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Cloud Ecosystem lud zum „Summer Summit“ nach Düsseldorf Cloud-Lösungen, smart entwickelt und vermarktet

Autor: Florian Karlstetter

Rund 120 Gäste verzeichnete der Summer Summit des Cloud Ecosystem Ende Juni in Düsseldorf. Unter der Leitfrage, wie IT-Anwendungen zukünftig schneller entwickelt und bereitgestellt werden können, informierten sich Cloud Service Provider und Mitglieder der deutschen Cloud-Wirtschaft über Neuigkeiten in der Branche.

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Cloud Ecosystem e.V. lud zum Summer Summit, diesmal in die Europazentrale von Huawei nach Düsseldorf.
Cloud Ecosystem e.V. lud zum Summer Summit, diesmal in die Europazentrale von Huawei nach Düsseldorf.
(Bild: Frank Peters - ffpeters.de)

Das Summer Meeting des Cloud Ecosystem e.V fand diesmal in der Europazentrale von Huawei in Düsseldorf statt. Gastgeber Huawei steuerte auch gleich das erste Beispiel für smarte Cloud-Lösungen bei: Die Open Telekom Cloud entwickelt der chinesische Netzwerkausrüster und IT-Konzern gemeinsam mit der Deutschen Telekom. Jörg Welters, Huawei, CIO für das weltweite Cloud-Geschäft verwies vor dem Hintergrund der Digitalisierung darauf, dass es vor allem darum gehen müsse, der sich ändernden Grundhaltung der Menschen und der Unternehmen Rechnung zu tragen.

Hier komme der Cloud-IT die Rolle einer Technologie zu, die schnell und bedarfsgenau neue Lösungen bereitstellen müsse, um bessere Anwendungen und neue Geschäftsmodelle zu ermöglichen. Dies illustrierte Welters am Beispiel von AlphaGo, dem Computerprogramm, das im März 2016 unter temporärem Rückgriff auf Cloud-Ressourcen über genügend Rechenleistung verfügen konnte, um einen der weltbesten Go-Spieler zu besiegen.

IT-Infrastruktur aus der Public Cloud und auf OpenStack-Basis

Damit deutsche Unternehmen in ähnlicher Weise von der Cloud profitieren können, organisieren die Deutsche Telekom und Huawei ihr Infrastrukturangebot als Public Cloud Modell. Rechenleistung, Netzwerk und Speicher basieren hier auf der OpenStack-Technologie, die in Kombination mit der Huawei FusionCloud eine einfache und plattformübergreifende Integration von Anwendungen bzw. ein individuelles Schnittstellenmanagement erlauben.

Für die Deutsche Telekom ergänzte Referent Thomas Aschenbrenner, Director Sales & Marketing, Infrastruktur sei so nicht nur einfach, sondern auch sicher und günstig zu beziehen: per Konfiguration im Self-Service, bereits für weniger als 20 Cent pro Stunde, aus deutschen Rechenzentren, mit deutschen Datenschutzsstandards und von einem deutschen Vertragspartner.

Weitere Praxisbeispiele kamen von der Integrationsplattform Elastic.io, IBM Bluemix und der einfachen Orchestrierung von Anwendungen sowie von CAS Software mit einer praktischen Entwicklungsfunktion nach dem Drag-and-Drop-Prinzip (Details zu den einzelnen Beispielen siehe Kasten).

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Weitere Beispiele für die schnelle Bereitstellung von Infrastruktur und Anwendungen als Schlüsselfaktor für zukunftsweisende IT kamen von Elastic.io, IBM und CAS Software.

Elastic.io: Integrationsplattform und Middleware für SaaS

So stellte Renat Zubairov, Gründer und CEO der Bonner Elastic.io, die von seiner Firma entwickelte Integrationsplattform für SaaS-Anwendungen vor. Elastic.io fungiert als Middleware mit einem Schnittstellen-Standard und hat bereits mehr als 450 Anwendungen integriert. Mit der „Integrationsplattform as a Service“ lassen sich neue Lösungen durch Kombination von bereits verfügbaren Spezialanwendungen entwickeln. Dies funktioniert in hybriden Infrastrukturen, systemübergreifend und auch im eigenen Branding des Anwenders.

