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Weltgrößte IT-Messe muss massiven Aderlass verkraften CeBIT 2009 zählt 1.500 Aussteller weniger als im Vorjahr

Redakteur: Harry Jacob

Wenn sich am 3. März in Hannover die Pforten der CeBIT öffnen, werden die Besucher eine IT-Messe erleben, an der die Wirtschaftskrise deutliche Spuren hinterlassen hat. Im Vergleich zum Vorjahr geht die Zahl der Aussteller um mehr als ein Viertel zurück, die Ausstellungsfläche um ein Sechstel.

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Ernst Raue, Vorstand der Deutschen Messe AG und Chef der weltgrößten IT-Messe CeBIT, muss in diesem Jahr einen herben Rückgang bei den Ausstellerzahlen verkünden.
Ernst Raue, Vorstand der Deutschen Messe AG und Chef der weltgrößten IT-Messe CeBIT, muss in diesem Jahr einen herben Rückgang bei den Ausstellerzahlen verkünden.
( Archiv: Vogel Business Media )

1986 wurde die CeBIT erstmals als eigenständige Messe eröffnet. Zuvor war das »Centrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation« ein Anhängsel der Hannovermesse gewesen. In ihrem Jahr 1 umfasste die CeBIT eine Ausstellungsfläche von 202.885 Quadratmeter – und zu dieser Größe ist auch die CeBIT 2009 geschrumpft. Die Zahl von 4.300 Ausstellern, die laut Messe-Chef Ernst Raue in diesem Jahr erreicht wird, hatte die CeBIT vor 18 Jahren überschritten. 1991 waren es 4.614, nach 4.133 im Vorjahr.

Doch Raue gibt sich optimistisch. »Die CeBIT 2009 wird ein Zeichen gegen die internationale Krisenstimmung setzen«, so der Vorstand der Deutschen Messe AG, die die CeBIT ausrichtet. Er wertet die nun veröffentlichten Zahlen als Erfolg, angesichts der weltweiten Wirtschaftskrise. Denn nach wie vor ist die CeBIT die weltweit größte IT-Messe, die auch durch den Besuch internationaler Wirtschafts- und Politik-Prominenz geadelt wird.

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Wenig Licht, viel Schatten

Die Messe konnte 300 Unternehmen zurückgewinnen, die nach einigen Jahren Pause wieder ausstellen. Weitere 200 Unternehmen sind zum ersten Mal als Aussteller auf der CeBIT. Allerdings bleiben 2.000 Unternehmen in diesem Jahr Hannover fern. Darunter einige, die inzwischen Insolvenz anmelden mussten, aber auch viele, deren Marketing-Budgets komplett gestrichen wurden. Den größten Rückgang stellte die Messe im Bereich der IT-Hardware-Zulieferer fest, vorranging aus China, Hongkong und Taiwan.

Aber auch die Entwicklungen entlang einzelner Branchensegmente machen der Messe zu schaffen. So haben sich in diesem Jahr auch die letzten Druckerhersteller verabschiedet. Diese hatten früher alleine die 70.000 Quadratmeter große Halle 1 belegt, die inzwischen ausrangiert wurde. Zudem sollte die Zahl der Aussteller nicht überbewertet werden: immer mehr sind nur noch Juniorpartner auf einem fremden Stand. So haben etliche Hersteller ihre eigene Präsenz eingestellt und tauchen nun als Unteraussteller beispielsweise der auf der CeBIT vertretenen Distributoren auf.

Lesen Sie auf der folgenden Seite, mit welchen Einschränkungen mittelständische Besucher im kommenden Jahr rechnen müssen und welche hausgemachten Probleme die CeBIT noch lösen muss.

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