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Einschätzung von IDC

Capgemini wächst im ersten Quartal – und sucht neues Personal

10.05.2011 | Redakteur: Katrin Hofmann

Matthias Kraus, Research Analyst bei IDC in Frankfurt
Matthias Kraus, Research Analyst bei IDC in Frankfurt

Am 5. Mai veröffentlichte Capgemini das Ergebnis für das erste Quartal 2011. Mit einem weltweiten organischen Wachstum von 6,4 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2010 auf Basis konstanter Wechselkurse sowie einem Umsatz von 2,05 Milliarden Euro präsentierte der französische Anbieter für IT-Services, Consulting und BPO (Business Process Outsourcing) ein gutes Ergebnis.

Innerhalb Europas ist das Bild gemischt: Frankreich und Italien konnten Wachstum verzeichnen, wohingegen Großbritannien etwa auf gleichem Niveau wie zum gleichen Quartal des Vorjahres abschnitt. Capgemini stellte 9.000 Mitarbeiter ein und hat mit insgesamt rund 112.000 Mitarbeitern weltweit einen um 20 Prozent höheren Personalstand als noch vor einem Jahr. Über 41.000 Mitarbeiter der Capgemini-Belegschaft arbeiten jetzt Offshore, 33.000 davon in Indien.

Neues Personal erforderlich

Auch im projektbasierten Segment konnte der französische Services-Anbieter wieder zulegen. Die sogenannte „Utilization rate“ – also die Kapazitätsauslastung – beträgt im Bereich Consulting 68 Prozent und im Bereich Systems Integration sogar 79 Prozent und erreicht somit allmählich Obergrenzen. Die Fluktuations-Raten steigen in der konjunkturellen Aufschwungphase und damit auch der Druck, die Gehälter der eigenen Berater zu erhöhen. Wenn Capgemini sein Wachstum im Segment der projektbasierten Services profitabel fortsetzen möchte, ist also fast zwangläufig neues Personal erforderlich.

55 Prozent der Neueinstellungen des ersten Quartals hat Capgemini in Offshore-Ländern wie Indien vorgenommen. Ausreichend Offshoring-Kapazitäten und die Erfahrung bei der erfolgreichen Einbindung eines weltweiten Sourcing-Netzes sind inzwischen Voraussetzung, um die am Markt geforderten Preise im Bereich der Dienstleistungen rund um das Thema Application Management zu erzielen. Capgemini ist ihrem hohen Anteil von Offshore-Personal (37 Prozent) gut aufgestellt. Doch sind in der Vertriebs- und Umsetzungsphase die Berater vor Ort beim Kunden entscheidend, denn sie erkennen den Bedarf der Endkunden und sind maßgeblich für die enge Kundenbeziehung sowie den Erfolg eines Projektes verantwortlich.

Capgemini zieht insbesondere die Einstellung von Nachwuchskräften, die nach dem Studium bereits erste Erfahrungen im Berufsleben sammeln konnten, in Betracht. Derzeit dürfte dieser Weg aus Sicht von IDC der erfolgversprechendste sein, um den Ansprüchen an Umsatz- und Margenwachstum von Cagpemini gleichermaßen gerecht zu werden. Das Angebot von erfahrenen Beratern dezimiert sich stark und demensprechend steigen die Preise für etablierte Consultants.

Zeit ist reif für verbrauchsabhängige Angebote

Neben der Rekrutierung neuen Personals setzten viele IT Services Anbieter zusätzlich auf Angebote, die einen hohen IT-Industrialisierungsgrad aufweisen, das heißt möglichst automatisiert sind und als modulare Standard-Services angeboten werden. Den Anwenderunternehmen bieten sie zusätzlich Flexibilität durch den verbrauchsabhängigen Bezug von IT-Leistungen und der Möglichkeit, solche Dienstleistungen nach dem tatsächlichen Verbrauch abzurechnen. Die Zeit ist reif dafür, denn der Kostendruck für die Anwenderunternehmen bleibt erhalten und eine wesentliche Erkenntnis der vergangenen Wirtschaftskrise ist, dass der IT-Fixkostenblock viel zu hoch war.

Fazit

Capgemini vermeldet auch im projektbasierten Business wieder Wachstum. Um diese Entwicklung fortzuführen, sind vor allem qualifizierte Berater vor Ort beim Kunden erforderlich, denn Offshoring-Personal kann den Kundenkontakt vor Ort natürlich nicht ersetzen. Junge Consultants mit ersten Erfahrungen sind bei der Rekrutierung für Capgemini wie auch für viele andere Beratungshäuser derzeit die favorisierte Zielgruppe. Um den Wachstumspfad im Bereich projektbasierter Dienstleistungen profitabel zu beschreiten, sind noch weitere Maßnahmen erforderlich. Im Bereich Application Management haben modulare und verbrauchsabhängige Standard-Angebote einen Reifegrad erreicht, die es Anwenderunternehmen ermöglichen ihre IT-Kosten erheblich zu senken und zu flexibilisieren. Für IT-Services Anbieter wie Capgemini sind die standardisierten Angebote auch eine Antwort auf den zunehmenden Fachkräftemangel und den zunehmenden Preiskampf im IT-Services Markt.

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