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Bitkom-Umfrage Cyber-Versicherungen finden immer mehr Anklang

Autor: Heidemarie Schuster

Je mehr digitalisiert wird, desto häufiger kommt es zu IT-Sicherheitsvorfällen – kein Wunder also, dass immer häufiger Unternehmen auf Cyber-Versicherungen setzten. Eine Versicherung sorgt allerdings nicht dafür, die IT-Security zu vernachlässigen.

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Eine Cyber-Versicherung kann IT-Security-Maßnahmen nicht ersetzten.
Eine Cyber-Versicherung kann IT-Security-Maßnahmen nicht ersetzten.
(Bild: © leowolfert-stock.adobe.com)

Die deutsche Industrie setzt immer mehr auf Cyber-Versicherungen: So kam in einer Bitkom-Umfrage unter 503 Geschäftsführern und Sicherheitsverantwortlichen heraus, dass jedes siebte Industrieunternehmen (14 Prozent) bereits eine Versicherung gegen digitale Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl abgeschlossen hat. Weitere 13 Prozent der Industrieunternehmen planen konkret, solch eine Versicherung abzuschließen und 30 Prozent diskutieren über solch ein Vorhaben. Für vier von zehn Unternehmen (38 %) ist eine Cyber-Police weiterhin kein Thema.

„Eine Cyber-Versicherung kann eine sinnvolle Ergänzung im Risikomanagement sein, ersetzt aber keine robuste IT-Sicherheit“, sagt Susanne Dehmel, Mitglied der Bitkom-Geschäftsführung. „Nur wer bei der IT-Sicherheit gut aufgestellt ist, kommt auch als Versicherungsnehmer in Frage.“

Wenig Interesse bei KMUs

Vor allem Großunternehmen setzen sich mit Cyber-Versicherungen auseinander. Ein Drittel der Befragten mit mehr als 500 Mitarbeitern (32 %) hat sich bereits gegen digitale Angriffe versichert. Bei mittelgroßen Unternehmen zwischen 100 und 499 Beschäftigten sind es 23 Prozent, bei kleineren von 10 bis 99 Mitarbeitern sind es 10 Prozent.

Bei der Bewertung, inwiefern sich Cyber-Versicherungen gelohnt haben, ist die Industrie geteilter Meinung. Für 28 Prozent der befragten Industrieunternehmen, die in den letzten zwei Jahren von digitalen Angriffen betroffen waren und eine Cyber-Versicherung abgeschlossen haben, hat sich die Police gelohnt.

Cyberangriffe können jeden treffen, egal wie gut ein Unternehmen geschützt ist“, so Dehmel. „Unternehmen und Versicherungsgeber sollten klar definieren, bei welchen Vorfällen eine Cyber-Versicherung greift und wie mögliche Schadensfälle nachgewiesen werden.“

Cyber-Versicherungen können nach Attacken etwa die Kosten für die Reparatur von IT-Systemen oder die Wiederherstellung von Daten übernehmen. Abgedeckt sind in der Regel auch Schäden, die bei einer Betriebsunterbrechung entstehen. Neben externen Angriffen sind je nach Police auch Bedienungsfehler durch Mitarbeiter oder technische Störungen mitversichert. Unternehmen können sich zudem gegen eigene Datenschutzverstöße absichern.

Wirtschaftsschutz ist allgemein ein bedeutendes Thema für die Industrie. Laut einer weiteren Bitkom-Studie sind Industrieunternehmen in den vergangenen zwei Jahren ein Gesamtschaden von 43,4 Milliarden Euro durch Sabotage, Datendiebstahl oder Spionage entstanden. Sieben von zehn Industrieunternehmen (68 %) sind in diesem Zeitraum Opfer geworden, jedes fünfte Unternehmen (19 %) vermutet dies.

Details zur Studie

GBitkom Research hat die Umfrage unter 503 Industrieunternehmen ab 10 Mitarbeitern telefonisch durchgeführt. Dabei wurden Führungskräfte befragt, die für den Schutz ihres Unternehmens verantwortlich sind. Dazu zählen Geschäftsführer sowie Führungskräfte aus den Bereichen Unternehmenssicherheit, IT-Sicherheit oder Risikomanagement. Die Umfrage ist repräsentativ für das produzierende Gewerbe. Die Fragestellungen lauteten: „Hat Ihr Unternehmen bereits eine Versicherung für den Fall des Auftretens von digitaler Wirtschaftsspionage, Sabotage oder Datendiebstahl abgeschlossen?“ und „Inwieweit hat sich der Abschluss der Cyber-Versicherung für Ihr Unternehmen bisher gelohnt?“

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