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Die Anbieter sind gefordert

Client-Virtualisierung: Neues Schlagwort oder tragfähiges Konzept?

11.02.2011 | Autor / Redakteur: Matthias Kraus / Katrin Hofmann

Matthias Kraus, Research Analyst bei IDC in Frankfurt
Matthias Kraus, Research Analyst bei IDC in Frankfurt

Stand nach der Krise

Doch wird sich die Technologie jetzt durchsetzen oder ebbt die anfängliche Euphorie wieder ab? IDC ist diesen Fragen nachgegangen und hat Ende 2010 insgesamt 235 Unternehmen zum Thema Client-Virtualisierung befragt. Das wichtigste Ergebnis: Der Markt ist äußerst optimistisch, was die Bedeutung von Client Virtualisierung in der IT in den kommenden Monaten anbelangt. So gehen gut 60 Prozent der Befragungsteilnehmer davon aus, dass sich Client-Virtualisierung in den kommenden Jahren am Markt etablieren wird und 17 Prozent rechnen sogar damit, dass Client-Virtualisierung die Bereitstellung von IT grundlegend ändern wird.

„Markt wird an Fahrt gewinnen“

Diese positive Grundhaltung gegenüber Client-Virtualisierung lässt darauf schließen, dass der Markt in den kommenden Monaten deutlich an Fahrt aufnehmen wird. Und schon längst sind bei vielen Unternehmen Client-Virtualisierungsprojekte gestartet worden. So betreiben bereits insgesamt 46 Prozent der Befragungsteilnehmer Desktop-Virtualisierung. Vor allem große Unternehmen zeigen ein starkes Interesse an dem Thema, so haben 57 Prozent der befragten Unternehmen mit über 5.000 Beschäftigten erste Desktop-Virtualisierungslösungen im Einsatz, während es bei den Unternehmen mit 100 bis unter 200 Beschäftigten lediglich 26 Prozent sind. Führend sind dabei Unternehmen aus dem Bereich des Finanz- und Gesundheitswesen sowie Energieversorger.

Ein ganz ähnliches Bild zeigt sich bei der Applikations-Virtualisierung. Allerdings haben die meisten Unternehmen noch nicht endgültig entschieden, auf welche Technologie sie setzen werden. Hier ist aufgrund der Komplexität des Themas auch noch Aufklärungsarbeit der Anbieter gefragt. Zudem wünschen sich viele Unternehmen eine umfassende Beratung und Servicesangebote der Hersteller, wie etwa Implementierungsdienstleistungen oder Schulungsangebote.

Vorteile mittelfristig spürbar

Der Knoten scheint also geplatzt zu sein. Ein Grund hierfür ist auch im konjunkturellen Aufschwung zu sehen. In der Krise waren viele Unternehmen zurückhaltend mit Investitionen in IT und setzten auf Projekte mit kurzfristigen Kosteneinsparungen. Die Vorteile von Client-Virtualisierung ergeben sich hingegen meist auf mittlere Frist, gleichzeitig sind aber zunächst zusätzlich Investitionen notwendig. Dies dürfte viele IT-Entscheider von Investitionen in Client-Virtualisierung abgehalten haben. Inzwischen ist aber die Investitionsbereitschaft wieder merklich gestiegen. Gleichzeitig haben viele Unternehmen erkannt, dass sie im Bereich der IT mehr Flexibilität benötigen, um so für den Aufschwung, aber auch in kommenden Krisenzeiten, bestmöglich gewappnet zu sein und die Anforderungen des Business erfüllen zu können. Hier ist Client-Virtualisierung ein weiterer Baustein.

Anbieter sind gefordert

Allerdings gibt es durchaus noch ernstzunehmende Bedenken der Anwender gegen Client-Virtualisierung. Dies sind vor allem mangelnde Performance der Lösungen, hoher Implementierungsaufwand und -kosten sowie ein noch unklarer Nutzen für das Unternehmen. Dabei sticht vor allem die mangelnde Performance hervor. Hier müssen die Anbieter Überzeugungsarbeit leisten und klar die Leistungsfähigkeit ihrer Lösungen darstellen. Dabei darf aber nicht verschwiegen werden, dass es durchaus Anwendungsbereiche gibt, bei denen Client-Virtualisierung nur bedingt sinnvoll ist und an ihre Grenzen stößt, wie etwa im Falle von sehr leistungsintensiven Anwendungen. Anbieter sollten vor allem auf überzogene Kosteneinsparungs-Versprechungen verzichten.

Unsere Tipps für potenzielle Nutzer: Sie müssen sich genau darüber im Klaren sein, was Sie mit Client-Virtualisierung erreichen wollen und wie ihre Anwendungsszenarien aussehen. Dabei ist die Auswahl der für Sie richtigen Technologie kein einfaches Unterfangen und Sie sollten sich daher fachkundigen Rat einholen. Auch ein Blick auf die Umsetzung bei anderen Unternehmen kann durchaus hilfreich sein.

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