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Triumvirat in der Geschäftsführung Computacenter hat die Umstrukturierung unter hohem Druck abgeschlossen

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Sarah Maier / Sarah Gandorfer

Der britische Mutterkonzern des Kerpener IT-Dienstleisters Computacenter hat beschlossen, sich europäischer aufzustellen. Die Umstrukturierung brachte einige Veränderungen mit sich, sowohl in der Unternehmensstrukur wie auch auf personeller Seite.

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Computacenter ist unter anderem in Kerpen vertreten.
Computacenter ist unter anderem in Kerpen vertreten.
(Bild: VBM-Archiv)

Vergangenen Oktober hat sich die Computacenter-Gruppe entschieden, europäischer zu werden. Entsprechend hat der Konzern einige Funktionen seit Jahresanfang europaweit gebündelt. Dazu gehört die IT-Leistungserbringung, die nun in den drei Bereichen Group Operations, Group Commercial und Group Business Services aufgehängt ist. Die einzelnen Landeseinheiten kümmern sich in erster Linie um den Vertrieb, das Service Management und Consulting.

Auch auf der deutschen Führungsebene schlugen sich diese Veränderungen nieder. Statt eines CEOs gibt es nach dem Wechsel des ehemaligen CEOs Oliver Tuszik zu Cisco nun ein Triumvirat: Sprecher der Geschäftsführung ist Reiner Louis, er verantwortet zudem den Bereich Sales & Line of Business. Ihm zur Seite stehen Karsten Freihube, zuständig für Service Management, und Christine Haupt, die das Segment Consulting inne hat.

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Hoher Druck

Computacenter hat die Umstrukturierungen unter hohem Druck im ersten Quartal abgeschlossen. „Das ist vielleicht nicht nach dem Geschmack jedes Mitarbeiters“, gibt Louis zu. „Nun müssen sich diese Veränderungen setzen, denn wir können noch nicht davon sprechen, dass sie gefestigt sind. Außerdem gibt es noch nachlaufende Themen, die eines Finetunings bedürfen. Aber generell kann ich sagen, dass wir rund 90 Prozent von dem, was wir uns für dieses Jahr vorgenommen haben, bereits abgeschlossen haben.“

Die Unternehmensstrategie des Kerpener IT-Dienstleisters basiert auf einem drei Säulen-Konzept: Der „Supply Chain“, dort dreht sich alles um das Produktgeschäft und die darauf aufbauenden Services. Außerdem gibt es den Bereich „Professional Services / Consulting Services“ und der dritte Block ist „Managed-Services“. „An dieser Strategie hat sich auch durch die Umstrukturierung nichts geändert, weil wir schon zuvor in allen drei Bereichen erfolgreich waren“, erläutert der Sprecher der Geschäftsführung.

Im ersten Halbjahr konnte die gesamte Computacenter-Gruppe ihren Service-Umsatz um vier Prozent steigern. Gleichzeitig reduzierte sich der Umsatz im Bereich Supply Chain um zwei Prozent. In Deutschland sieht es allerdings etwas anders aus. Insbesondere im zweiten Quartal verzeichneten die Kerpener eine Verbesserung des Geschäfts. Der Supply-Chain-Umsatz stieg in diesem Zeitraum um 15 Prozent, während der Service-Umsatz konstant blieb.

„In den vergangenen Monaten haben wir hierzulande Einiges erreicht, auch wenn wir noch nicht da sind, wo wir hin wollen“, sagt Louis. „Nur noch wenige Service-Verträge stellen uns vor Herausforderungen und unabhängig von diesen entwickeln sich das Geschäft und die Margen eindeutig positiv. Entsprechend fokussieren wir uns wieder stärker auf den Gewinn neuer Service-Verträge. Diese können wir durch die Zusammenfassung unserer europäischen Erbringungsstrukturen und die Implementierung neuer gruppenweiter Service-Prozesse jetzt noch besser umsetzen.“

2012 wurden die Kerpener „vom eigenen Erfolg bei den Managed-Service-Verträgen eingeholt“. Mit den vielen Neuverträgen hatte man sich schlicht übernommen und musste die Sparte wieder auf Spur bringen. Das geschah unter anderem, indem neben Erfurt noch ein zweiter Service-Standort in Berlin eröffnet wurde. Dort sind nun 300 Mitarbeiter angestellt. „Bestimmte Dinge sind von unserer Seite nicht zu beeinflussen, denn der Kunde trifft die Entscheidung, wann er wo investiert“, so Louis. „Wir haben uns entschieden, diesen Weg mitzugehen und einige, in diesem Moment für die Bilanz schmerzhafte Investments zu tätigen.“ Der Geschäftsführer ist überzeugt, dass sich sowohl die Umstrukturierung wie auch diese Investments am Ende des Geschäftsjahres 2013 positiv auf das Ergebnis auswirken.

Zwei Stoßrichtungen

Die Rolle des Sprechers der Geschäftsführung ist zwar für Louis neu, doch bei Computacenter ist er ein alter Hase. Er freut sich über die neuen Herausforderungen. Hierzu zählen auch die Trends, die derzeit auf dem Markt im Kommen sind: „Hier stelle ich zwei Stoßrichtungen fest – einmal bei den Technologien mit Cloud, Big Data sowie künftig das Internet der Dinge und Industrie 4.0 und zum anderen in den Strukturen der Unternehmen. Bei dem letztgenannten meine ich die Frage, wer treibt die IT an, wie werden Entscheidungen getroffen? Es geht um die Rolle des CIOs der Zukunft“, erklärt Louis. Die Umsetzung wird beim Internet der Dinge sowie Industrie 4.0 wohl in den nächsten drei bis vier Jahren geschehen. Bis sich allerdings Standards entwickeln, wird es noch eine Weile dauern. Bei Computacenter ist man überzeugt, dass Deutschland hier eine Vorreiterrolle spielt und hat einen besonderen Fokus auf dieses Thema. □

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