Volumen wächst weiter ungebremst Der digitale Schatten erhöht den Storage-Bedarf

Redakteur: Katrin Hofmann

Die Speicherbranche kann sich nach wie vor über Rückenwind durch die rasant anwachsenden digital abgelegten Informationsmengen freuen. Vor allem der so genannte »Digitale Schatten« puscht den Markt. Einher mit dem Aufwärtstrend für die Hardware-Hersteller geht ein wachsender Bedarf nach Konzepten für die rechtskonforme und Ressourcen sparende Verwaltung persönlicher und geschäftssensibler Inhalte.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Weltweit explodiert die Menge der digitalen Daten. Auf unvorstellbare 281 Exabyte, so viel findet auf 17 Milliarden iPhones mit 8-Gigabyte-Speicher Platz, ist den Analysten von IDC zufolge das Volumen 2007 angewachsen. Das sind 70 Prozent mehr als noch 2006.

2011 sollen weltweit 1800 Exabyte an Content archiviert sein. Glaubt man IDC, kämen die Storage-Produzenten schon dieses Jahr nicht mehr mit dem Herstellen hinterher, wenn sämtliche herumschwirrende Informationen ihren Weg auf Datenträger finden sollten.

Firmen in der Pflicht

Zwar stammt das Futter für die sich aufblähende Informationswelt zu einem Großteil von Privatnutzern. Das Wachstum wird laut Analysten unter anderem durch die steigende Beliebtheit von Digitalkameras und sozialen Netzwerken gepuscht. Doch diese Entwicklung verlange auch den Firmen wachsende Sensibilität ab. Seien doch IT-Abteilungen von Betrieben »bei rund 85 Prozent der entstehenden Daten involviert«, weil sie beispielsweise Kundenadressen speichern oder Klickraten von Besuchern auswerten.

In diesen Hintergrund reiht sich auch das von IDC kürzlich erstmals beschriebene Phänomen des »Digitalen Schattens« ein. Damit sind solche Daten gemeint, die unter anderem bei der Benutzung der Kreditkarte oder Aufzeichnungen von Überwachungskameras entstehen. Die Analysten gehen davon aus, dass der täglich unbewusst erzeugte »Digitale Schatten« jedes Einzelnen doppelt so groß ist wie die wissentlich produzierte Informationsmenge.

»Die digitalen Hinterlassenschaften der Menschen wachsen ebenso stetig wie die Verantwortung der Unternehmen für die Sicherheit und Verfügbarkeit der Daten. IT-Organisationen müssen die Risiken und Compliance-Vorschriften rund um den Missbrauch von Informationen, Datenlecks und den Schutz von Sicherheitslöchern berücksichtigen«, so Joe Tucci, CEO des Datenmanagementlösungs-Anbieters EMC, der die Studie beauftragte.

Pläne der Betriebe

Laut einer vom Storage-Anbieter Bull initiierten Erhebung legt zudem die Datenmenge, die Firmen in aller Welt zu bewältigen haben, jedes Jahr um rund 60 Prozent zu. Kein Wunder also, dass auch bei IT-Entscheidern deutscher Firmen Investitionen in die Archivierung, Enterprise-Content- (ECM) und Datenmanagement, lediglich übertrumpft durch ERP- und SAP-Projekte, mit 30 Prozent der Nennungen ganz weit oben auf der Agenda der wichtigsten IT-Projekte für dieses Jahr stehen. Mehr als die Hälfte der im vergangenen Jahr von den Analysten des Marktforschers Lünendonk 1.000 Befragten erklärten, Storage-Management sei eines der drei im Fokus stehenden Speicher-Projekte.

61,5 Prozent der dabei eingeplanten Budgets sind für die Virtualisierung veranschlagt. 50 Prozent der Befragten gaben an, sich einer professionelleren Archivierung widmen zu wollen, wobei die eMail-Speicherung im Fokus steht. Eine komplette Neustrukturierung der Storage-Strukturen nannten 33 Prozent der Untersuchungsteilnehmer. Daneben stehen ECM, Business Intelligence und Information Lifecycle Management (ILM) auf der Agenda. Die relevantesten Gründe für die Einführung eines ILMs sind die Kostenreduktion, die Erfüllung gesetzlicher Auflagen und die Hoffnung auf eine bessere Unterstützung der Geschäftsprozesse.

Nicht zuletzt Erhebungen zum Status Quo des Informationsmanagements in Betrieben und die bei Datencrashs entstehenden Kosten können Händlern bei ihren Kunden als Aufhänger im Verkaufsgespräch dienen (Details siehe Kasten rechts). Optimistisch klingen zudem die Prognosen für den Storage-Markt. So sollen Gartner zufolge allein die Umsätze mit externen Plattenspeichersystemen bis 2011 in EMEA jährlich um durchschnittlich 8,2 Prozent wachsen.

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