Endgültige Orientierung nach Asien Chinesen wollen 3Com übernehmen

Redakteur: Harry Jacob

Der amerikanische Netzwerkhersteller 3Com soll in chinesische Hände übergehen. Der in Hongkong ansässige Investor Bain Capital Partners will das Unternehmen für 2,2 Milliarden US-Dollar übernehmen – unter tätiger Mithilfe von 3Coms Ex-Partner Huawei Technologies, ebenfalls ein chinesisches Unternehmen.

Anbieter zum Thema

Wieder einmal greifen chinesische Hände nach einem amerikanischen Unternehmen. Diesmal sind es Bain Capital und Huawei Technologies, die sich um 3Com bemühen. Und wieder einmal hat die amerikanische Regierung Bedenken, dass die Sicherheit des eigenen Landes leiden könnte.

Ähnliche Äußerungen gab es schon bei der Übernahme der PC-Sparte von IBM durch Lenovo, doch die war später ohne Beanstandungen genehmigt worden. Nach den jüngsten Hackerangriffen aus China, die nicht nur deutsche, sondern auch us-amerikanische Regierungsstellen im Visier hatten, könnten die dortigen Behörden aber sensibler reagieren, wenn das Netzwerk-Know-how der konkurrierenden Wirtschafts-Weltmacht scheinbar direkt zugänglich wird.

Dabei ist 3Com zwar ein amerikanischer Hersteller, hat aber seinen Fokus längst auf dem asiatischen Markt. Seit der Krise Ende der 90er-Jahre hat der kalifornische Netzwerkspezialist sein Geschäftsfeld deutlich reduziert und rund drei Viertel seiner Belegschaft entlassen. Den Auftakt machte im Jahr 2000 die Ausgliederung der Consumersparte, die unter dem Namen U.S. Robotics firmiert, und der Rückzug aus dem High-End-Geschäft, obwohl die 3Com-Produkte Corebuilder, Pathbuilder und Netbuilder zumindest in Europa einen guten Namen hatten.

In der Folge verlor 3Com in den westlichen Industriestaaten erheblich an Marktanteilen, den Hauptumsatz und -gewinn macht das Unternehmen inzwischen in Asien. Dazu trug auch das 2003 geschlossene Joint-Venture mit Huawei Technologies bei, das inzwischen unter H3C firmiert und seinen Sitz ebenfalls in China hat. Allerdings hatte 3Com Mitte 2005 zunächst die Mehrheit, Ende 2006 dann alle Anteile an der gemeinsamen Firma erworben.

Durch die Übernahme kommen 3Com und H3C nun wieder mit Huawei zusammen. Denn der Investor Bain Capital kauft nach Informationen aus den Finanzmärkten nur rund 80 Prozent an 3Com, knapp 20 Prozent soll Huawei übernehmen. Der Aufsichtsrat von 3Com hat den Aktionären empfohlen, das Angebot von Bain anzunehmen, das einem Preis von 5,30 Dollar pro Anteil entspricht – 44 Prozent über dem Schlusskurs des Vortages. Nur die Aufsichtsbehörden könnten nun noch einen Strich durch die Rechnung machen, doch damit rechnet kaum jemand.

Wissen, was läuft

Täglich die wichtigsten Infos aus dem ITK-Markt

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:2008036)