Pläne der Bundesregierung Cyberangreifer sollen schärfer verfolgt werden

Von dpa

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Die Bundesregierung will künftig schärfer gegen die Verursacher von Cyberattacken vorgehen. Das kündigte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Johann Saathoff, auf dem Jahreskongress der Initiative „Deutschland sicher im Netz“ an.

„Auf dem Gebiet der Cyberkriminalität sehe ich Handlungsbedarf“, sagte der SPD-Politiker Johann Saathoff.
„Auf dem Gebiet der Cyberkriminalität sehe ich Handlungsbedarf“, sagte der SPD-Politiker Johann Saathoff.
(Bild: © Skórzewiak - stock.adobe.com)

Die Polizeien im Bund und in den Bundesländern beobachteten weiterhin stark anwachsende Fallzahlen von Cyberattacken und insbesondere zunehmende Angriffe durch so genannte Ransomware. Diese Erpresser-Software, die Daten der betroffenen Opfer verschlüsselt, werde inzwischen im Netz sogar als Service angeboten. „Das finde ich schon extrem schräg, dass man diese Angriffssoftware einfach bestellen kann“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Johann Saathoff auf dem Jahreskongress der Initiative „Deutschland sicher im Netz“ (DsiN).

Die Aufklärungsquote liege in diesem Bereich gerade mal bei 29 Prozent, auch weil die Täter ihre Spuren im Netz mit Anonymisierungsdiensten verschleierten oder vom Ausland aus agierten. Außerdem tauchten viele Straftaten nicht in der Statistik auf, weil es viele Unternehmen gebe, die den Erpressungsfall gar nicht gemeldet haben wollen, weil sie einen Imageverlust befürchteten.

Saathoff sagte, die Cyberkriminalität müsse insbesondere auch auf internationaler Ebene bekämpft werden. So nehme das Bundeskriminalamt an internationalen Arbeitsgruppen teil, um die Fähigkeiten in der Bekämpfung der Erpresser-Angriffe auszubauen. „Dadurch gelingen auch wirksame Schläge gegen Cyberkriminelle, wie zum Beispiel die Zerstörung der Infrastruktur der Schadsoftware Emotet Anfang 2021 oder die Zerschlagung des bislang weltweit größten illegalen Darknet-Marktplatzes ‚Hydra‘ im April 2022.“

Verbraucherinnen und Verbraucher aber auch die Verantwortlichen in Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen sollten zur Stärkung der digitalen Widerstandsfähigkeit auch überlegen, welches Gerät tatsächlich online sein müsse. „Muss eigentlich jeder Kühlschrank im Internet sein?“

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