Bilanz der Messe CeBIT übt bereits für 2008

Redakteur: Harry Jacob

Mehr Kongresse, mehr Besucher, mehr Ordervolumen – die CeBIT sieht sich wieder auf der Erfolgsstraße. Doch die Zahlen allein sind nur die halbe Wahrheit.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Erstmals seit dem Boomjahr 2001, in dem die Rekordmarke von 830 000 Besuchern gesetzt wurde, kann die Messe wieder mehr Besucher als im Vorjahr verbuchen. Bis 2006 war die Zahl auf gemeldete 450 000 gesunken (laut AUMA-Prüfung rund 434 000). Für dieses Jahr meldete die CeBIT 480 000 Besucher und sieht die Trendwende geschafft. Diese ist auch dem »veränderten Besuchermarketing« geschuldet, was schlicht bedeutet, dass mehrere zehntausend Karten mehr oder minder verschenkt wurden. Karstadt, Medimax und verschiedene Elektronikmärkte in der Region Hannover bundelten Billigartikel mit kostenlosen Eintrittskarten. Und mehrere Aussteller gaben gegenüber IT-BUSINESS an, dass sie Tausende von Freikarten bekommen hatten, teils praktisch kostenlos – nur die Versandgebühr für die Pakete wurde eingefordert. 50 000 Freikarten sollen unters Volk gebracht worden sein. Dementsprechend war das CeBIT-Gelände am Wochenende mit Konsumenten überfüllt. Doch laut Messe kamen auch 14 000 Fachbesucher mehr als im vergangenen Jahr.

Ebenfalls positiv für die Messe war das Ordervolumen, das in diesem Jahr auf 11 Milliarden Euro kletterte. Darin spiegele sich die anziehende Konjunktur wider, kommentierte Bitkom-Präsidiumsmitglied Harald Stöber, sowohl Privatkunden als auch Unternehmen investierten wieder mehr und die Messe habe dazu die richtigen Themenschwerpunkte gesetzt. Dies führte auch zu zufriedenen Gesichtern bei den Ausstellern. Die freuten sich überwiegend über höhere Kontaktzahlen, die gute Qualität der Besucher und konkrete Investitionsvorhaben der Gesprächspartner, die oft genug bereits auf der Messe in konkrete Aufträge mündeten.

Im Vorgriff auf das Konzept für 2008, das mehr Tagungen, Kongresse und Konferenzen vorsieht, war die Zahl dieser Veranstaltungen bereits dieses Mal auf über 1 000 gestiegen. Neben der politischen Unterstützung durch Kanzlerin Merkel und Wirtschaftsminister Michael Glos, die angesichts der deutschen EU-Ratspräsidentschaft die EU-Wirtschaftsminister nach Hannover gebracht hatten, waren unter anderem erstmals ein Telehealth-Kongress und die Konferenz »Magazin Media 2.0« im Umfeld der CeBIT angesiedelt. Das Programm soll 2008 noch deutlich erweitert werden und Hersteller zurückgewinnen, die seit Jahren nicht mehr auf der CeBIT ausstellen. Oracle wurde hier als Beispiel genannt.

Gelungene Verärgerung

Im Umfeld des künftigen Messekonzepts sorgte die Messe aber auch für Zornesfalten und ungläubiges Kopfschütteln bei den Ausstellern der Halle 1. Die älteste und größte Halle auf dem Hannoverschen Messegelände enthält etliche fest installierte Stände, beispielsweise von IBM, Brother oder – gerade neu gebaut – von Novell. Die sollen doch bitte abgebaut werden, ließ die Messe den Standverantwortlichen kurz nach CeBIT-Beginn ausrichten. Denn im kommenden Jahr würde sich das Ausstellungskonzept ja wesentlich ändern. Gespräche mit den Betroffenen sollen voraussichtlich im April geführt werden.

Zu den Neuerungen im kommenden Jahr zählen die Verkürzung auf sechs Messetage, die Platzierung auf den Zeitraum Dienstag bis Sonntag, ein deutlich erweitertes Programm von Tagungen und Konferenzen und die stärkere Ausrichtung auf Business-Besucher mit einem Drei-Säulen-Modell, das Händler und Handwerker, professionelle Einkäufer und Nutzer aus dem Bereich eGovernment umfasst. Außerdem wurde der Termin nach vorne gezogen. Die nächste CeBIT beginnt schon am 4. März 2008 und endet am 9. März.

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