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Intel Gen-8-Core-CPUs für Desktop-PCs

Coffee-Lake-Prozessoren von Intel

| Autor: Klaus Länger

Mehr Kerne für die Mittelklasse: Mit den Core-Prozessoren der achten Generation fällt die Quadcore-Grenze. Allerdings benötigen die Coffe-Lake-CPUs auch neue Mainboards.
Mehr Kerne für die Mittelklasse: Mit den Core-Prozessoren der achten Generation fällt die Quadcore-Grenze. Allerdings benötigen die Coffe-Lake-CPUs auch neue Mainboards. (Bild: Intel)

Intel bringt seine ersten Hexacore-Prozessoren für Mittelklasse-PCs auf den Markt. Die Core-Prozessoren der achten Generation mit dem Codenamen Coffee Lake lösen die Kaby-Lake-Baureihe ab und sollen sich der wachsenden Konkurrenz durch AMDs Ryzen-Prozessoren erwehren.

Wer bisher von Intel Prozessoren mit mehr als vier Kernen haben wollte, musste viel Geld in die Hand nehmen. Denn die gab es nur in Form der High-End-Prozessoren für Sockel 2011 und 2066. Kaby-Lake-Prozessoren wie der Core i7-7700K mit vier Kernen können zwar bei Spielen mit AMDs Ryzen mithalten, liegen aber in der Rechenleistung hinter den AMD-Prozessoren mit ihren sechs oder gar acht Kernen. Daher hat AMD auf dem Markt für Desktop-PC-Prozessoren erheblich Boden gut gemacht. So verkaufte beispielsweise der Online-Händler Mindfactory.de im August mehr AMD- als Intel-Chips.

Intels Espresso

Mit der Coffee-Lake-Baureihe will Intel diesen Trend wieder drehen. Der Chip-Hersteller bringt dabei zunächst die Modelle der oberen Preis- und Leistungskategorie auf den Markt. Das Top-Modell und damit der designierte Nachfolger des Core i7-7700K ist der i7-8700K mit ebenfalls „offenem” Multiplikator für umfangreichere Übertaktungsoptionen. Mit 3,7 GHz ist der Basistakt niedriger als beim Vorgänger (i7-7700K mit seinen 4,2 GHz). Dafür liegt der maximale Turbo-Takt mit 4,7 GHz ganze 200 MHz über dem des Vorgängers.

Zugelegt hat der Coffe-Lake-Prozessor auch beim Level-3-Cache, der nun zwölf statt acht MB groß ist. Unter dem Top-Modell ordnen sich i7-8700 mit 3,2 GHz Basis- und 4,6 GHz Turbo-Takt sowie die Core-i5-Modelle 8600K (3,6/4,3 GHz) und 8400 (2,8/4,0 GHz) ein. Die Coffe-Lake-i5-Modelle verfügen ebenfalls über sechs Kerne, aber sie beherrschen kein Hyperthreading. Zudem ist der L3-Cache nur 9 MB groß.

Im Gegensatz zu den „großen” Core-X-Prozessoren verfügen die Coffee-Lake-Modelle über eine integrierte Grafikeinheit, die Intel nun als UHD 630 bezeichnet. Sie arbeitet mit einer etwas höhere Taktfrequenz, als die HD 630 in den Kaby-Lake-Vorgängern. Nicht verändert habe sich auch die Zahl der PCI-Express-3.0-Lanes und die der Speicherkanäle: Es bleibt bei 16 Lanes und DDR4-Dual-Channel-Memory. Neu ist lediglich die Unterstützung von DDR4-2666 beim Speicher.

Die zusätzlichen Kerne sollen laut Intel ein gehöriges Plus an Leistung bringen. Die Firma aus Santa Clara nennt 25 Prozent höhere Frameraten bei Spielen wie Gears of War im Vergleich zu einem ähnlich ausgestatteten System mit einem Core-Prozessor der siebten Generation. Bei der Bearbeitung von 4K-Videos mit Adobe Premiere sollen die Coffee-Lake-Prozessoren laut Hersteller sogar um bis zu 32 Prozent schneller sein als ihre Vorgänger.

