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Atos installiert den leistungsstärksten Supercomputer Deutschlands

Das Forschungszentrum Jülich bekommt ein neues Superhirn

| Redakteur: Ulrike Ostler

So könnte die Installation von „Atos Bull Sequana X1000“ aussehen. Geordert sind erst einmal zehn Einheiten.
So könnte die Installation von „Atos Bull Sequana X1000“ aussehen. Geordert sind erst einmal zehn Einheiten. (Bild: Atos)

Der europäische IT-Dienstleister Atos darf das Forschungszentrum Jülich mit seinem jüngsten Supercomputer, „Bull Sequana X1000“ ausstatten. Der Petaflop-Rechner ermöglicht Berechnungen mit der Verarbeitung von mehr als 12 Millionen Milliarden Operationen pro Sekunde und wird damit der schnellste Supercomputer in Deutschland und einer der schnellsten weltweit sein.

Mit rund 5.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gehört das Forschungszentrum Jülich, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft, zu den großen Wissenschaftszentren Europas. Es konzentriert sich auf die Zukunft der Informationstechnologie und -verarbeitung, komplexe Vorgänge im menschlichen Gehirn, den Wandel des Energiesystems und eine nachhaltige Bioökonomie.

Der neue Supercomputer wird vom Jülich Supercomputing Centre als Mitglied im Gauss Centre for Supercomputing betrieben und im zweiten Quartal 2018 in installiert. Das System wird mit Mitteln des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert und unter anderem für Forschungsarbeiten im „Human Brain Project“ eingesetzt, ein 2013 gestartetes Projekt, in das die EU insgesamt etwa 1 Milliarde Euro stecken will. Nun wollen die Forscher ihrem Ziel, Prozesse im menschlichen Gehirn mittels Simulationen besser zu verstehen, in greifbare Nähe rücken.

Professor Wolfgang Marquardt, Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich, erläutert, wie der Atos-Rechner ins Konzept passt: „Die wissenschaftliche Community in Deutschland und Europa benötigt qualitativ hochwertige, flexible und skalierbare Rechenleistung sowie die passende IT-Infrastruktur. Komplexe Simulationsmodelle und unstrukturierte Datensätze mit Milliarden von Datenpunkten – diese Herausforderungen meistert das neue Supercomputing-Modul von Atos.“

Zehnmal Bull

Durch die bestehende Zusammenarbeit mit Atos ist das Forschungszentrum Jülich die erste Institution der deutschen Forschungslandschaft, die sich für das Supercomputer-Flagschiff entscheidet. Das Gesamtsystem umfasst zehn Bull Sequana X1000-Zellen und ist aufgrund der Heißwasser-Kühlung auf ganzjährig freie Kühlung optimiert. Der Energieverbrauch ist daher rund zehnmal geringer als bei früheren Supercomputer-Generationen in Jülich.

Nach Angaben des Herstellers ist der Rechner hochflexibel konzipiert und dadurch ideal für die interdisziplinäre Spitzenforschung geeignet. Thierry Breton, Chairman und CEO von Atos, sagt: Der Atos BullSequana Supercomputer „bietet den neuesten Stand der Technik mit geringen CO2-Emissionen, um Exascale-Level auf nachhaltige Weise zu erreichen.“

In einer Atos-Broschüre vom Juni 2017 steht, dass jede Zelle mit Folgendem ausgestattet sein kann:

  • 288 Dual-Socket Intel Xeon Knoten oder;
  • 288 Single-Socket Intel Xeon Phi Knoten oder;
  • 96 Dual-Socket Intel Xeon Knoten mit je vier Nvidia Pascal Grafikprozessoren.

Atos ist neben der Installation des Supercomputers auch für den Betrieb und den On-site-Support verantwortlich und arbeitet dazu eng mit den Spezialisten von Partec aus München zusammen, die mit ihrem Software-Stack „Para Station“ sowie vor Ort mit Experten das System-Management sicherstellen werden.

HPC-Systemsoftware aus München

Eines der Hauptgeschäftsfelder der Partec Cluster Competence Center GmbH (Partec) ist die Systemintegration im HPC-Bereich, die sich primär auf die eigenen Softwareprodukte, zusammengefasst unter dem Oberbegriff der „Para Station Cluster Suite“, stützt. Dazu gehören eine Reihe von Softwarewerkzeugen für die Cluster-Administration, „Para Station ClusterTools“, ein integriertes Trouble-Ticket-System für Support-Leistungen auf verschiedenen Hierarchieebenen, „Para Station Ticket Suite“, sowie Werkzeuge zur Sicherstellung von Zuverlässigkeit, Verfügbarkeit und Wartbarkeit paralleler Cluster-Systeme: „Para Station Health Checker“.

Darüber hinaus engagiert sich Partec in verschiedenen Forschungsprojekten, um die zukünftigen Entwicklungen im HPC-Bereich aktiv mitgestalten zu können. So ist das Unternehmen eingebunden in national geförderte Projekte wie „FAST“ und aktiv in EU-geförderten Projekten wie „DEEP“, „DEEP-ER“ und „DEEP-EST“.

Bernhard Frohwitter, CEO von Partec, sagt nun über das Jülicher-Atos-Projekt: „Seit 2010 entwickeln unsere Experten die Software, die in Zukunft die Verbindung mehrerer Module zu einem System schafft. In Partnerschaft mit Atos ist es unser Ziel, die führende Software für das Exascale-Rechnen bereitzustellen“.

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