Fokus auf Rechenzentrumsbetrieb, Infrastruktur-Management, Managed Print Services und Helpdesk Compass Gruppe trotzt den Downgrades der Kreditversicherer

Redakteur: Sarah Gandorfer

Insgesamt 20 Systemhäuser haben sich in der Compass Gruppe zusammengeschlossen. Gerade in einer Zeit, wo die Kreditlinien enger gefasst werden, ist es von Vorteil, dass die Holding zentral fakturiert. Auch bei den gewählten Schwerpunktthemen ist der Verbund gut aufgestellt.

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Dirk Henniges, Geschäftsführer der Compass Gruppe
Dirk Henniges, Geschäftsführer der Compass Gruppe
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Compass Gruppe ist ein Verbund aus 20 eigenständigen und gleichberechtigten IT-Dienstleistern. Dass diese Art der Zusammenarbeit nutzbringend ist für das einzelne Systemhaus, unterstreicht auch das lange Bestehen der Gruppe, die 1988 gegründet wurde. „Einer der Vorteile ist beispielsweise, dass die Holding nicht nur zentral reguliert sondern auch fakturiert. Damit hält sie alle Kreditlinien der Systemhäuser, so dass diese nahezu uneingeschränkt agieren können. Das ist vor allem bei großen Projekten sehr wichtig“, erklärt Dirk Henniges, Geschäftsführer der Compass Gruppe.

Auch unter einem anderen Aspekt gewinnt dieser Punkt an Bedeutung. In den kommenden Monaten veröffentlichen die Unternehmen ihre Bilanzen. Nach dem vergangenen, wirtschaftlich schwierigen Jahr wird diese bei vielen nicht so rosig aussehen. Gleichzeitig setzen die Kreditversicherer nach der Finanzmisere striktere Regeln beim Rating an. „Die Kreditversicherer werden die Jahresabschlüsse sehr genau ansehen und wohl einige Firmen runterstufen“, geht Henniges auf die daraus resultierende Problematik ein. „Gerade wenn es sich dabei um Systemhaus-Kunden mit langfristigen Verträgen handelt, wird es mit der Refinanzierung schwierig. Da bei uns das Kreditlimit aller Partner auf die Holding läuft, sind wir diesbezüglich gut aufgestellt.“

Das Jahr 2009 hat seine Spuren nichts desto trotz auch bei der Compass Gruppe hinterlassen. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum verzeichnete sie im vergangenen Geschäftsjahr einen bereinigten Rückgang im Einkaufsumsatz von neun Prozent. Laut dem Geschäftsführer ist allerdings Besserung in Sicht: „Im April konnten wir wieder eine Steigerung um 9,6 Prozent des Einkaufsumsatzes verbuchen.“

Lesen Sie auf der nächste mehr über die vier Schwerpunkte, die sich die Systemhausgruppe gesetzt hat.

Vier Fokusthemen

Derzeit hat sich der Systemhausverbund vier Schwerpunkte gesetzt: Den Rechenzentrumsbetrieb – oder „Cloud-light“, wie es Henniges mit einem Lächeln auf den Lippen formuliert – Infrastruktur-Management, Managed Print Services (MPS) und Professional Helpdesk. Letzteres ist eigentlich erst noch in Planung. Ziel ist es, einen gemeinschaftlichen Helpdesk auf Mittelstandsniveau anzubieten. Die Umgebung ist dabei virtuell, so dass der Kunde zentral anruft, aber dezentral mit den entsprechenden Spezialisten verbunden wird.

Beim Thema MPS sieht sich die Gruppe schon seit mehreren Jahren als Vorreiter. Mit dem „Fleet Cockpit“ existiert ein herstellerübergreifendes Konzept für das Verwalten von Druckern und Kopierern. Für die Analyse und Verwertung der Daten wurde ein eigenes Rechenzentrum eingerichtet. „Aktuell betreuen unsere Mitgliedsunternehmen knapp 16.000 Geräte von über 250 Kunden via Fleet Cockpit in unserem Rechenzentrum in Deutschland“, berichtet Henniges. „Die eigentliche Arbeit beginnt, wenn all diese Daten sortiert, bewertet und die nötigen Schlussfolgerungen daraus gezogen werden wie beispielsweise nötige Toner- oder Ersatzteil-Lieferungen.“ MPS erstreckt sich somit auch über das Outsourcing in ein externes Rechenzentrum sowie auf das Thema Infrastruktur.

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