Mangelnde digitale Fähigkeiten der Nachwuchsgenerationen Datenkompetenz: Deutschland hat enormen Nachholbedarf

Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Um „digitale Bildung“ scheint es in Deutschland nicht besonders gut bestellt, so die Ergebnisse einer Exasol-Studie zur Datenkompetenz der 16- bis 21-Jährigen: Nur 18 Prozent stimmen absolut zu, dass die Schule ihnen Kompetenzen vermittelt, die man für die Verwendung von Daten braucht.

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Die Zukunft der Unternehmen liegt in den Händen der Digital Natives und nachfolgender Generationen.
Die Zukunft der Unternehmen liegt in den Händen der Digital Natives und nachfolgender Generationen.
(Bild: © – Mirko Vitali – stock.adobe.com)

Der souveräne Umgang mit Daten ist der Schlüssel für eine zukunftssichere Arbeitswelt. Als Resultat steigt der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften stetig und eine grundlegende Datenkompetenz ist auch außerhalb datenspezifischer Berufe erforderlich. Die Exasol-Studie zur Datenkompetenz der 16- bis 21-jährigen in Deutschland – die Digital Natives – kommt hier allerdings zu einem ernüchternden Ergebnis und zeigt: Deutschland hat enormen Nachholbedarf.

Die Gruppe der 16-Jährigen, so die Studie, fühlt sich hier noch am besten vorbereitet, während die Gruppe der 21-Jährigen allgemein mehr Nachholbedarf sieht. Weniger als die Hälfte aller Befragten schreibe sich selbst die Fähigkeiten für einen sicheren Umgang mit Daten zu einem gewissen Grad zu. Es zeige sich auch eine Diskrepanz bei den Geschlechtern. Nur 13 Prozent der weiblichen Befragten seien mit Data Analytics sehr vertraut. Bei den männlichen Befragten liege der Anteil immerhin bei 24 Prozent.

Generell skizziere die Studie folgendes Bild: Die Digital Natives haben große Lücken im Umgang mit Daten und benötigen daher eine bessere Schulung. Dies gelte sowohl für ihre berufliche Zukunft als auch für den alltäglichen Umgang mit Daten. Mathias Golombek, CTO bei Exasol, erklärt: „Die Zukunft der Unternehmen liegt in den Händen der Digital Natives und nachfolgender Generationen. Lücken in der Datenkompetenz müssen für eine zukunftssichere Arbeitswelt daher schnellstmöglich geschlossen werden. Vor allem die Politik, aber auch die Bildungseinrichtungen und Unternehmen sehen wir hier in der Pflicht.“

Vorhandene Potenziale nutzen

Die Studie zeige auch positive Entwicklungen auf, denn laut den Ergebnissen bringen die Digital Natives die Grundvoraussetzungen für die Arbeit mit Daten bereits mit. So zählten die Befragten u.a. Teamwork und die Fähigkeit, aufmerksam zuzuhören, zu ihren Stärken. Mehr als die Hälfte habe außerdem angegeben, sich gern neue Fähigkeiten anzueignen. 31 Prozent der Befragten dächten gern „out of the box“ und 38 Prozent fänden Data Analytics im Rahmen von Experimenten oder Tests spannend. Ganze 44 Prozent hätten sogar Spaß daran, mit Daten zu arbeiten und diese zu analysieren.

Allgemeines Interesse an Daten und Statistik sowie wichtige Grundkompetenzen für diesen Bereich sind laut Studie also vorhanden. Auch ein Bewusstsein, dass Daten in ihrer beruflichen Zukunft eine wichtige Rolle spielen, bringe fast die Hälfte (47 %) der Befragten mit. Mathias Golombek resümiert: „Mit ihren individuellen Fähigkeiten können die Digital Natives in Zukunft ihren Beitrag zu den großen Fragen der Gegenwart – von der Erschließung des Weltalls bis hin zum Klimawandel – erfolgreich leisten. Momentan liegt die Verantwortung jedoch bei uns, ihnen die dafür nötigen Mittel an die Hand zu geben.“

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