Mehr moderne Apps, KI- und Edge-Lösungen Covid-19 beschleunigt die Digitale Transformation

Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

F5, Anbieter von Cloud- und Sicherheitslösungen, hat die siebte Auflage seines jährlichen Reports „State of Application Strategy“ (SOAS) veröffentlicht. Die Studie zeigt, wie die Corona-Pandemie die Digitale Transformation mit Telemetrie und Multicloud vorangetrieben hat.

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Seit dem letzten SOAS-Report habe sich die Akzeptanz von KI und maschinellem Lernen mehr als verdreifacht.
Seit dem letzten SOAS-Report habe sich die Akzeptanz von KI und maschinellem Lernen mehr als verdreifacht.
(Bild: © – putilov_denis – stock.adobe.com)

Der Report State of Application Strategy (SOAS) basiert nach F5-Angaben auf einer Umfrage unter 1.500 Teilnehmern aus verschiedenen Branchen, Unternehmensgrößen und Positionen. Demnach müssten Unternehmen vor allem die Konnektivität verbessern, Latenzzeiten reduzieren, Sicherheit gewährleisten und datengesteuerte Erkenntnisse nutzen. Dabei steige das Interesse an Cloud- und As-a-Service-Lösungen, Edge Computing sowie Technologien für die Sicherheit und Bereitstellung von Anwendungen.

Moderne Apps und KI im Kommen

Seit dem letztjährigen SOAS-Report habe sich die Akzeptanz von KI und maschinellem Lernen auf 56 Prozent mehr als verdreifacht. Demnach befinden sich immer mehr Unternehmen in der Spätphase der digitalen Transformation.

57 Prozent der Befragten haben F5 zufolge die digitale Expansion in Angriff genommen, ein Anstieg von 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies zeige einen verstärkten Fokus auf die Automatisierung von Geschäftsprozessen, Orchestrierung und digitale Workflows, um Anwendungen zu integrieren. Dabei würden bereits 77 Prozent interne oder kundenorientierte Apps modernisieren. Das sind 133 Prozent mehr als im Vorjahr.

Darüber hinaus sind bei zwei Drittel der Befragten mindestens zwei Methoden für die Erstellung moderner Workloads im Einsatz. Von den Unternehmen mit nur einer Methode sagen 44 Prozent, dass sie moderne Schnittstellen nutzen, entweder über APIs oder Komponenten wie Container.

Mehr als die Hälfte der Befragten verwendet laut Report bereits Infrastruktur als Code. Unternehmen mit diesem Ansatz würden mit doppelt so hoher Wahrscheinlichkeit Anwendungen häufiger bereitstellen. Außerdem sei es viermal wahrscheinlicher, dass sie vollständig automatisierte Anwendungspipelines einsetzen.

Architekturtrends

Die große Mehrheit der Unternehmen nutzt weiterhin sowohl traditionelle als auch moderne Anwendungen und Architekturen. Mit 87 Prozent sind das sogar elf Prozent mehr als 2020. Fast die Hälfte aller Unternehmen – 30 Prozent mehr als im letzten Jahr – verwaltet mindestens fünf verschiedene Architekturen.

Für knapp die Hälfte aller Teilnehmer ist die Pandemie der Hauptgrund für die häufigere Nutzung von Cloud und SaaS gewesen. Mehr als zwei Drittel würden jetzt zumindest einen Teil ihrer Technologien für die Sicherheit und Bereitstellung ihrer Apps in der Cloud hosten. Gleichzeitig müssten sie die Komplexität bewältigen, die aus der Kombination von SaaS- und Edge-Lösungen, On-Premises- und Multi-Cloud-Umgebungen sowie modernen Anwendungen entstehe. Dabei ist die SaaS-basierte Sicherheit als wichtigster strategischer Schwerpunkt in den nächsten zwei bis fünf Jahren genannt worden.

Wachstum am Edge

Nicht weniger als 76 Prozent der Befragten, so F5, nutzen oder planen Edge-Implementierungen. Die wichtigsten Gründe seien die Verbesserung der Anwendungsleistung und das Sammeln von Daten für Analysen. Darüber hinaus sind 39 Prozent der Ansicht, dass Edge Computing in den kommenden Jahren strategisch wichtig sein werde. 15 Prozent würden bereits Technologien für App-Sicherheit und -Bereitstellung am Edge hosten.

Auch hier gilt Covid-19 als Beschleuniger aufgrund der Verteilung von Arbeitskräften. Mehr als ein Drittel der Unternehmen (42 %) werde in absehbarer Zukunft eine vollständig remote arbeitende Belegschaft unterstützen. Nur 15 Prozent planten, alle Mitarbeiter wieder zurück ins Büro zu holen.

Genügend Daten, aber mangelhafte Auswertung

Mehr als die Hälfte der Befragten verfügt bereits über Tools, die den aktuellen Zustand von Anwendungen bewerten, doch alarmierende 95 Prozent sagten, dass ihnen wichtige Erkenntnisse aus den bestehenden Monitoring- und Analyselösungen fehlen würden.

Demnach dienten die gesammelten Daten in erster Linie für die Fehlersuche, gefolgt von frühzeitiger Erkennung von Performance-Problemen. Bei fast zwei Drittel der Befragten (62 %) werde die Leistung in Form von Antwortzeiten gemessen, bei weniger als einem Viertel der Unternehmen werde sie zum Aufdecken von Performance-Verschlechterungen genutzt und nur bei zwölf Prozent würden die Daten an Geschäftsbereiche weitergeleitet.

Laut Report glauben mehr als 80 Prozent der Befragten, dass Daten und Telemetrie „sehr wichtig“ für ihre Sicherheit sind. Über die Hälfte freue sich auf die positiven Auswirkungen von KI. Die Teilnehmer hätten außerdem Plattformen, die Big Data und maschinelles Lernen (auch als AIOps bekannt) kombinieren, als den zweitwichtigsten strategischen Trend in den nächsten zwei bis fünf Jahren genannt.

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