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Trennung von Software-Tochter

Dell erwägt Verkauf von VMware

| Autor / Redakteur: dpa-AFX / Sarah Böttcher

Strategischer Schritt: Dell Technologies spielt mit dem Gedanken, sich von seiner Software-Tochter VMware zu trennen.
Strategischer Schritt: Dell Technologies spielt mit dem Gedanken, sich von seiner Software-Tochter VMware zu trennen. (Bild: ©Jakub Jirsák - stock.adobe.com)

Dell Technologies erwägt laut dem Wall Street Journal den Verkauf seiner Software-Tochter VMware. Der Prozess sei laut mit der Sache vertrauten Personen allerdings noch in einer frühen Phase. Die Beteiligung von Dell an VMware ist rund 44,5 Milliarden Euro wert.

Der Computer-Konzern Dell Technologies könnte sich laut einem Pressebericht von seiner Software-Tochter VMware trennen. Dell habe jüngst begonnen, Möglichkeiten für einen Verkauf der 81-prozentigen Beteiligung oder auch andere Schritte, wie etwa eine Komplettübernahme, zu prüfen, berichtete das „Wall Street Journal“ am Dienstag (Ortzeit) unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Der Prozess sei allerdings noch in einer frühen Phase. Die Dell-Aktionäre feierten indes schon einmal: der Aktienkurs schnellte im nachbörslichen US-Handel um zuletzt rund 18 Prozent nach oben.

So könnten sich die Investoren im Falle eines Verkaufs der VMware-Beteiligung womöglich auf einen Geldregen freuen. Denn: die Beteiligung von Dell an VMware ist auf Basis des Schlusskurses vom Dienstag rund 50 Milliarden US-Dollar (rund 44,5 Mrd Euro) wert. Die VMware-Aktien gewannen im nachbörslichen US-Handel zuletzt knapp neun Prozent hinzu.

Marktexperten stellten vor allem das Potenzial für Anleger von VMware in den Vordergrund. James Fish, Analyst beim Finanzdienstleister Piper Sandler, sieht bei einem Verkauf der Anteile die Möglichkeit einer Übernahme von VMware durch einen großen Cloud-Konzern. Auch könnte der Wert der Aktien von derzeit 149 Dollar auf über 200 Dollar steigen.

„Es ist zu früh die Champagner-Korken knallen zu lassen“, hieß es hingegen von Daniel Ives, Experte bei Wedbush, wenngleich er eine steuerfreie Ausgliederung als am wahrscheinlichsten einschätzte. Aufgrund der vielen Wenden in der Beziehung zwischen Dell und VMware könne es aber sein, dass sich am Ende an der Struktur gar nichts ändern werde.

Ein möglicher Verkauf könnte sich mit Blick auf die hohe Schuldenlast des Konzerns positiv auswirken. Der Schuldenstand lag im Mai nach Aussagen von Finanzvorstand Tom Sweet während der Zahlenbekanntgabe für das erste Quartal bei 57,3 Milliarden Dollar. Dell hatte im September 2016 das Konglomerat EMC für damals 67 Milliarden Dollar erworben, hierzu gehörte auch der Cloud-Computing und Virtualisierungs-Anbieter VMware.

Zusätzlich zur historischen Schuldenlast beeinträchtigt die Coronakrise das Geschäft. Obwohl das Unternehmen vom Wechsel ins Home Office profitieren konnte, sei die Nachfrage kleinerer und mittlerer Unternehmen im ersten Quartal zurückgegangen, hieß es von Dell-Konzernchef Jeff Clarke Ende Mai. Der ebenfalls im Raum stehende Erwerb der restlichen Anteile von VMware würde die Schuldenlast nochmals deutlich erhöhen. Dabei konzentriert sich das Unternehmen laut Sweet eher auf den Schuldenabbau.

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