Core i3 mit vier Kernen

Neben den Sechskernern bringt Intel auch zwei neue Core-i3-Prozessoren auf den Mark. Der Hersteller reiht sie ebenfalls die Coffee-Lake-Familie ein. Dabei sind der i3-8350K und der i3-8100 die ersten Core-i3-Modelle mit vier Kernen. Den kleinsten Core-Prozessor gab es bisher nur als Dualcore-CPU. Die beiden CPUs mit 4,0 und 3,6 GHz verfügen über acht MB L3-Cache und ebenfalls die UHD-630-GPU. Einen Turbo-Modus gibt es beim Core i3 generell nicht. Im Gegensatz zu ihren direkten Kaby-Lake-Vorläufern mit zwei Kernen beherrschen sie kein Hyperthreading. Es bleibt also bei vier Threads – allerdings mit höhere Performance. Denn vier „echte” Cores liefern immer mehr Leistung, als zwei mit Hyperthreading.

14-Nanometer-Prozessoren

Für die Herstellung der Coffee-Lake-Prozessoren hat Intel den 2014 mit Broadwell eingeführten 14-Nanometer-Prozess ein weiteres Mal verfeinert. Ein 2-in-1-Convertible mit 10-Nanometer-Cannon-Lake-Prozessor zeigte Intel-CEO Brian Krzanich zwar schon auf der CES im Januar 2017, die Markteinführung wird aber erst gegen Ende des Jahres erwartet. Ob es auch Desktop-Prozessoren auf Cannon-Lake-Basis geben wird, oder ob Intel hier auf die bereits angekündigte, zweite 10-Nanometer-Generation mit dem Namen Ice Lake wartet, wird sich zeigen.

Der Erfolg von AMDs Ryzen hat die Strategie von Intel wohl etwas in Unordnung gebracht. So erfolgt die Einführung der Coffee-Lake-Prozessoren auch in Raten: Zunächst kommen die Top-Modelle von Core i7, i5 und i3 auf den Markt, also die Coffee-Lake-S-Versionen. Die meisten anderen Kaby-Lake-CPUs werden erst im ersten Halbjahr 2018 folgen. Das ist für den Handel aber gar nicht so schlecht, denn so können noch die lagernden Sockel-1151-Mainboards verkauft werden.

Die von Intel empfohlenen Verkaufspreise für die neuen Coffee-Lake-Prozessoren liegen nur wenig über denen für ihre Kaby-Lake-Vorgänger. Die ersten Straßenpreise der Online-Händler sind dagegen deutlich höher. Das hat aber wohl auch mit der derzeit noch schlechten Verfügbarkeit zu tun. Einen konkreten Liefertermin will kaum ein Händler nennen.

Neue Mainboards nötig

Intel nutzt für die Core-Prozessoren der achten Generation zwar weiterhin einen Sockel mit 1151 Pins, beschaltet diese aber anders als bei den bisherigen Sockel-1151-Mainboards. Daher ist ein einfaches Upgrade bestehender Rechner ohne neue Hauptplatine nicht möglich. Für die neuen Boards gibt es mit dem Intel Z370 derzeit nur einen Chipsatz. Da er das Top-Modell der neuen Chipsatz-Generation ist, sind die ersten Platinen für Intels neue Prozessoren auch eher in einem höheren Preisbereich angesiedelt. Beim Chipsatz hat sich im Vergleich zum Z270 nicht viel verändert. Einen integrierten USB-3.1-Gen2-Controller wie bei den AMD-Chipsätzen für Ryzen gibt es immer noch nicht. Hier müssen die Mainboard-Hersteller weiterhin einen zusätzlichen USB-Controller oder gleich Intels Thunderbolt-3-Chip auf die Platinen löten. Letzteres ist wohl auch der Grund für die Zurückhaltung seitens Intel.

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