Aktueller Channel Fokus:

Storage und Datamanagement

Die Unentbehrlichen

Der Channel als Digitalisierungspartner

| Autor / Redakteur: Robert Laurim (Dell) / Michael Hase

Digitalisierung gibt es nicht von der Stange. Robert Laurim, Vice President & General Manager Channel bei Dell EMC Deutschland, sieht darin eine Chance für lösungsorientierte Partner.
Digitalisierung gibt es nicht von der Stange. Robert Laurim, Vice President & General Manager Channel bei Dell EMC Deutschland, sieht darin eine Chance für lösungsorientierte Partner. (Bild: Dell)

Unternehmen müssen auf die Digitale Transformation reagieren. Wie eine Studie von Dell zeigt, ist Entscheidern der Handlungsbedarf bewusst. Allerdings herrscht eine weit verbreitete Verunsicherung. Darin liegt eine Chance für den Channel, sich mit Knowhow als Digitalisierungspartner der Kunden unentbehrlich zu machen.

Die Digitale Transformation hat das Business fest im Griff. Die Entwicklung einer Unternehmensstrategie ist ohne Berücksichtigung der Digitalisierung, also der Web-basierten Vernetzung, heute nicht mehr denkbar. Mehr und mehr Geschäftsprozesse und Geschäftsmodelle werden derzeit hinsichtlich ihrer Komptabilität mit diesem Megatrend überprüft. Und das gilt längst nicht mehr nur für IT-lastige Unternehmen, sondern im Grunde für alle, egal ob Industrie, Handel oder Dienstleistung, egal ob Konzern oder Mittelstand.

Allerdings ist auch eine weit verbreitete Unsicherheit festzustellen. Auch wenn die Unternehmen erkannt haben, dass sie etwas tun müssen, so wissen viele doch nicht, welchen Kurs sie einschlagen sollen – und wo sie im Vergleich zu anderen stehen.

Ergänzendes zum Thema
 
Zur Person

Um nicht auf Vermutungen angewiesen zu sein, hat Dell Technologies eine internationale Studie vornehmen lassen, an der weltweit rund 4.000, in Deutschland etwa 400 Entscheider in Unternehmen teilgenommen haben. Dabei zeigt sich, dass die Unternehmen die Digitalisierung mittlerweile sehr ernst nehmen: So stellten 41 Prozent der in Deutschland Befragten in den vergangenen drei Jahren massive Marktveränderungen aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung fest.

Disruption ist real

Die fast schon legendäre Disruption ist also längst Realität. 52 Prozent gaben an, sie seien bereits mit neuen Wettbewerbern aufgrund digitaler Technologien konfrontiert; 42 Prozent wissen nicht, wie ihre jeweilige Branche in nur drei Jahren aussehen wird, und 43 Prozent können sich vorstellen, dass ihre eigenen Geschäftsmodelle in drei bis fünf Jahren obsolet sein könnten.

In diesem Zusammenhang wird das Aufkommen von Startups, die mit digitalen Prozessen und Geschäftsmodellen und ohne Altlasten in die Märkte drängen, von drei Viertel der Befragten aktuell oder künftig als Bedrohung des eigenen Geschäfts wahrgenommen. Wobei aber auch anzumerken ist, dass 41 Prozent der Befragten mit Startups zusammenarbeiten und deren innovatives Vorgehen zu übernehmen versuchen.

Nach eigener Einschätzung denken und agieren die Unternehmen erst in Teilbereichen digital. Vorreiter ist hier die IT mit 48 Prozent, gefolgt von Marketing (44 Prozent), Customer Service (42 Prozent) und Finanzwesen (37 Prozent); erstaunlicherweise erst an fünfter Stelle wurde die Produktion genannt (33 Prozent), obwohl doch gerade hier in Verbindung mit dem Internet der Dinge und Industrie 4.0 erhebliches Potenzial liegen soll.

Interne Bremsen

Als Hindernisse für die Umsetzung digitaler Strategien werden primär unzureichende Unterstützung durch das Management (34 Prozent) und fehlendes Knowhow im eigenen Haus (32 Prozent) genannt. Die oft zitierten Bedenken hinsichtlich Datensicherheit und Privacy liegen mit 30 Prozent dagegen erst an dritter Stelle. Ausgebremst wird die Digitalisierung also primär durch interne Faktoren.

Aber die Unternehmen haben ihre Lücken offenbar erkannt: 61 Prozent der Befragten gaben an, in ihre IT-Infrastruktur und das Knowhow der Mitarbeiter zu investieren; 71 Prozent bauen ihre Software-Entwicklung aus. Dabei wurden folgende Schwerpunkte der Investition genannt:

  • Aufbau konvergenter IT-Infrastrukturen (50 Prozent)
  • Ultra-high Performance Technologies (48 Prozent)
  • Internet of Things (40 Prozent)
  • Neue mobile Apps (40 Prozent)
  • Lösungen für Datenanalyse und für Big Data (38 Prozent)

Die Zahlen zeigen, dass die meisten Unternehmen beim Thema Digitale Transformation zwar aktiv werden wollen, dass sie aber noch nicht so recht wissen, wie sie dies tun sollen. Oder anders: Sie haben den Bedarf erkannt, aber bei der konkreten Umsetzung knirscht es noch erheblich.

Historische Chance

Angesichts der Tragweite der Thematik ergibt sich daraus für den Channel, also für Händler, VARs, Integratoren und Distributoren eine geradezu historische Chance, vergleichbar vielleicht mit dem Beginn der 80er Jahre, als der PC und die verteile IT eingeführt wurden. Der Channel kann die ohne Zweifel überall zu konstatierende digitale Aufbruchstimmung nutzen, wenn er in der Lage ist, sich mit entsprechendem Knowhow und mit passenden Lösungen als Digitalisierungspartner der Unternehmen zu positionieren.

Vorerst wird es nämlich weder das Internet der Dinge noch integrierte Wertschöpfungsketten, wie es beispielsweise das Industrie-4.0-Konzept vorsieht, von der Stange geben. Angesichts der noch erheblichen Lücken in der Expertise der Anwender auf dem Feld der Digitalen Transformation kann sich der Channel unentbehrlich machen.

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