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Definition Corona Tracing App - Funktion und Nutzen

| Autor / Redakteur: pianogod / Sylvia Lösel

Die Corona Tracing App ist eine von der Bundesregierung beauftragte und herausgegebene Anwendung für Smartphone-Nutzer in Deutschland. Mittels anonymisierter ID erfasst das Smartphone per Bluetooth potenziell Infizierte im Umfeld des Nutzers.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Die Corona-App lässt sich über die bekannten App-Stores oder das Robert-Koch-Institut herunterladen. Die Anwendung läuft im Hintergrund und setzt voraus, dass der Handynutzer Bluetooth eingeschaltet hat. In Abständen mehrerer Minuten erzeugt die App eine einzigartige ID, die für eine kurze Zeitspanne gültig bleibt.

Hält sich der Smartphone-Nutzer länger als 15 Minuten im Abstand von höchstens zwei Metern zu einer anderen Person mit der Corona-Tracing-App auf, werden die gegenseitigen IDs ausgetauscht. Durch die regelmäßige Erneuerung ist eine Anonymität des Nutzers gewahrt. Ortsdaten und andere persönliche Informationen werden hierbei nicht erfasst.

Wird ein Nutzer der App später positiv auf Corona getestet, können die lokal auf dem Smartphone gespeicherten Daten auf den Server der Entwickler hochgeladen werden. Dieser kann über die temporären IDs die jeweiligen Smartphone-Besitzer informieren, dass ein Kontakt bestand und ein Test auf den Corona-Virus zu empfehlen ist.

Wer hat die App entwickelt?

Die Anwendung wurde von einem Team aus führenden Wissenschaftlern und IT-Fachkräften entwickelt. Die Führung übernahm das Fraunhofer Institut für Nachrichtentechnik (Heinrich-Hertz-Institut). Basis der Anwendung ist eine PEPP-PT-Technologie, übersetzt Pan European Privacy Protecting Proximity Tracing. Zur Sicherstellung der Anonymität jedes Nutzers und Einhaltung aller Datenschutzvorgaben kam es zur Mitarbeit durch das Bundesamt für Sicherheit sowie des Bundes-Datenschutzbeauftragten.

Corona Tracing App und Datenschutz

Durch Verwendung temporärer IDs ohne Abspeicherung von Ortsdaten genügt die Corona Tracking App allen Vorgaben des Bundes-Datenschutzgesetzes und der DSGVO. Ursprüngliche Überlegungen, eine Abfrage von Funkzellendaten vorzunehmen, wurde aus Gründen des Datenschutzes frühzeitig verworfen. Dieses Vorgehen wäre zu ungenau gewesen und hätte durch Nachvollziehbarkeit des Aufenthaltsortes zu viele persönliche Informationen preisgegeben. In ihrer tatsächlich umgesetzten Version ist die Anwendung in puncto Datenschutz unbedenklich.

Nutzen der Anwendung individuell abwägen

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sollen wenigstens 60 Prozent der Bundesbürger die App herunterladen, um einen effektiven Beitrag gegen die Ausbreitung des Corona-Virus zu leisten. Eine Pflicht zu Nutzung der Anwendung gibt es nicht, jeder Bürger kann frei über Sinn und Zweck des Einsatzes entscheiden. Der Nutzen ist besonders für Personen gegeben, die beruflich oder privat regelmäßig mit anderen Menschen in Kontakt stehen und hierdurch eine höhere Gefährdung auf eine potenzielle Ansteckung aufweisen.

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