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Kommentar vom IDC-Analysten

Dell will im Service-Geschäft mitmischen

16.11.2010 | Autor / Redakteur: Joachim Benner / Katrin Hofmann

Joachim Benner, Research Analyst bei IDC Central Europe
Joachim Benner, Research Analyst bei IDC Central Europe

Im Software- und Services-Geschäft ist Dell noch relativ neu. Allerdings hat das Unternehmen durch Firmenakquisitionen einiges an Software-Werten dazugekauft und sich durch die Akquisition von Perot Systems im Services-Markt eine gute Ausgangsbasis gesichert.

Mit dem Aufkauf von Perot Systems geht ein Umdenken und ein neuer Marktangang einher. Dell wandelt sich vom Hardware-Hersteller zu einer „Lösungsfirma“, und will damit die Herausforderungen seiner Kunden bewältigen. Der Anbieter sieht seine Aufgabe darin, die IT so zu verändern, dass sie das Unternehmen unterstützen kann, und nicht darin, das Unternehmen selbst zu verändern. Die Rolle eines ausgewachsenen Unternehmensberaters nimmt der Hersteller jedoch nicht für sich in Anspruch.

Fokus auf drei Bereichen

Dell konzentriert sich vor allem auf drei Bereiche: zum einen die Modernisierung des Applikationsbestandes und die Entwicklung neuer Lösungen – eine der wichtigsten Kompetenzen von Perot Systems, wenn auch auf einige Branchen beschränkt (Gesundheitswesen, Bildungswesen, öffentliche Hand, Finanzdienstleistungen und Produktion). Ein weiterer Fokus liegt auf neuen Bereitstellungsoptionen für IT-Infrastrukturfunktionen. Dabei geht es hauptsächlich um Rechenzentrumsmanagement, Virtualisierung und Cloud Computing. Der dritte Bereich dreht sich um Verbesserungen für die Endanwender – im Wesentlichen das Management der Endgeräte.

Zukunft in der Cloud

Als Anbieter mit einem gemischten Portfolio aus Hardware, Software und Services will Dell sich offensichtlich für eine Zukunft im Cloud Computing rüsten. Im Moment geht es vor allem darum, sich die installierte Kundenbasis zu sichern und als wichtiger Partner für Unternehmen aufzutreten, die sich in Richtung Cloud entwickeln wollen, also einen evolutionären (und nicht einen revolutionären) Ansatz verfolgen. Allerdings wurden bereits Pläne bekanntgegeben, zehn Rechenzentren weltweit für ein Angebot von halb-öffentlichen Services auf Basis von Microsoft Azure aufzubauen (halb-öffentlich in dem Sinn, dass diese Dienste bekannten Unternehmenskunden mit SLA-basierten Services für die gemeinsame Nutzung zur Verfügung gestellt werden).

Im Gespräch mit Dell-Kunden hören wir, dass sie den Anbieter als aufmerksam bewerten und ihm schnelle Reaktionen bescheinigen. Die Services werden budget- und zeit-gerecht, ja oft sogar früher als geplant ausgeführt. Die Kunden stammten überwiegend aus dem gehobenen Mittelstand und damit der wesentlichen Zielgruppe von Dell.

Nachholbedarf bei der Marktsichtbarkeit

Klar wurde allerdings auch, dass Dell bislang nur relativ wenig Erfahrung mit der Bereitstellung komplexer Lösungen hat und auf Applikationsseite vor allem frühere Perot-Kunden aus dem Gesundheitswesen und dem Finanzdienstleistungs-Sektor im Auge hat. Laut Kundenaussagen ist die Integration der beiden Unternehmen – Dell und Perot – bislang nicht wirklich zu den Kunden durchgedrungen.

Insgesamt dürfte Dell auf einem guten Kurs sein, allerdings mangelt es noch an Marktsichtbarkeit bei den Endanwendern und der Durchsetzung der Marke im Rechenzentrumsumfeld sowie für das Cloud Computing. Es gibt ein Services-Portfolio und eine entsprechende Marktoffensive – zumindest in den USA. In Europa dagegen ist noch viel zu tun. Dell muss sich beeilen, sonst ist dieser Zug abgefahren.

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