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HOSTING & SERVICE PROVIDER SUMMIT 2018

Cloud-Rechenzentren – Lenovo verfolgt eine offene Integration seiner Systeme

| Autor / Redakteur: Jürgen Frisch / Ulrike Ostler

Wie das Beispiel HPE zeigt, ist es nicht für jeden Hardwarehersteller interessant, Hyperscaler mit Rechnern zu beliefern. Wie stellt sich Lenovo auf?
Wie das Beispiel HPE zeigt, ist es nicht für jeden Hardwarehersteller interessant, Hyperscaler mit Rechnern zu beliefern. Wie stellt sich Lenovo auf? (Bild: Vogel IT-Medien GmbH)

Anlässlich des HOSTING & SERVICE PROVIDER SUMMIT 2018, bei dem DataCenter-Insider Medienpartner und Lenovo Sponsor ist, stellt sich Stefan Wiechers, Solution Architect bei Lenovo, einem Interview zu aktuellen Entwicklungen in Sachen Cloud-Rechenzentren, High Performance Computing und das Energiesparen in der IT.

Wie sehen bei Lenovo Hardware und Software für Cloud-Rechenzentren aus?

Stefan Wiechers: Bei der Hardware bündeln wir Server, Storage-Systeme Bandlaufwerke und Switches unter dem Portfolio „Think System“. Bei der Software nutzen wir neben eigenen Produkten auch Komponenten anderer Hersteller. Sucht ein Kunde beispielsweise eine Cloud-Lösung auf dem Stack von VMware, dann bieten wir unter dem Label „Think Agile“ ein fertig vorkonfiguriertes Paket an. Support leisten wir dabei nicht nur für die Hardware, sondern für den kompletten Stack.

Erwarten Sie, dass der Kunde dieses Bundle ohne große Änderungen einsetzt?

Stefan Wiechers: Das muss er nicht. Er kann auch nur bestimmte Komponenten nehmen, um damit seine vorhandene IT-Landschaft zu erweitern. Beim Azure Stack lautet allerdings die Vorgabe von Microsoft, dass der Kunde ein versiegeltes System bekommt, an dem er nichts ändert. Wir liefern dieses vorinstalliert, verkabelt und getestet. Die Validierung reicht bis hin zur Firmware und den Treibern. Über ein Install-Skript lässt sich dieses System sehr schnell in Betrieb nehmen.

Bare Metal Server fokussieren auf einen einzigen Tenant, während Virtualisierung Applikationen und Services von den physischen Ressourcen trennt, um sie nach Bedarf flexibel zuzuordnen. Welches Konzept verfolgt Lenovo hier?

Ergänzendes zum Thema
 
Lenovo auf dem Gipfeltreffen der Hosting & Service Provider

Stefan Wiechers: Da keine Lösung für alle Anwendungsfälle passt, sehen wir uns im ersten Schritt immer die Geschäftsprozesse und die IT-Services eines Unternehmens an. Auf dieser Basis erstellen wir dann ein Szenario, bei dem wir beispielsweise über eine Virtualisierungsschicht mehrere Tenants auf einem System hosten, während andere Services auf Bare Metal Servern laufen.

Server sind unser Brot- und Buttergeschäft. Bei der Virtualisierung unterstützen wir sämtliche marktgängigen Hypervisors, sowie On-Premise-Systeme, Cloud-Systeme und Hybrid-Clouds. Tenants kommen nicht nur bei Serviceprovidern zum Einsatz. Auch Unternehmen bilden damit die IT-Systeme für verschiedene Abteilungen ab.

Im Rahmen der Hyperkonvergenz wachsen Computing, Storage und Netzwerk eng zusammen. Wie geht Lenovo dieses Thema an?

Stefan Wiechers: Die Software dafür entwickeln wir nicht selbst, sondern wir bündeln die Lösungen von etablierten Herstellern wie Nutanix oder Datacore mit unseren Servern, Storage-Systemen und Switches, um ein hyperkonvergentes System bereitzustellen. Wir unterstützen Unternehmen auch dabei bestehende IT-Landschaften in Richtung Hyperkonvergenz zu erweitern.

Wie sieht bei Lenovo das Zusammenspiel mit den Servern von anderen Herstellern oder mit Geräten der Marke Eigenbau aus?

Stefan Wiechers: Wir freuen uns, wenn unsere Geräte zum Einsatz kommen, haben aber andererseits nur wenige Kunden mit einem sortenreinen Rechenzentrum. Überlappungen mit den Geräten anderer Hersteller gibt es immer, und diese unterstützen wir so gut es geht. Im Rahmen unserer offenen Architektur vernetzen wir unsere Management-Software „Xclarity“ über Schnittstellen, REST-APIs, Python Skripte oder Powershell mit den Management-Produkten anderer Hersteller. Über Schnittstellen und Plug-Ins unterstützen wir Lösungen wie „Ansible“, „Chef“, „Pucket“, „Red Hat Openstack“, Microsoft und VMware. Wir schotten uns nicht ab, sondern setzen auf eine offene Integration.

Wie geht Lenovo die Herausforderungen von Echtzeit-Computing, High Performance Computing und Künstlicher Intelligenz in Cloud-Rechenzentren an?

„Überlappungen mit den Geräten anderer Hersteller gibt es immer, und diese unterstützen wir mit einer offenen Architektur sowie mit Schnittstellen und Plug-Ins“, erläutert Stefan Wiechers, Solution Architect bei Lenovo.
„Überlappungen mit den Geräten anderer Hersteller gibt es immer, und diese unterstützen wir mit einer offenen Architektur sowie mit Schnittstellen und Plug-Ins“, erläutert Stefan Wiechers, Solution Architect bei Lenovo. (Bild: Lenovo)

Stefan Wiechers: Hier verfolgen wir verschiedene Ansätze. Für die Echtzeit-Datenverarbeitung setzen wir Think-System-Systeme ein, die für Grafikkarten von Nvidia zertifiziert sind. Dabei nutzen wir die Grafikprozessoren für Berechnungen.

Sollen die Daten mit künstlicher Intelligenz analysiert werden, dann haben wir in der Thin-Agile-Reihe eine fertige Cloudera-Lösung. Das ist ein vorab getesteter Stack, mit dem der Kunde einen Data Lake einrichten kann. Im Bereich High Performance Computing bauen wir gerade einen Cluster für das Leibniz-Rechenzentrum der bayerischen Akademie der Wissenschaften in München.

High Performance, künstliche Intelligenz und Kryptographie sind sehr Energie-intensiv. Welche Möglichkeiten zum Energiesparen verfolgt Lenovo?

Stefan Wiechers: Wer viel Performance haben will, muss auch in Strom investieren. Um den Energiehunger in Grenzen zu halten, zeigt der Energiemanager in Xclarity auf, welche Systeme gerade wie viel Strom verbrauchen. Systeme im Leerlauf lassen sich herunterfahren, sofern der dahinterliegende Geschäftsprozess dies erlaubt. Über die Konsolidierung seiner Systeme kann ein Unternehmen aktiv Energiekosten sparen.

Was machen Sie mit der Abwärme?

Stefan Wiechers: Den Wandlungsprozess von Strom in Wärme können wir nicht aufhalten. Wir schaffen aber Möglichkeiten, die Wärme anderweitig zu nutzen. Im Leibniz-Rechenzentrum haben wir wassergekühlte Systeme installiert. Das Wasser nimmt die Hitze an der CPU und an den RAM-Modulen auf uns führt sie aus dem System heraus. Der Betreiber kann diese Energie in einen anderen Kreislauf wie etwa das Fernwärmenetz einspeisen.

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