Drei Notebooks buhlen um Discounter-Kunden Dell entdeckt Lidl als Vertriebskanal

Redakteur: Harry Jacob

Noch ist der ehemals reine Direktversender Dell noch gar nicht richtig im Fachhandels-Kanal angekommen, da macht er schon die nächste Vertriebsschiene auf: Ab heute verkauft Lidl das Dell Inspiron Mini 10v für 289 Euro – ein Abschlag von über 100 Euro gegenüber Dells eigenem Online-Shop!

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Bei Lidl deutlich günstiger als im eigenen Online-Shop von Dell: das Inspiron Mini 10v.
Bei Lidl deutlich günstiger als im eigenen Online-Shop von Dell: das Inspiron Mini 10v.
( Archiv: Vogel Business Media )

Vorige Woche noch hatte Dell die Börse positiv überrascht: Der Gewinn war „nur” um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen – die Analysten hatte schlimmeres erwartet. Dell nannte als Begründung unter anderem die eingehaltene „Preis-Disziplin”, sprich: sich aus den Rabattschlachten herausgehalten zu haben.

Doch das jetzt über Lidl ausgelobte Angebot des Dell Inspiron Mini 10v passt nicht in dieses Bild. 289 Euro verlangt Lidl, auf Dells Website gibt es das Gerät „ab 279 Euro”. Beim Direktversender ist aber nur ein Jahr Garantie inklusive (Lidl: zwei Jahre), und während Dell nur einen Drei-Zellen-Akku liefert, ist beim Discounter bereits der Sechs-Zellen-Akku mit 56 Wh integriert. Bemüht man den „Personlisieren”-Knopf des Dell-Online-Shops und konfiguriert sich dort das Lidl-Angebot nach, dann ergibt sich ein Preis von 365,89 Euro (inklusive Mehrwertsteuer und einen 30-Euro-Rabatt für Online-Bestellungen), zusammen mit der Versandkostenpauschale ein Rechnungsbetrag von 394,89 Euro und damit 105,89 Euro teurer als bei Lidl. Allerdings kann man bei Dell auch WLAN-n (+ 50 Euro) und andere Farben als Schwarz (+ 29 Euro) wählen, außerdem lässt sich der Preis dort um 30 Euro drücken, wenn statt Windows das Betriebssystem Ubuntu Linux ausgewählt wird.

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Innere Werte

Das bei Lidl vertriebene Dell-Netbook basiert auf Intels Atom-CPU N270 mit 1,6 Gigahertz, hat ein Gigabyte RAM (nicht erweiterbar) und eine 160-Gigabyte-Festplatte. Das 10,1-Zoll-Glare-Display bietet eine Auflösung von 1.024 x 576 Pixeln im Format 16:9, angesteuert über die integrierte Chipsatzgrafik Intel GMA 950. Eine 1,3-Megapixel-Webcam ist integriert. Als Betriebssystem dient Windows XP Home Edition (OEM, nur mit Service Pack 1), im beigefügten Software-Paket findet sich unter anderem Microsofts Works-Suite 9.0 (ebenfalls als OEM-Edition). Bei den Schnittstellen bietet das Inspiron drei USB-Anschlüsse, einen VGA-Port und einen Mikrofon-Eingang, daneben ist ein 3-in-1-Kartenleser zu finden sowie integriertes Bluetooth 2.1. Die Vernetzung erfolgt ausschließlich drahtlos via WLAN 802.11 b/g. Ethernet sucht man bei diesem Consumer-Gerät vergeblich. Insgesamt bringt das Modell 1,35 Kilogramm auf die Waage. Zum Vergleich: das besser ausgestattete Medion-Netbook, das Aldi vergangene Woche angeboten hatte, kommt nur auf 1,2 Kilogramm. Erhältlich ist das Inspiron Mini 10v, das seit Mai auf dem Markt ist, nicht bei allen Lidl-Filialen, sondern nur in der südlichen Hälfte Deutschlands. Bisher waren die Lidl-Rechner stets von Targa geliefert worden.

Lesen sie auf der folgenden Seite, welche weiteren Discounter-Angebote es diese Woche gibt.

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