Cloud-Referenz-Modelle der VCE-Koalition von Cisco, EMC und VMware Das Geschäft mit den vBlocks läuft langsam an

Redakteur: Regina Böckle

Aus Sicht der Partner sind die Zertifizierungs-Auflagen für die vBlocks noch hoch, die Preispolitik birgt Verbesserungspotential und die Kalkulation für Cisco-UCS-Server auf Dollar-Basis Währungs-Risiken. Doch Cisco hat schnell reagiert und an vielen Stellen bereits nachgebessert – das vBlock-Geschäft läuft an.

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Oliver Pudwell ist Account Manager bei Magirus Deutschland.
Oliver Pudwell ist Account Manager bei Magirus Deutschland.
( Archiv: Vogel Business Media )

Das Interesse an den vBlocks ist unter Systemhäusern und Integratoren hoch, Die Technologie sei wirklich großartig, so die Bilanz der Vertriebspartner, die ins Thema eingestiegen sind – beispielsweise Computacenter, MTI, Logicalis und Magellan Netzwerke. Gelobt wird außerdem, dass Cisco die UCS-Server mit den Kommunikations-Lösungen eng verzahnt hat. „Das ist vor allem für unsere Kunden aus der Call-Center-Branche von enormem Vorteil“, sagt Logicalis-DC Vertriebsbeauftragter Matthias Trampenau. Der gemeinsame Support von Cisco, VMware und EMC funktioniere ebenfalls – aus Sicht der Partner ein echter Mehrwert.

Insgesamt ziehen sie ein positives Fazit, auch wenn es an der ein oder anderen Stelle noch ein wenig klemmt. Viele Probleme wurden in der Zwischenzeit gelöst und Magirus-Account-Manager Oliver Pudwell sagt: „Ich bin optimistisch, dass die wenigen noch bestehenden Hürden schnell fallen werden – auch, weil Cisco jetzt mit neuem Team und sehr pragmatisch das Datacenter-Thema angeht.“

Flexiblere Zertifizierung

Die komplette vBlock-Zertifizierung erforderte von einem neuen Partner bislang einen Mindestaufwand von 90 Tagen – nur für die Ausbildung. Die Kosten allein für die VMware-VCE-Zertifizierung (VMware Certified Engineer) summieren sich auf 3.000 Euro.

„Das Zertifizierungs-Modell von Cisco ist sehr komplex und umfassend, so dass die Partner einen sehr hohen Aufwand betreiben müssen, um diesem Modell gerecht zu werden“, spricht Trampenau an. Als Dienstleister genüge es ja nicht, einen oder zwei Mitarbeiter zu zertifizieren. „Wenn man die SLAs im laufenden Projekt erfüllen will, muss mindestens auch ein Ersatz-Mitarbeiter zertifiziert sein, falls ein zertifizierter Kollege ausfällt. Der Aufwand ist also recht hoch.“ Er lobt, dass Cisco darauf bereits reagiert habe. Zwar werden die Zertifizierungs-Auflagen grundsätzlich beibehalten, aber in der konkreten Umsetzung flexibler gehandhabt. Obendrein springen die Value-Added-Distributoren in der Übergangsphase ein.

Höheres Tempo

Verbesserungspotential birgt aus Sicht der Vertriebspartner die Preispolitik. Bei den Rabattierungen und Laufzeiten könne Cisco noch nachbessern. Obendrein benötige Cisco etwa 60 Tage, um den Support für die Server-Linien scharf zu schalten. Hier sprängen allerdings die Value-Distributoren sofort ein.

Preise auf Dollar-Basis

Noch rechnet Cisco die UCS-Server auf US-Dollar-Basis ab. „Das ist angesichts der Währungsschwankungen ein Riesenthema für den Channel. Denn bei solchen Projekten sind die Vorlaufzeiten naturgemäß sehr lang“, berichtet Pudwell.

Absatz-Chancen

Insbesondere, wenn Endkunden die Produkte eines Herstellers der VCE-Allianz bereits einsetzen, sei das Interesse, im Server-Umfeld Cisco zu positionieren, zwar hoch, doch eine wirkliche Entscheidung zugunsten von Cisco falle trotzdem noch schwer - trotz des bekannten Namens und der ausgereiften Technologie. „Cisco ist in diesem Bereich noch ein Neuling und viele Rechenzentrums-Verantwortliche in Deutschland hängen eher an ihren bestehenden Lösungen, ob von Dell, IBM oder anderen“, berichtet Trampenau. Er zweifelt dennoch nicht daran, dass Cisco sich auch in diesem Feld schnell beweisen wird.

Kein Vertrauen in Cloud

Dass die vBlocks eine Brücke zum Cloud Computing bieten, ist nach den Erfahrungen der Partner als Verkaufsargument nur bedingt tauglich. Weit eher spielen schlagende Argumente wie Kostensenkungen und Erleichterungen des Managements eine Rolle. „Hierzulande ist das fehlende Vertrauen das größte Hemmnis für das Thema Public Cloud. Von der Hybrid-Cloud sind wir hier noch weit entfernt“, zieht der Logicalis-Vertriebsmanager ein erstes Fazit. Realisierbar sei jedoch die Private Cloud – auch deshalb, weil das firmenspezifische Know-how der Verantwortlichen hier nicht abgegriffen werde. „Die Akzeptanz, brisante Anwendungen oder gar Daten nach draußen zu geben, ist gering bis nicht vorhanden“, so Tampenau.

vBundles schließen SMB-Lücke

Die von Magirus entwickelten vBundles kommen bei Partnern auch deshalb so gut an, weil sie – verglichen mit den vBlocks – offenbar nicht nur an die Unternehmensgröße von Mittelstandskunden angepasst sind, sondern auch an deren Preisvorstellungen.

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