Good-Morning-Editorial vom 10.11.2017 Casablanca refueled

Autor: Wilfried Platten

Kurz vor dem Wochenende bietet unser wöchentliches Good-Morning-Editorial Stoff zum Träumen, Schimpfen, Diskutieren – oder einfach zum Schmunzeln.

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Ohne Worte: Das Handy reagiert auf Augenreflexionen.
Ohne Worte: Das Handy reagiert auf Augenreflexionen.
(Bild: Prof. Dr. Jens Grubert)

Ich habe einmal gelernt (Sie wahrscheinlich auch), dass nonverbales Verhalten authentischer ist als das gesprochene Wort. Gesten, Mimik und Körperhaltung verraten sehr viel mehr über Absichten, Stimmungen und Neigungen als verbale Äußerungen, die diese ja meist mehr oder weniger geschickt durch Rationalisierung zu verbergen versuchen. Da klingt es nur logisch, dass den chronisch neugierigen Konzernen, die mehr (um nicht zu sagen: alles) über uns und unsere geheimsten Wünsche erfahren wollen, das Mikrofon als Informationsquelle nicht ausreicht.

Nachdem wir dank Alexa, Siri und Konsorten jetzt unser Verbalverhalten freiwillig preisgeben (immerhin müssen wir nicht mehr die Fernbedienung drücken, um den Fernseher einzuschalten – was für ein Fortschritt) geht deshalb die Entlarvungsoffensive in die nächste Runde. So kann unser Smartphone demnächst über die Erkennung von Augenreflexionen bedient werden. Schau mir in die Augen, Kleines! Ich warte auf den Tag, an dem mein Handy mir von den Augen abliest, dass ich mir gerade eine neue Krawatte wünsche (dunkelrot mit silbernen Diagonalstreifen) und umgehend bei dem Lieferanten meines Vertrauens bestellt. Dann kann Alexa aber einpacken, oder?

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Über den Autor

 Wilfried Platten

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Chefredakteur, IT-BUSINESS