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Neues Angebot „Trusted Cloud Services“

CSC bietet Cloud Services für europäische Anwenderunternehmen an

28.06.2010 | Autor / Redakteur: Lynn-Kristin Thorenz / Katrin Hofmann

Lynn-Kristin Thorenz, Director Consulting, IDC Frankfurt
Lynn-Kristin Thorenz, Director Consulting, IDC Frankfurt

Am 14. Juni kündigte CSC unter dem Namen „Trusted Cloud Services“ die Einführung eines breit gefächerten Angebots an Cloud Services an. Laut CSC-Angaben ist dies „ein einzigartiges Angebot, das seinesgleichen sucht, unter anderem mit CSC-Markenschutz und Compliance-Sicherheit, kundenspezifischen Service Level Agreements (SLAs) sowie der dafür erforderlichen Integritätsprüfung, Haftungsübernahme und Innovation.“

In einem ersten Schritt bietet CSC im Zuge der Markteinführung zwei Services an: E-Mail und Collaboration (auf Basis von Microsoft Exchange 2010) sowie CloudLab, einen cloud-basierten Entwicklungs- und Test-Service. Die Services können über das CSC Gateway gekauft werden: Es umfasst einen Webstore und auch das Administrations- und Reporting-Portal für die CSC Cloud- und Hosting-Kunden. Im Sommer sollen ein virtueller Desktop, eine Sicherheitslösung für E-Mail und Internet sowie weitere Software- und PaaS (Platform as a Service) Lösungen dazukommen.

Alleinstellungsmerkmal

So gesehen stellt die CSC-Lösung ein weiteres Angebot dar, das sich in Konkurrenz gegen die bereits existierenden Angebote von Amazon Web Services, Flexiscale, Google, Zoho und jeder Menge anderer „spezialisierter“ Cloud Services-Anbieter positioniert. Es gibt jedoch ein Alleinstellungsmerkmal: Die CSC-Kunden können sich für eines von sieben Rechenzentren in den USA, Großbritannien, Luxemburg und Australien entscheiden.

Viele europäische und vor allem deutsche Unternehmen sind in der Regel verunsichert, wo sich im Cloud Services-Umfeld ihre Daten eigentlich befinden und wo sie verarbeitet werden. Dieser Punkt hat insbesondere bei deutschen Anwendern mehr mit einem Wohlführcharakter und mit Vertrauen zu tun. Gesetzliche Restriktionen hinsichtlich des Standorts von Daten spielen letztlich eine geringere Rolle, daes nämlich in der EU harmonisierte Rechtsvorschriften sowie eine Safe-Harbor-Vereinbarung mit den USA gibt, so dass die meisten Unternehmen sich keine Sorgen über den Datenstandort machen müssen, es sei denn, es handelt sich um hochvertrauliche Daten. Dennoch bereitet diese Situation den IT-Verantwortlichen Kopfzerbrechen.

Bislang haben Probleme bezüglich des Datenstandorts den Cloud-Services-Markt nicht spürbar ausgebremst. Der Grund dafür liegt aber darin, dass Cloud Services bisher nur einen relativ kleinen Teil des Gesamt-IT-Marktes ausmachen. Die große Mehrheit der Unternehmensdaten befindet sich theoretisch, wenn auch nicht immer in der praktischen Umsetzung, sicher hinter der Unternehmens-Firewall oder der Firewall eines vertrauenswürdigen Anbieters von Managed beziehungsweise Outsourced Services .

Den Empfindlichkeiten der Kunden gerecht werden

Damit Cloud Services weiterhin ihren Wachstumskurs beibehalten und den Gesamt-IT-Markt noch stärker durchdringen können, müssen höchst vertrauliche Kerndaten auch außerhalb der Firewall genutzt werden können. Und das bedeutet in weiten Teilen des Marktes, dass die Anbieter sich um die Bedenken ihrer Kunden hinsichtlich des Datenstandorts kümmern müssen. Für CSC und andere IT-Dienstleister ist das eine Chance: Sie können ihren Kunden ihre Services aus Rechenzentrums-Standorten anbieten, die diesen Empfindlichkeiten der Kunden Rechnung tragen; dafür wird dann ein etwas höherer Preis bezahlt als es bei dedizierten „spezialisierten“ Cloud-Anbietern der Fall wäre.

Natürlich könnten auch letztere diesen Weg einschlagen: Die IDC-Experten gehen allerdings nicht von einer solchen Entwicklung aus, denn das verursacht höhere Kosten und bedeutet einen Einschnitt bei der operativen Flexibilität. So nutzt ein solcher dedizierter Anbieter beispielsweise seine weltweit verteilten Rechenzentren auch für eine balancierte Lastenverteilung, für die Datensicherung und für die Bereitstellung von Failover-Möglichkeiten. Müsste man all das in einem einzigen Land, insbesondere einem kleineren europäischen Land, zur Verfügung stellen, würde das zusätzliche Kosten verursachen, die Auslastung senken und die Overhead-Kosten für das Management in die Höhe treiben – und das würden diese Spezialisten (klugerweise, zumindest aus ihrer Sicht) vermeiden, denn sie wissen schließlich, dass in Zukunft der Kampf um Kunden über den Preis ausgefochten wird.

Kundenbindung und Neukunden-Gewinnung

Damit haben IT-Dienstleister wie CSC einen Fuß in der Tür: Sie können Cloud Services anbieten, die solche Kundenbedenken hinsichtlich des Datenstandorts und weiterer Governance-Probleme adressieren. Was CSC angeht, dürften die Trusted Cloud Services teilweise bei manchen Bestandskunden zwar auch der Kundenbindung dienen, allerdings wird damit wohl auch einiges an Neuumsätzen mit der vorhandenen Kundenbasis, aber auch mit Neukunden generiert werden. Langfristig ist davon auszugehen, dass europäische Anwender das Thema Datenstandort pragmatischer angehen werden, und der Service verliert damit an Relevanz; doch in diesem Fall bedeutet “langfristig” auch wirklich viele lange Jahre.

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