Klares Bekenntnis zu OpenStack: IBM Bluemix

Den Ansatz der einfachen Orchestrierung von Anwendungen unterstützt auch IBM. Mit der IBM Bluemix Plattform lässt sich die Entwicklungszeit neuer Apps von einigen Monaten auf wenige Tage reduzieren, wie Felix Zalcmann, Cloud Offering Manager bei IBM Österreich, aufzeigte.

Über die IBM Plattform haben App-Entwickler zudem Zugriff auf Speziallösungen von IBM selbst, wie die kognitiven Lösungen von IBM Watson. Mit diesen können große Datenmengen so ausgewertet werden, dass Unternehmen Trends erkennen und frühzeitig aufgreifen können. Auch IBM setzt bei Bluemix auf OpenStack für das Infrastruktur-Management, um Entwicklern individuelle Anpassungen zu ermöglichen.

Eigenenwicklung mit CAS Software

Dass Agilität mit einer einfachen Handhabung einhergeht, ist die Überzeugung von Ludwig Neer, Vorstand von CAS Software. Der Spezialist für Kundenmanagement hat seine Cloud-Anwendung deshalb um eine Entwicklungsfunktion CAS SmartWe erweitert. Hiermit können Funktionen per Drag & Drop in weniger als 60 Minuten zu einer neuen Business-Anwendung zusammengestellt werden. Das ermöglicht es Vertriebspartnern und auch den Anwendern selbst, spezielle Anforderungen aufzugreifen und mit einer maßgeschneiderten Lösung im Interesse der Fachabteilungen zu beantworten.

Die IT-Abteilung in der Verantwortung

Eine weitere Podiumsdiskussion widmete sich den Konsequenzen, die mit der smarten Entwicklung von Cloud-Lösungen einhergehen. Unter der Moderation von Dr. Sebastian Ritz, Geschäftsführer der iNNOVO Cloud und Vorstand im Cloud Ecosystem gab es Übereinstimmung, dass die EDV-Abteilungen in den Unternehmen vor allem den „heutigen Wildwuchs einfangen und für ein sauberes Management der Lösungsbereitstellung einführen müssten“, wie Ralf Heineke von IBM es formulierte.

Cloud-Marktplätze als neuer Vertriebskanal

Neue Vermarktungsmöglichkeiten gibt es auch für die Lösungen der German Business Cloud. So präsentierte Frank Türling den Mitgliedern des Cloud Ecosystem fünf neue Kooperationspartner, über die in wenigen Wochen neue Cloud-Marktplätze angeboten werden. Um dies realisieren zu können, wurde eigens die Firma Basaas ins Leben gerufen, die selbst als Cloud-Service konzipiert die neuen Cloud-Marktplätze bereitstellt.

Ist eine Lösung in der German Business Cloud gelistet, wird diese dann auch automatisch über die Marktplätze der Kooperationspartner zu finden sein. Um in der German Business Cloud gelistet zu sein müssen die Lösungen spezielle, für den deutschen Mittelstand wichtige Qualitätskriterien erfüllen.

Ebenfalls unter dem Dach der German Business Cloud bietet das Cloud Ecosystem seinen Mitgliedern auch die Beteiligung an Messen und Marketingaktionen zu Vorzugskonditionen an. So ist ein gemeinsamer Stand auf der „IT & Business“ im Oktober sowie im November auf der „Cloud Expo Europe“ vorgesehen. Eine Messehalle der German Business Cloud soll es auf der „Einfach Online Arbeiten“, einer virtuellen Messe im November geben.

„Messeteilnahme as a Service“

Als weit fortgeschritten präsentierte Türling außerdem bereits die Planungen für die Teilnahme an der CeBIT 2017: Auf über 400 Quadratmetern Standfläche wird sich dort alles um die Themen Kooperation und Networking drehen. Der in Zusammenarbeit mit der CeBIT konzipierte Messeauftritt bietet den Mitgliedern mit „Präsentation Points“, „Meeting Cubes“ und auch „Private Lounges“ vielfache Möglichkeiten, von der Messe zu profitieren. „Die Besonderheit dabei ist, dass unsere Einrichtungen sowie Cloud-Angebote auch für wenige Stunden, für einen Tag oder mehrere Tage in Anspruch genommen werden können,“ erläutert Türling die Idee der „Messeteilnahme as a Service“.

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Über den Autor

 Florian Karlstetter

Florian Karlstetter

Chefredakteur, CloudComputing-Insider