1,5 Petabyte leistungsfähiger und zuverlässiger Festplattenspeicher Das elektronische Gedächtnis von Humboldts Erben

Autor / Redakteur: Frank Sander / Nico Litzel

Der Systemintegrator und IT-Dienstleister Controlware konzipierte für die Humboldt-Universität zu Berlin unter Verwendung von Infortrends Eonstor-Systemen ein virtualisiertes Storage Area Network (SAN), das heute die Daten von rund 200 verteilten Client-Servern auf Festplattenspeichern zusammenführt.

Firmen zum Thema

Dank Speichervirtualisierung können nur zwei Administratoren der Humboldt-Universität zu Berlin fast ein Petabyte Speicherkapazität für 200 Server unter Windows, Linux Sun Solaris und AIX betreuen.
Dank Speichervirtualisierung können nur zwei Administratoren der Humboldt-Universität zu Berlin fast ein Petabyte Speicherkapazität für 200 Server unter Windows, Linux Sun Solaris und AIX betreuen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Friedrich Wilhelm von Humboldt gründete die nach ihm benannte Universität im Jahre 1810 in Berlin mit 256 Studenten und 52 Lehrenden. Er hätte sich sicher nicht vorstellen können, dass mehr als 40.000 Angehörigen „seiner“ Hochschule im Jahre 2009 der ungeheure Speicherplatz von 1,5 Petabyte für ihre Forschung zur Verfügung gestellt wird. Entspricht dieses Datenvolumen doch in etwa 30 Millionen Bänden der Encyclopaedia Britannica. Ungefähr zwei Drittel dieses Speicherplatzes, genau 980 Terabyte, befinden sich auf knapp 80 RAID-Systemen der Reihen A16F-G2430 und S16F-G1430 von Infortrend.

In den Jahren 1999 und 2000 wurde das IT-Team der Humboldt-Universität damit beauftragt, eine Neukonzeption der Speicherinfrastruktur zu entwickeln, die nicht nur eine höhere Fehlertoleranz als die bisher verwendete Architektur bot. Es sollte auf jeden Fall darauf geachtet werden, dass auch die zu erwartenden künftigen Speichererweiterungen sich in einem preislich erschwinglichen Rahmen bewegen, ohne dass die Universität dabei auf die notwendige Performanz und Zuverlässigkeit verzichten muss, erinnert sich Frank Sittel, der die Konzeptionierung des neuen Hochschul-SAN federführend durchführte und es bis heute zusammen mit seinem Kollegen Jens Döbler betreut.

Spiegelung per Betriebssystem bietet zusätzliche Sicherheit

Nach diesen Vorgaben entschied sich das Projektteam der Humboldt-Universität 2001 für die Anschaffung von 24 Infortrend-6300-Subsystemen (Ultra-SCSI-160 to (P) ATA) mit einer Kapazität von 19 Terabyte, da diese Lösung eine zuverlässige, kostengünstige und hochkapazitive Alternative zu hochpreisigen Enterprise-Class-Festplattenspeichern darstellte. Die hostbasierende Spiegelung der Daten mithilfe des Betriebssystems bot zusätzliche Datensicherheit. Chaparral-SCSI-to-FC-Router verbanden die Festplattenspeicher mit den beiden SAN-Fabrics.

Weiter mit: Virtueller Speicher ist herstellerunabhängig und leicht zu verwalten

Virtueller Speicher ist herstellerunabhängig leicht und zu verwalten

Diese Installation stellte aber nur eine Vorstufe der eigentlichen neuen Speicherinfrastruktur dar. Als Ergebnis einer Ausschreibung wurde Controlware im Jahr 2003 damit betraut, den universitären Storage zu virtualisieren. „Die herausragenden Vorteile einer virtuellen Architektur sind Herstellerunabhängigkeit und Datensicherheit durch Spiegelung sowie ein einfaches und problemloses Verwalten und Einbinden von neuen Speicherelementen“, erklärt Jörg Dubslaff, zuständiger Account Manager für die Humboldt-Universität von Controlware. Und Frank Sittel freut sich: „Nur dank der vereinfachten Verwaltung durch die Speichervirtualisierung ist es möglich, dass wir heute fast ein Petabyte Datenspeicher für 200 Server unter Windows, verschiedenste Linux-Derivate, Sun Solaris und AIX sowie Servervirtualisierungen mit nur zwei Personen administrieren können.“

Der Zuschlag für die dazugehörigen Storage-Systeme ging 2003 wieder an Infortrend. 36 zusätzliche RAID-Subsysteme des Typs Infortrend 6310 erhöhten die Gesamtspeicherkapazität des nun virtualisierten Speichers auf 54 Terabyte. Verbunden wurde das SAN mit modernsten Switches von Brocade.

IT der Klasse XXL

Der enorme Bedarf an Datenspeicherplatz der Humboldt-Universität erklärt sich schnell, wenn die folgenden Kennzahlen betrachtet werden. Ungefähr 60 IT-Mitarbeiter betreuen

  • 46.000 Accounts
  • 9.800 Workstations
  • 130 Subnetze
  • 51.000 Mailadressen mit 130.000 Mails pro Tag (vier Terabyte)
  • 500 verschiedene Webauftritte
  • 210 Datenbanken auf verschiedenen Servern etc.

und versorgen damit etwa 35.000 Studierende in 242 Studiengängen sowie 5.000 Mitarbeiter mit allen IT-Dienstleistungen, die eine der größten deutschen Universitäten benötigt. Kein Wunder also, dass schon Ende 2004 weitere 31 Terabyte Speicherplatz beschafft wurden. Die guten Erfahrungen, die in den vorherigen Jahren gesammelt werden konnten, bestärkten die Entscheider, 13 Infortrend-6330-Arrays mit einem 2 Gbit/s FC-Anschluss zu wählen. Aus dem gleichen Grund wurden ab 2007 die in die Jahre gekommenen 6300-Subsystemen durch neue Infortrend-A16F-G2430 ersetzt.

Weiter mit: Gut gerüstet in die Zukunft

Gut gerüstet in die Zukunft

Das heutige SAN, dessen größte Ausdehnung über die drei Standorte der Universität stattliche 30 Kilometer erreicht, ist von ehemals 256 auf mittlerweile 1.600 Fibre ChannelPorts angewachsen, die auf vier Brocade-DCX-Direktoren und etwa 50 weiteren Switches liegen. Und auch der Bedarf an Speicherkapazität ist weiter gewachsen. In diesem Jahr startete die Universität eine neue Ausschreibung mit dem Ergebnis, dass Controlware weitere 36 A16F-G2430-M5 und weitere 16 S16F-G1430 in die virtuelle Speicherinfrastruktur integrierte.

„Bei diesen Infortrend-Systemen kann der World Wide Port Name durch Software verändert werden. Das bedeutet, dass der vorhandenen Installation zusätzlicher Speicherplatz ohne große Neukonfigurationen zugewiesen werden kann“, erläutert Jörg Dubslaff einen der Vorteile der Infortrend RAID-Systeme für die Humboldt-Universität.

Frank Sittel führt weiter aus: „Auch die hohe Zuverlässigkeit, die hohe Performance und die problemlose Administration sowie das sehr gute Preis-Leistungsverhältnis gaben den Ausschlag für Infortrend“.

(ID:2042213)