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Drahtlose Dienste erfordern einen Wechsel der Mobile-Backhaul-Technik Carrier Ethernet ist der Weg hin zu mobilen Breitbanddiensten

Autor / Redakteur: Tara Van Unen / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

iPhone, iPad & Co. zeigen den Trend an: das mobile Datenvolumen wächst rasant. Längst sind reine Sprachdienste nicht mehr das Problem in Sachen 3G/4G-Netzversorgung. Und hauptsächlich Video treibt den Breitbandhunger. Um diesem Trend auch langfrsitig gewachsen zu sein, müssen Provider ihre Mobile Backhaul-Netze auf eine neue technische Basis stellen: Carrier Ethernet.

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Die maximalen Datenraten in mobilen Netzen wachsen rasant und machen mehr und mehr auch die Übertragung von Video auf mobile Devices möglich.
Die maximalen Datenraten in mobilen Netzen wachsen rasant und machen mehr und mehr auch die Übertragung von Video auf mobile Devices möglich.
( Archiv: Vogel Business Media )

Im Dezember 2009 übertraf der weltweite Mobildatenverkehr erstmals das Sprachkommunikationsaufkommen – pro Monat wurden etwa 140.000 Terabyte gesendet. Der Mobildatenverkehr wuchs in den letzten beiden Jahren weltweit jährlich um 280 Prozent und soll sich voraussichtlich über die nächsten fünf Jahre jährlich verdoppeln.

Einige Industrieanalysten gehen sogar davon aus, dass in naher Zukunft fast drei Viertel dieses Datenverkehrs aus bandbreitenintensiven Video-Daten bestehen wird. Dieser Zuwachs bei den mobilen Breitbanddaten überlastet zunehmend die Backhaul-Netze

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Die mobile Datenübertragung wechselt derzeit zu den neuen drahtlosen Netzen der nächsten Generation, die Daten-, Video- und Sprachdienste ermöglichen. Die Dienstanbieter stehen dabei vor allem vor der Herausforderung, einen ausreichenden Mobile Backhaul bereitzustellen (also für die Anlieferung und das Abfließen der Daten an den Funkmasten zu sorgen), der den erhöhten Datenanforderungen gerecht wird.

Mobile Backhaul (siehe Abbildung 1) ist das Netz für den Transport des Funkverkehrs zwischen Mobilfunkstationen (BTS/Node-B) und Funknetzsteuerungen (BSC/RNC). Backhaul trägt entscheidend zu den hohen Kosten beim Ausbau und Betreiben eines Funknetzes bei –geschätzter Anteil an den Gesamtbetriebskosten: ca. 25 bis 30 Prozent. Um den stetig wachsenden Datenaufkommen gerecht zu werden, müssen die Betreiber ihre Netzwerke mit den kosteneffektivsten Backhaul-Technologien optimieren.

Das Problem mit TDM Backhaul

In der Vergangenheit haben TDM-Schaltkreise Basisstationen mit den regionalen Funknetzsteuerungen verbunden – was für reine Sprachsysteme oder Datenverkehr geringer Bandbreite gut funktionierte. Das rapide Anwachsen des mobilen Breitbandverkehrs hat jedoch die TDM-Schaltkreise überlastet, und die Anbieter sind jetzt nicht in der Lage, mit dem Aufwärtstrend beim Funkverkehr mitzuhalten.

Einfach weitere TDM-Schaltkreise hinzuzufügen, stellt letztlich keine Lösung dar, da die monatlich wiederkehrenden Kosten für ältere Backhaul-Technologien (PDH, ATM over PDH und SONET/SDH) bei erhöhtem Datenverkehr linear steigen. Der relativ geringe, über erweiterte Dienste erzielbare Durchschnittsertrag pro Benutzer (Average Revenue per User, ARPU) verhindert eine Weitergabe der wachsende Ausgaben auch an die Kunden.

Daher versuchen die Betreiber, zu paketbasierten Backhaul-Technologien mit IP und Ethernet zu wechseln, um die Kosten pro Bit zu verringern. Bei Verwendung von Carrier Ethernet für mobile Backhaul-Dienste können Betreiber große Bandbreitenerhöhungen bei ihren Mobilfunkstationen umsetzen, ohne dabei die Betriebskosten in die Höhe zu treiben. Denn durch einen Wechsel von TDM zu Ethernet können Betreiber die Kosten pro Verbindung erheblich senken; siehe hierzu auch Abbildung 2.

weiter mit: Der Sprung von Zeitmultiplex- (TDM) zu IP-/Ethernet-Backhauls

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