der Kontrollturm ist rundum mit Lösungen von Rittal ausgestattet:

IT-Systeme wie LAN-Knoten und Server, Brandmeldeanlagen, Zutrittskontrollsysteme, Funk- und Videotechnik sowie diverse Flugsicherungssysteme sind in Gehäuse- und Schaltschränken von Rittal untergebracht. Passende Klimatisierungslösungen sorgen zudem für optimale klimatechnische Bedingungen der in Schränken verbauten Elektronik.

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