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Initiativen zur europäischen Cloud-Abgrenzung

Datenschutz made in Europe

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Florian Karlstetter

Stärkung der europäischen Wettbewerbsposition

Fallmann sieht darin eine entscheidende Stärkung der europäischen Wettbewerbsposition und gibt zu bedenken: "Früher gab es nur Boeing. Dann hat sich Europa eines Besseren besonnen, und jetzt haben wir mit Airbus eine Wettbewerbsposition, also wenigstens 50 Prozent Marktanteil." In Brüssel sorge Udo Helmbrecht als Chef der ENISA-Sicherheitsbehörde für ein Gegengewicht gegen die amerikanischen Bestrebungen, alles und jeden auszuspähen.

Europas Ämter in der Cloud

Interview

Europas Ämter in der Cloud

13.05.14 - Welche Voraussetzungen müssen deutsche und europäische Verwaltungen erfüllen, wenn sie die Cloud für eGovernment nutzen wollen? Darüber sprachen die Kollegen unserer Schwesterpublikation eGovernment Computing mit dem geschäftsführenden Direktor der Europäischen Agentur für Netz- und Informationssicherheit ENISA. lesen

Becker weiter: "Wir Europäer haben eigene Kompetenzen. Wir müssen kein Facebook oder Google nachbauen; das würden wir sowieso nicht schaffen. Aber wir haben Kompetenzen in bestimmten Feldern, die mittels Cloud und IT auch einen Schwerpunkt Europa bilden können. Es gibt viele Themenfelder, in denen sich Europa profilieren kann", so der Experte. "Die Cloud wächst in alle vertikalen Industrien hinein. Wir reden über Industrie 4.0, also die Fabrik der Zukunft und das Internet der Dinge."

In seinen Aussagen liegt Becker mit Dieter Kempf, dem Präsidenten des Branchenverbandes BITKOM, auf einer Linie. Bei seiner Eröffnungsrede zur CeBIT 2014 forderte Kempf eine Stärkung des europäischen Datenschutzes. Allerdings ist bekannt, dass die Briten schon seit langer Zeit eine enge Form des Datenaustausches ihrer Geheimdienste mit denen der US-Amerikaner praktizieren. Dieser Aspekt relativiert die Möglichkeiten, wie hoch das Sicherheitsniveau in Europa werden kann.

Selbstverpflichtung von Unternehmen und Cloud-Providern

Auch der Bundesverband des IT-Mittelstandes e.V. (BITMi), der über tausend Unternehmen auf nationaler und europäischer Ebene vertritt, strebt eine Selbstverpflichtung der IT-Unternehmen wie auch der Cloud-Provider an, die sich in der Verleihung bzw. dem Erwerb entsprechender Siegel dokumentieren lässt. Das erste Siegel trug den Titel "Software made in Germany. Der Verband strebt an, es bis Ende 2014 rund 150 Unternehmen verleihen zu können.

Marktreaktionen stärken „Software made in Germany“

Eine Frage des Rechtsstandes

Marktreaktionen stärken „Software made in Germany“

28.01.14 - Während große Player der US-amerikanischen IT- und Internetwirtschaft inzwischen gegen die Praktiken staatlicher „Dienste“ protestieren, profitieren Anbieter hierzulande. Ein Unternehmenssitz in Deutschland und inländische Datenhaltung sorgen zwar nicht automatisch für Datensicherheit, aber zumindest für weniger rechtliche Unsicherheit. lesen

"Software hosted in Germany"

Martin Hubschneider, Vizepräsident und Vorstand des Bundesverband IT-Mittelstand und Vorstandsvorsitzender der CAS Software AG.
Martin Hubschneider, Vizepräsident und Vorstand des Bundesverband IT-Mittelstand und Vorstandsvorsitzender der CAS Software AG. (Bild: CAS Software AG)

Zur CeBIT 2014 hob der BITMi ein weiteres Siegel aus der Taufe. Mit "Software hosted in Germany" sollen bis Ende 2014 rund 25 Provider dokumentieren, dass sie eine Selbstverpflichtung mit SLA-Status eingegangen sind, dass sie die Richtlinien des BITMI einhalten. Diese betreffen die Themen Datenschutz, Datensicherheit und IT-Sicherheit. Der BITMI-Beirat überprüfe die Angaben, so der Vizevorsitzende Martin Hubschneider.

Zu den umstrittenen Positionen des Verbandes zählen die Ablehnung der Vorratsdatenspeicherung, die Ablehnung eines nationalen oder Schengen-Routings (wie es ja die Telekom schon forderte) sowie die Nichtzusammenarbeit mit Geheimdiensten. "Wir bei der CAS Software AG würden jeden Geheimdienstkontakt sofort publik machen", kündigte Hubschneider an, der zugleich Vorstandsvorsitzender der CAS Software AG in Karlsruhe ist.

Für Hubschneider war die Ausspähung durch den britischen Geheimdienst GCHQ "ein Angriff auf die Menschenrechte" und er bedauert, dass eine Klausel, die sich gegen die FISA-Erlasse des US-amerikanischen Geheimgerichts FISC richtete, aus dem Entwurf für die geplante europäische Grundschutzverordnung bereits gestrichen wurde.

Weiterführende Informationen

Diese und weitere Positionen sind im Positionspapier "Starker IT-Mittelstand im digitalen Deutschland" (PDF) wiederzufinden.

Kompendium zum Thema

Dem Thema "Sichere Cloud Services" widmet sich auch das aktuelle Kompendium aus der CloudComputing-Insider-Redaktion. In dem Werk erfahren Sie, wie Cloud Services grundsätzlich abgesichert sein sollten, was in punkto Datenschutz zu beachten ist und welche Standards und Initiativen es im Cloud-Umfeld gibt – auf nationaler wie internationaler Ebene. Die Online-Ausgabe des Kompendiums steht allen registrierten Usern zum kostenlosen Download zur Verfügung.

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