Studien des VDI und von Monster CeBIT-Umfrage: Fachkräftemangel belastet IT-Firmen

Redakteur: Katrin Hofmann

Die Lage am Arbeitsmarkt ist für IT-Fachkräfte hervorragend. Sie werden händeringend gesucht, aber mancher Betrieb geht dabei leer aus. Unter anderem welche Skills besonders gefragt sind, zeigen zwei anlässlich der CeBIT vorgestellte Studien.

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Die Suche nach passendem IT-Personal bereitet manchem Firmenchef Kopfzerbrechen.
Die Suche nach passendem IT-Personal bereitet manchem Firmenchef Kopfzerbrechen.

Eine „Lücke“ von 24.500 benötigten Informatikern im Verhältnis zu den verfügbaren Fachkräften meldet der Verein Deutscher Ingenieure. Demnach gab es im Dezember 2011 hierzulande 30.500 offene Stellen – ein Zuwachs von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dem standen etwa 6.000 arbeitslos gemeldete Informatiker gegenüber. Auch wenn sich „erfreulicherweise“ die Zahl der Studienanfänger und Informatik-Absolventen 2011 erhöht habe: „Dieser Zuwachs reicht nicht aus, um den Bedarf an IT-Fachkräften zu decken“, so Dieter Westerkamp, stellvertretender Leiter Technik und Wissenschaft im VDI.

Eine auf der CeBIT durchgeführte Umfrage des VDI unter 400 IT-Experten zeigt, dass manche Firma offenbar händeringend IT-Experten sucht. Nur rund ein Viertel der Befragten meint, dass die Verfügbarkeit von Spezialisten „gut“ oder „sehr gut“ ist. 31 Prozent sprechen von einer „schlechten“ Verfügbarkeit. 73 Prozent erwarten zudem, dass der Bedarf bis 2015 weiter steigt. Gesucht werden Fachkräfte vor allem für Software-Entwicklung, IT-Projektmanagement und -Sicherheit.

Suche nach Job-Kandidaten ist eine Riesen-Herausforderung

Auch eine ebenfalls anlässlich der CeBIT vorgestellte Studie der Online-Stellenbörse Monster in Zusammenarbeit mit dem Centre of Human Resources Information Systems (CHRIS) der Universitäten Frankfurt am Main und Bamberg kommt zu dem Ergebnis, dass IT-Experten fehlen. Gefragt wurden hierbei die 300 größten deutschen IT-Firmen. Zwölf Prozent dieser gehen davon aus, dass offene Stellen nicht vergeben werden können, weil ein passender Kandidat fehlt. Bei 44 Prozent der vakanten Jobs rechnen die Arbeitgeber zumindest mit Schwierigkeiten bei der Besetzung.

„Der Fachkräftemangel tobt in der IT mit am stärksten. Mehr als jede zweite offene Stelle kann nur schwer oder gar nicht besetzt werden, weil geeignete Kandidaten fehlen“ sagt Prof. Dr. Tim Weitzel vom Lehrstuhl für Informationssysteme in Dienstleistungsbereichen der Universität Bamberg.

Dementsprechend haben die IT-Firmen den Fachkräftemangel in der IT-Branche als den wichtigsten externen Trend für die Personalbeschaffung erkannt, gefolgt vom demografischen Wandel und dem Einsatz von Social Media. Als Top 3 der Schlüsselherausforderungen bezeichnen die Studienteilnehmer die Mitarbeiterbindung, Internes Employer Branding und Employer Branding.

Dieser Untersuchung zufolge finden in erster Linie Software-Entwickler und Consultants aktuell beste Voraussetzungen für die Jobsuche. Und das wissen die Kandidaten auch. Wirtschaftsinformatiker, Informatiker und Ingenieure blicken laut der Arbeitnehmerbefragung „Bewerbungspraxis 2012“ von Monster und CHRIS selbstbewusst auf den Arbeitsmarkt. Die Studienergebnisse zeigen, dass IT-Fachkräfte verglichen mit der Gesamtbevölkerung die Lage am Arbeitsmarkt besonders positiv bewerten.

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