Bewegte Jahre und turbulente Wochen liegen hinter dem Distributor in Linden COS: Eine Chronologie

Redakteur: Harald Jacob

Was einmal als fast „familiärer Distributor” begann, als Händler noch in Linden zum Plausch vorbeikamen und das halbe Haus beim Vornamen kannten, das wäre nun fast vorbei gewesen. Dank Devil hat COS wieder eine Zukunft – Zeit, die teils verschlungenen Pfade der Anfangsjahre und das Chaos der vergangenen vier Wochen zu entwirren.

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Hier der Überblick über die Entwicklung von der Gründung bis heute:

  • 1990: Gründung der P&T GmbH
  • 1994: Einstieg in die IT-Distribution
  • 1998: Die Schweizer COS AG kauft P&T rückwirkend zum 1.1.1998
  • 2000: Einstieg der COS AG bei Primustronix, einer Online-Handelsplattform der Metro-Gruppe. Die Online-Vermarktung von gebrauchten Rechnern soll so angekurbelt werden, doch letztendlich scheitert die Remarketing-Strategie
  • 2001: Aus der P&T GmbH wird die COS Distribution AG; Firmengründer Paul muss das Unternehmen verlassen. Die von ihm mehrheitlich gehaltene Avitos, ein Konkurrenzunternehmen zu Primustronix, soll mit diesem verschmolzen werden. Die COS AG kündigt an, ihre Anteile am gemeinsamen Unternehmen auf 31,5 Prozent aufzustocken. Eine vollständige Übernahme wird zu diesem Zeitpunkt dementiert.
  • 2004: COS übernimmt im Juni 96 Prozent an der Avitos GmbH, die wieder aus der Primus-Online-Gruppe ausgegliedert wird. Daraus entstehen später die Avitos GmbH und Primustronix GmbH, die letztlich in die E-Logistics GmbH überführt wird
  • 2005: Einführung eines neuen ERP-Systems (SAP); in mehreren Jahresabschlüssen diverser COS-Gesellschaften ab 2006 wird eine „negative Geschäftsentwicklung“ als direkte Folge dieser Maßnahme dargestellt

Langsamer Abstieg

Langsamer Abstieg

  • 2006: Die Schweizer COS AG zieht sich aufgrund steigender Verluste zum Jahresende weitgehend zurück und verkauft im Rahmen eines Asset-Deals wesentliche Bestandteile der deutschen COS Distribution AG inklusive der Töchter Avitos GmbH und E-Logistics – vormals Primustronix – (Online-Handel) sowie – im Rahmen einer Firmenübernahme – die Topedo GmbH (Herstellung von Hardware der Eigenmarke) an die Tiscon AG, deren Mehrheitsgesellschafter seit Oktober 2005 die Arques AG ist; am 31.1.2007 wird der Verkauf abgeschlossen. Die Assets werden von bis dahin ruhenden Tiscon-Gesellschaften übernommen, die entsprechend umbenannt werden; die Bezahlung erfolgt in Aktien der Tiscon AG; diese werden auf die COS Distribution AG überschrieben (später in Cosorius AG umbenannt), die weiterhin zur schweizer COS AG gehört. Sie ist nach wie vor Eigentümerin der COS Memory AG sowie einer Minderheitsbeteiligung der Tiscon AG
  • 2007: Im Februar übernimmt die Tiscon AG zusätzlich den Distributor Chikara, dieser soll eigenständig bleiben; dies geschieht im Rahmen der Strategie „Buy & Build“, derzufolge ein europäischer IT-Distributor aus den zugekauften Unternehmen geformt werden soll. COS übernimmt die Marke Typhoon von der insolventen Anubis
  • 2007: Im September kauft Tiscon-Mutter Arques mit Actebis Peacock einen weiteren Distributor, im November folgt der TK-Disti NT plus, der der Actebis-Gruppe zugeschlagen wird; Spekulationen werden laut, ob Tiscon/COS ebenfalls in Actebis integriert werden
  • 2008: Arques-Chef Michael Schumann und Tiscon-Vorstand Michael Krings betonen im Mai beim Interview mit IT-BUSINESS, dass die Unternehmen sich gut entwickeln und Arques‘ Strategie ein längerfristiges Engagement vorsehen
  • 2009: Ab Anfang Februar kommt es aufgrund gekürzter Kreditlimits und mangelnder Liquidität zu Lieferproblemen bei der COS; Schumann wird von Arques geschaßt. Nun sucht der Sanierer doch einen Käufer für die Tiscon-Gruppe – und das Unheil nimmt seinen Lauf

Wie es zu den Turbulenzen der vergangenen Wochen kam, lesen Sie auf der folgenden Seite.

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