Entlastung für den Prozessor Dem Realismus auf der Spur

Redakteur: Christian Träger

In einem Rechner von heute nehmen die Grafikkarten dem Prozessor jede Menge Arbeit ab. Dies reicht von der Berechnung der grafischen Effekte bis hin zur Unterstützung bei der Darstellung von High-Definition-Videoinhalten.

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Connect3D. Dieses Wesen ziert die Verpackungen der X1900-Serie
Connect3D. Dieses Wesen ziert die Verpackungen der X1900-Serie
( Archiv: Vogel Business Media )

Auf der Suche nach den entscheidenden Komponenten eines Computers wird man schnell fündig: Natürlich spielen alle Komponenten des Rechners zusammen, den offensichtlichsten Beitrag leisten jedoch der Prozessor und die Grafikkarte. Diese beiden Elemente bestimmen, für welche Einsatzzwecke sich ein PC letztendlich eignet. Für die zwei Bereiche gilt, dass sich die Performance laufend enorm steigert. Aufgrund der technischen Möglichkeiten gehören CPUs (Central Prosessing Units) mit zwei Prozessor-Kernen inzwischen bereits zum Standard, so dass sich selbst mehrere komplexe Aufgaben gleichzeitig ausführen lassen – und Prozessoren mit vier Kernen stehen bereits in den Startlöchern.

Aufgaben

Die Grafikkarte dient zunächst dazu, die Benutzeroberfläche und alle Inhalte des laufenden Computers auf einem Monitor darzustellen. Allerdings hat sich die Aufgabe in der Vergangenheit deutlich erweitert. Immer mehr Aufgaben, die mit Grafik im Zusammenhang stehen, werden von der GPU, der Graphics Processing Unit übernommen, wodurch die CPU in ihrer Arbeit entlastet wird. Besonders spürbar wird die Leistungsfähigkeit einer modernen Grafikkarte bei anspruchsvollen Spielen. Komplexe Berechnungen wie zum Beispiel die Darstellung von sich bewegenden Schatten oder die Veränderungen in der Struktur von dargestellten Oberflächen werden inzwischen von der Grafikkarte übernommen. Die Spieleentwickler nutzen diese enorme Leistung und kreieren immer realistischere Spiele, die den Gamer durch eine möglichst naturgetreue Darstellung fesseln – und die Grenze für den Grad an Realismus, so es überhaupt eine gibt, ist noch lange nicht erreicht.

Dies bedeutet, dass Spiele-Freaks immer bestrebt sein werden, stets die aktuellen Grafik-Lösungen einzusetzen. Damit ist eine beständige Nachfrage nach sehr hochwertigen Grafikkarten gewährleistet. Doch nicht nur im Bereich von Computer-Spielen werden leistungsfähige Grafikkarten benötigt. Auch an zahlreichen Arbeitsplätzen kommen High-End-Karten zum Einsatz, um zum Beispiel komplexe 3D-Modelle zu berechnen. Mit der Einführung von Windows Vista wachsen allerdings auch die Ansprüche an „normale“ PCs, da das neue Betriebssystem deutlich mehr Leistung benötigt als seine Vorgänger. Dies gilt unter anderem für die Grafik, wenn der Nutzer zum Beispiel in den Genuss der Aero-Oberfläche kommen möchte, deren Transparenz-Effekte GPU und Grafik-Speicher einiges abverlangen.

Marktentwicklung

Den Markt der Grafikkarten teilen sich im Wesentlichen die Lösungen von ATI und Nvidia, wobei in der Vergangenheit die Marktführerschaft immer wieder wechselte. Welches Unternehmen dabei die besten Lösungen anbietet, ist schon fast eine Glaubensfrage, so dass beide Lager ihre Fangemeinde hinter sich sammeln können. Technologisch handelt es sich um ein ständiges Kopf-an-Kopf-Rennen. Nvidia hat in diesem Zusammenhang gerade erst Grafikkarten für DirectX 10, das mit Vista eingeführt wird, vorgestellt – ATI will entsprechende Lösungen im ersten Quartal 2007 vorstellen.

Bei den weltweiten Marktanteilen hatte ATI im dritten Quartal 2006 dennoch die Nase bei dedizierten Grafikkarten vorn. Obwohl das Unternehmen, das von AMD gekauft wurde, laut den Analysten von Jon Peddie Research in diesem Zeitraum fünf Prozent Marktanteil verloren hat, liegt ATI mit 23 Prozent noch einen Punkt vor dem Konkurrenten Nvidia, der zwei Prozent gut machen konnte. Der Marktführer bei den Grafiklösungen im Desktop-Bereich ist jedoch Intel. Der Prozessorhersteller kommt dank der integrierten Grafikchips nach Aussagen von Jon Peddie Research im dritten Quartal 2006 auf einen Marktanteil von 40 Prozent.

Insgesamt sollen im dritten Quartal 2006 weltweit rund 76 Millionen Grafiklösungen für Desktop-Computer verkauft worden sein. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet dies eine Steigerung von über elf Prozent.

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