Suchen

Luftige Kühlung Centron will neues Rechenzentrum mit Außenluft kühlen

Redakteur: Ulrike Ostler

Die derzeit energiesparendste und effektivste Methode zur Kühlung von Rechenzentren ist unbestritten die direkte Außenluftkühlung. Als einer der ersten, kommerziellen Rechenzentrumsbetreiber in Deutschland setzt das IT-Outsourcing Unternehmen Centron aus Hallstadt direkte und konditionierte Außenluft zur Kühlung seines Rechenzentrumneubaus ein.

Firmen zum Thema

Rendering des Centron-Bürogebäudes mit angeschlossenem Rechenzentrum nach Architektenplänen.
Rendering des Centron-Bürogebäudes mit angeschlossenem Rechenzentrum nach Architektenplänen.
(Bild: Centron GmbH)

Im Jahr 1999 als Webhosting-Unternehmen gegründet, entwickelte sich Centron zwischenzeitlich zu einem breit aufgestellten Internet-Dienstleister. Zu den angebotenen Leistungen gehören Managed Server, die Bereitstellung von Clusterstrukturen, Virtualisierungstechniken und Rechenzentrumsleistungen. Centron betreibt ihre eigene Cloud Infrastruktur „ccloud“ als Iaas Lösung (Infrastructure as a Service). Über 2.000 Unternehmenskunden unterschiedlicher Branchen nutzen das Know-How und die ausgefeilten Technologien von centron, um ihre Projekte jeder Größe zu realisieren.

Der stetige Kunden- und Projektzuwachs sorgt dafür, dass angemietete Stellflächen in fremden Rechenzentren den hohen Qualitätsansprüchen der Centron Kunden nicht genügen. Um zudem den Datenschutz- und Datensicherheitsansprüchen gerecht werden können, betreibt centron aktuell ein Rechenzentrum in Nürnberg. Doch es ist absehbar, dass die Kapazitätsgrenze an diesem Standort in den kommenden Jahren erreicht wird.

Neues Rechenzentrum

Wilhelm Seucan, Geschäftsführer und Gesellschafter der Centron GmbH dazu: „Unsere Kunden vertrauen darauf, dass wir jederzeit genügend ausfallsichere Kapazitäten für ihre wachsenden Projekte bereitstellen sowie notwendige Reserven vorhalten. Dieser Umstand erfordert somit eine über viele Jahre vorausschauende Planung.“

Den Neubau eines Rechenzentrums bezeichnet er als den „nächsten logischen Schritt“ und setzt hinzu: „Wir haben uns bewusst für den Rechenzentrumsstandort Hallstadt entschieden.“

„Geographisch habe nichts gegen diesen Standort gesprochen. Auch die Umgebungs- und Sicherheitswerte bewegten sich innerhalb der Norm, so dass das Unternehmen eine Rechenzentrumslücke im Landkreis Bamberg/Oberfranken schließen könne. „Somit bringen wir unsere Verbundenheit der Region gegenüber zum Ausdruck“, sagt Seucan.

Sensationell niedriger Klimafaktor

Das Lüftungssystem im Rechenzentrum.
Das Lüftungssystem im Rechenzentrum.
(Bild: Centron GmbH)
Eines der Kernthemen bei der Planung eines Rechenzentrums ist das Klimakonzept. Centron zog verschiedene Technologien in Betracht, wie Grundwasserkühlung gekoppelt mit indirekter, freier Kühlung. Anhand der Effizienzwerte und Energie-Einsparungsmöglichkeiten wurde jedoch die Entscheidung zugunsten der direkten, freien Kühlung getroffen.

Dieses Kühlsystem ermöglicht im Jahresdurchschnitt einen 95prozentigen Betrieb mittels Nutzung der Außenluft ohne Kompressoren oder Pumpen. Es laufen lediglich EC gesteuerte Ventilatoren, die bis zu 100.000 Kubikmeter Luft pro Stunde austauschen können.

Dadurch lässt sich ein geradezu sagenhafter Klimafaktor von unter 1,08 erreichen. Dies bedeutet, dass bei einer Verbrauchsleistung von 100 Watt nur 8 Watt für die Kühlleistung benötigt werden.

DFC²: von Stulz

Schematische Darstellung des Luftflusses im Rechenzentrum bei Direkter Freier Kühlung
Schematische Darstellung des Luftflusses im Rechenzentrum bei Direkter Freier Kühlung
(Bild: Centron GmbH)
Centron nutzt für den Neubau des Rechenzentrums das System "DFC²" von Stulz. DFC² aus der Produktreihe "Cyber Air" nutzt die Außenluft zur Kühlung von Server-Räumen. Durch diese Energie-effiziente Art der Kühlung werden bis zu 80 Prozent weniger Betriebskosten für die Klimatisierung und somit eine deutliche Reduzierung der CO2 Emissionen erreicht.

Diese Verringerung der Betriebskosten reicht centron direkt an seine Kunden weiter, was aus Sicht der Kunden zu enormen Einsparungen in den monatlich variablen Stromverbrauchswerten führt.

(ID:39076290)