Die CeBIT trotzt den sinkenden Fachbesucher-Zahlen und dem Flächen-Rückgang CeBIT 2010: Eine Messe sucht den Anschluss

Redakteur: Dr. Andreas Bergler

Die CeBIT setzt auch dieses Jahr ihren Schrumpfkurs fort. Als „Leitmesse der digitalen Industrie“ hat die Messeleitung das kommende Event ausgerufen. Zahlreiche neue Sonderschauen und Inhalte sollen den Rückgang der qualifizierten Besucherzahlen aufhalten.

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Die Flagge vom diesjährigen Partner-Land Spanien soll der CeBIT neue Farben einhauchen.
Die Flagge vom diesjährigen Partner-Land Spanien soll der CeBIT neue Farben einhauchen.
( Archiv: Vogel Business Media )

„Sprachlos und kalt, im Winde klirren die Fahnen.“ – Diese letzten Worte aus dem Gedicht „Hälfte des Lebens“ von Friedrich Hölderlin könnten auch die Stimmung beschreiben, die sich Besuchern und Standbetreibern auf der diesjährigen CeBIT wohl wieder bieten wird: Ratlosigkeit. Wird die CeBIT das halten, was einst sie versprach? Geht das Messekonzept noch auf oder muss sich der Messegänger, wie in der zweiten Hälfte des Hölderlin-Gedichts, die bange Frage stellen: “Weh mir, wo nehm ich…“ meine Leads und meine Projekte her?

Die Hälfte des Lebens, die Hälfte der CeBIT-Hallen, die Hälfte des Gewinns – so schlimm soll es nicht kommen. Das verspricht zumindest der Messe-Chef Ernst Raue in seiner Antwort auf eine Anfrage aus der Redaktion der IT-BUSINESS. Fakt ist, dass sich die Anzahl der belegten Hallen dieses Jahr gegenüber 2009 noch einmal deutlich reduziert hat. Es fehlen die Hallen 21, 24, 25 und 26, ein Teil der Halle 1 – seit 2008 nicht mehr belegt – findet sich im Plan als „Tagungsbereich Halle 2“. Der Großteil der Hallen ist also noch da, viele Aussteller aber seit langem nicht mehr. Vielleicht sind es die Standpreise, die trotz der kürzeren Messedauer nicht zurückgehen. Diese zu zahlen sind dennoch, laut Messe-Informationen, 4.157 Unternehmen bereit. Über 100 Unternehmen, darunter AMD, Sony Ericsson, und Trend Micro feiern sogar wieder ihr Comeback. Das ist ein nicht zu unterschätzender Erfolg der CeBIT angesichts des weltweiten Rückgangs bei Messen.

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„Viele Aussteller haben das Schwerpunktthema ‚Connected Worlds‘ in ihre Präsentationen eingebaut“, freut sich Raue. Fraglich bleibt, ob die „vernetzten Welten“ das Projekt CeBIT noch tragen – oder es gerade erübrigen. Die Hälfte des Erfolgs liegt in der Vernetzung. Liegt die andere Hälfte im Erzeugen von mehr Spektakeln?

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