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„Pauschale Verunglimpfung einer ganzen Branche"

Cloud-Verband verärgert über Schmäh-Award für die Cloud

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Katrin Hofmann / Katrin Hofmann

Dass die Schäfchen- zur Gewitterwollke wird, wie FoeBuD unter anderem mit Verweis auf den Patroit Act meint, will Bernd Becker, Vorstandssprecher von EuroCloud Deutschland_eco so nicht stehen lassen.
Dass die Schäfchen- zur Gewitterwollke wird, wie FoeBuD unter anderem mit Verweis auf den Patroit Act meint, will Bernd Becker, Vorstandssprecher von EuroCloud Deutschland_eco so nicht stehen lassen.

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„Undifferenziert“ und „pauschal“ habe die Bürgerrechtsbewegung den Negativ-Preis „BigBrotherAward 2012“ der gesamten Cloud-Computing-Branche verliehen. Das jedenfalls erklärt der Interessenverband der deutschen Cloud-Industrie EuroCloud Deutschland_eco.

Die Diskussion um Privatsphäre und Datenschutz anregen sollen die „BigBrotherAwards“, die seit dem Jahr 2000 in Deutschland von der Bürgerrechtsorganisation FoeBuD e.V. vergeben werden. Firmen, Organisationen und Personen, die „in besonderer Weise und nachhaltig die Privatsphäre von Menschen beeinträchtigen und persönliche Daten Dritten zugänglich machen“, müssen mit der fragwürdigen Ehrung rechnen.

Dass solch ein Negativ-Preis am vergangenen Freitag, den 13. April, an die Cloud verliehen wurde, hat nun die Anbieter auf den Plan gerufen.

Lässt doch die Jurybegründung von Rena Tangens kaum ein gutes Haar an dem IT-Modell. Es sei ein Trend, der Nutzern die Kontrolle über ihre Daten entzieht, der Datenschutz habe keine Priorität und eigentlich sei die Cloud ohnehin ein Rückschritt: „Vom intelligenten Personal Computer zurück zum dummen Terminal am Großrechner – nur dass das dumme Terminal jetzt ‚Smartphone‘ heißt und der Großrechner ‚Internet‘“, sagte Tangens. Vielleicht, so die Laudatorin, handle es sich bei der Wolke lediglich um eine „Datenkrake, die sich nur mit einer Wolke aus Tinte vernebelt“.

Ihr Ziel, die Diskussion anzuregen, haben die Macher des Awards wenigsten erreicht: unter anderem auch deshalb, weil eine Differenzierung in Private-, Public- und Hybrid-Cloud-Modelle ebenso unterblieb wie eine Analyse der Cloud-Hoster, die global oder aber tendenziell regional regional aufgestellt sind. „Die Branche ist verärgert“, erklärt Bernd Becker, Vorstandssprecher von EuroCloud Deutschland_eco und Vizepräsident EuroCloud Europe. Mit der Verleihung des Preises und der Begründung dazu unterstelle FoeBuD, dass jeder Cloud-Services-Dienstleister mit Kundendaten unseriös umgehe. „Genausogut könnte man die Automobil-Branche mit einem Anti-Award prämieren mit der Begründung, sie würde allen Autofahrern nach dem Leben trachten, weil man mit einem KFZ verunglücken kann“, so Becker weiter.

Selbstverständlich sei sicheres Cloud Computing auch unter den nicht optimalen rechtlichen Rahmenbedingungen – Stichwort ist hier der „Patriot Act“ – möglich. Einige Beispiele, dass Kundendaten an die US-Regierung weitergegeben würden – FoeBuD nennt Microsoft und Google – auf die gesamte Branche zu übertragen, greife zu kurz.

Gerade im Bereich Datensicherheit und der Einhaltung von Datenschutzanforderungen habe sich das Cloud-Angebot erheblich weiterentwickelt, Anbieter auf dem europäischen Markt hätten sich intensiv damit auseinandergesetzt, die behördlichen Vorgaben umzusetzen. Auch habe der Kunde durch ein umfangreiches Angebot Auswahlmöglichkeiten, so dass autonom entschieden werden könne, welche Services von welchem Anbieter genutzt werden und welche Kriterien auch die Nutzer dafür ansetzen.

Und nicht zuletzt sei zu bedenken, so Becker, dass gerade im Mittelstand das Datenschutzniveau der Rechenzentren „Welten hinter dem zurückliegt, was professionelle und seriöse Dienstleister ihren Kunden bieten“.

„Eine pauschalisierte Stimmungsmache gegen eine innovative Veränderung der IT-Service-Erbringung ist sachlich falsch, sie spiegelt jedoch auch die Problemlage bei der Einordnung des globalen Trends Cloud Computing wider“, so Becker. □

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