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Neues Architekturkonzept für Netzwerke

Cisco entwirft die Architektur für das Internet der Dinge

| Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Michael Hase / Michael Hase

Cisco zählt mit Jahreserlösen von fast 50 Milliarden Dollar zu den Schwergewichten der IT-Branche.
Cisco zählt mit Jahreserlösen von fast 50 Milliarden Dollar zu den Schwergewichten der IT-Branche. (Bild: Cisco)

Der IT-Konzern Cisco verspricht sich vom Internet der Dinge ein Milliardengeschäft. Denn die allumfassende Vernetzung erfordert schnellere, flexiblere und intelligentere Netze, die der Hersteller künftig liefern möchte. Ein Architekturkonzept dafür stellte Cisco jetzt vor. Auch die Partner sollen an dem Geschäft mitverdienen.

Der Energiemanagement-Spezialist Joulex hat in den USA eine Reihe von Coca-Cola-Automaten mit IP-Adressen ausgestattet. Damit überwacht der Getränkeriese nicht nur die Geräte, sondern kombiniert auch die so gewonnenen Daten mit Wetterprognosen, Veranstaltungskalendern und anderen standortbezogenen Daten, um daraus nützliche Informationen abzuleiten. Auf deren Basis steuert Coca Cola die Logistik des Automatennetzes. Obendrein regelt eine Joulex-Software die Kühlung der Geräte so, dass sie möglichst effizient mit Energie versorgt werden.

Joulex gehört seit dem Juli dieses Jahres zu Cisco. Der Branchenriese wurde auf das in München gegründete Startup aufmerksam, weil sich mit dessen Software der Energieverbrauch von im Netzwerk verbundenen Geräten messen, analysieren und steuern lässt – eine sinnvolle Ergänzung des klassischen Cisco-Portfolios. Zugleich erwarb der IT-Konzern mit der Joulex-Technologie auch zusätzliche Intelligenz, mit der sich die Vision für das Internet der Dinge weiter vorantreiben lässt (siehe auch das Interview mit Oliver Tuszik, Deutschland-Chef von Cisco).

Bei Cisco spricht man inzwischen schon vom „Internet of Everything“ und versteht darunter eine Welt, in der nicht nur PCs, Smartphones, Tablets oder Konsolen über das Netz miteinander verbunden sind, sondern nahezu alles, was sich mit einer IP-Adresse versehen lässt: Maschinen, Fahrzeuge, Haushaltsgeräte, Medizinprodukte, Gebäudetechnik oder eben Getränkeautomaten.

Riesenpotenzial für die IT

Die Marktforscher von Gartner schätzen, dass sich durch das Internet der Dinge für die IT-Branche bis 2020 weltweit ein zusätzliches Umsatzpotenzial von 309 Milliarden Dollar erschließen lässt. Dann werden mehr als 30 Milliarden Geräte miteinander verbunden sein. Den ökonomischen Mehrwert der allumfassenden Vernetzung beziffern die Analysten über alle Branchen hinweg gar auf 1,9 Billionen Dollar.

Von dem Trend verspricht sich auch Cisco ein Milliardengeschäft. Je mehr Geräte miteinander verbunden sind, desto mehr Daten werden über das Netz transportiert und desto mehr Netzwerk-Equipment wird schließlich benötigt. Aber dem Hersteller geht es um mehr. Er möchte künftig schnellere, flexiblere und nicht zuletzt intelligentere Netze liefern, als sie heute in Betrieb sind. Unter dem Label „Application Centric Infrastructure“ (ACI) stellte Cisco Anfang dieses Monats ein neues Architekturmodell vor, bei dem sich Anwendungen nicht mehr der Netzwerk-Infrastruktur anpassen müssen. Stattdessen sollen die Anforderungen der Anwendungen umgekehrt das Netzwerkverhalten bestimmen.

Vereinfachung des IT-Betriebs

Bestandteile der ACI sind der Application Policy Infrastructure Controller (APIC) – eine Automatisierungs- und Management-Appliance – und die neue Nexus-9000-Switch-Familie. Über offene Schnittstellen können Entwickler direkt auf die Management-Komponenten zugreifen. Als Cisco die Neuheit präsentierte, sparte CEO John Chambers nicht mit Marketingparolen. ACI werde die IT-Architekturen stärker umwälzen als jede andere Innovation, „die ich seit mehr als einem Jahrzehnt gesehen habe“, betonte der Topmanager. „Diese Technologien werden die Rechenzentren unserer Kunden für das nächste Jahrzehnt zukunftsfähig machen.“

Mit ACI zielt der IT-Konzern nach eigenen Angaben darauf ab, Netzwerk-, Compute- und Storage-Ressourcen – ob physikalisch oder virtuell – zusammenzuführen und als Einheit zu managen. Dadurch soll sich die Komplexität des IT-Betriebs drastisch reduzieren und die Bereitstellung neuer Anwendungen von Monaten auf Minuten verkürzen. Eine solche radikale Vereinfachung ist Cisco zufolge notwendig, weil durch Cloud, Big Data, Mobility und das Internet der Dinge die Anforderungen an die IT stetig steigen.

Ergänzendes zum Thema
 
Der Firmensammler

Wo Cisco in einigen Jahren stehen möchte, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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