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AMD stellt auf der ISSCC die kommende APU-Generation vor Carrizo: AMD verspricht Stromsparwunder

Redakteur: Klaus Länger

AMD hat auf der International Solid State Circuits Conference (ISSCC) neue Details zur kommenden APU-Generation öffenlich gemacht, die derzeit unter dem Codenamen Carrizo entwickelt wird. Er soll trotz höhere Leistung um 40 Prozent sparsamer sein als die aktuelle Kaveri-Generation der Mainstream-APUs.

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Die kommende Carrizo-APU von AMD soll bei höhere Leistung um 40 Prozent sparsamer sein, als die aktuelle Kaveri-Generation.
Die kommende Carrizo-APU von AMD soll bei höhere Leistung um 40 Prozent sparsamer sein, als die aktuelle Kaveri-Generation.
(Bild: AMD)

Carrizo soll als Nachfolger der aktuellen Kaveri-Generation als Prozessor für Notebooks, All-in-One-Rechner und sparsame Desktop-PCs dienen. Hier denkt AMD wohl an das wachsende Segment der Mini-PCs. Erste Geräte mit Carrizo werden wohl im Sommer auf den Markt kommen.

Carrizo gehört wie schon Kaveri zur Gattung der SoCs: Bei dem neuen Prozessor hat AMD neben den CPU-Cores und der GPU auch den Chipsatz mit integriert. Bei Carrizo kommt eine neue Generation von CPU-Cores zum Einsatz, die den Codnamen Excavator trägt und nach Piledriver und Streamroller die dritte Weiterentwicklung der Bulldozer-Architektur darstellt. AMD bleibt damit den Baumaschinen als Namengeber treu: Ein Excavator ist ein Schaufelbagger.

Schlankheitskur für die CPU-Cores

Da Intel bei der reinen CPU-Leistung auf und davon ist, setzt AMD bei den neuen CPU-Cores auf eine möglichst niedrige Leistungsaufnahme: Sie sollen trotz höherer Leistung um 40 Prozent weniger Strom verbrauchen als die Steamroller-Cores in Kaveri - zur Kaveri-Generation gehören alle 7000er-Modelle der Serie-A-APU und FX-APUs.

Laut AMD sind die Excavator-Cores im Vergleich zu ihren Vorgängern um 23 Prozent kleiner. Das erreichte der Chip-Hersteller nicht durch den Umstieg auf eine neue Fertigungstechnologie, auch Carizzo wird weiterhin in einem 28-Nanometer-Verfahren hergestellt, sondern durch eine automatisierte Optimierung der Funktionsblöcke. AMD nennt das High Density Library Design. So ist ein Carrizo-Chip trotz 29 Prozent höherer Transistorzahl (nun 3,1 Milliarden) etwa genauso groß wie der Vorgänger Kaveri.

GPU mit eigener Stromversorgung

Die Grafikeinheit wird bei Carrizo unabhängig von den CPU-Cores mit Spannung versorgt. Damit kann das Powermanagement feiner geregelt werden. AMD hat dafür das Adaptive Voltage & Frequency Scaling (AVFS) eingeführt. Dabei erfassen zehn über jeden CPU-Core verteilte Sensoren neben der Leistung und der Temperatur auch die Spannung und die Taktfrequenz der einzelnen Funktionseinheiten. Das erhöht die Leistung und senkt den Stromverbrauch.

Corrizo unterstützt nun auch einen Low-Power-Standby-Modus, bei dem die meisten Funktionseinheiten des Prozessors abgeschaltet werden. Damit kann ein Corrizo-Rechner trotz extrem niedriger Leistungsaufnahme Daten wie Facebook- oder Twitter-Statusmeldungen aktuell halten. Intel-Prozessoren beherrschen diese Technik schon länger.

Die im Prozessor integrierte Radeon-GPU kann nun auch H.265-Videos enkodieren. Zusätzlich hat AMD gegenüber Kaveri die HSA-Fuktionen erweitert, Corrizo ist der erste voll HSA-konforme Prozessor überhaupt. Die Abkürzung HSA steht für Heterogenous System Architecture und bezeichnet eine Architektur, bei der die Kommunikation zwischen den CPU-Kernen und der GPU verbessert wird, etwa durch einen gleichberechtigten Zugriff auf den Hauptspeicher. Das beschleunigt beispielsweise Programme, die teilweise mittels OpenCL Rechenoperationen durch die GPU erledigen lassen, bei denen diese schneller als die CPU-Kerne sind. AMD setzt große Hoffnungen in HSA. Allerdings ist Software, die HSA konsequent nutzt, derzeit noch dünn gesät.

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