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Organisation von Support, Sicherheit und Work-Life-Balance

BYOD fordert Technik und Menschen

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Peter Schmitz

Je nach Charakter nutzen Arbeitnehmer BYOD gern, zögernd oder leichtfertig.
Je nach Charakter nutzen Arbeitnehmer BYOD gern, zögernd oder leichtfertig. (LifeSize)

Bring Your Own Device (BYOD) ist nicht nur technischer Trend, sondern auch menschliche Herausforderung. Entscheidend ist die Waage zwischen Privatem und Freizeit sowie Beruflichem und Arbeitszeit.

Offenbar stellt BYOD größere Anforderungen an Anwender und Organisation als an die technische Infrastruktur von Unternehmen – das legen zwei jetzt unabhängig voneinander vorgestellte Statements der Hersteller Novell und LifeSize Communications (LifeSize) nahe. So meint Michael Kleist, Managing Director Central Europe bei Novell, dass sich eine strikte Trennung von privaten und geschäftlichen Daten auf einem mobilen Endgerät "noch relativ einfach lösen" lasse – und das inklusive Vorsichtsmaßnahmen gegen einen eventuellen Gerätediebstahl. "[D]eutlich schwieriger" werde es jedoch bei Organisationsstrukturen und Unternehmenskultur.

So stelle sich etwa die Frage, wie der Support für eine Vielzahl von Systemen unterschiedlicher Hersteller zu stemmen ist. Fraglich ebenso, ob die Unternehmens-IT auch bei privat genutzten Funktionen eines mobilen Endgerätes Hilfestellungen zur Problemlösung geben sollte. Ungeklärt ist auch, ob die immer und überall erreichbaren, mobilen Mitarbeiter zwingend einen 24-Stunden-Support brauchen, damit firmenspezifische Daten und Arbeitsprozesse nicht gefährdet werden.

Unterschiedliche Arbeitnehmertypen

Unternehmen müssten sich zudem mit verschiedenen Arbeitnehmertypen auseinandersetzen, meint LifeSize und skizziert die drei überspitzten Stereotypen "Trendsetter", "Konservativer" und "Sorgloser". Während der Konservative BYOD zunächst konsequent meidet und erst durch Schulungen oder Online-Trainings von den Effizienzgewinnen des Paradigmas zu überzeugen ist, stellt der Sorglose schnell ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko dar: "Was für den Anwender ein absoluter Mehrwert sein mag, erweise sich für IT-Verantwortliche schnell als Fallstrick – warnt LifeSize.

Tim Schütte, Sales Director für Zentral- und Osteuropa bei LifeSize, rät: "Offene, interoperable Lösungen erleichtern in einem zweiten Schritt die Anbindung an verschiedene mobile und Desktop-Betriebssysteme. Ebenso wichtig: eine sichere, zentral administrierbare Lösung, die sich etwa über unternehmensinterne App-Stores schnell und einfach beziehen lässt. Eine Unternehmenspolicy sollte rechtliche Fragen ebenso wie Verhaltensregeln, Supportleistungen, technische und organisatorische Punkte klären".

Überzogene Erwartungen

Für Arbeitnehmer bedeutet BYOD eine Gefahr für die Work-Life-Balance. Die könne laut Michael Kleist dann aus den Fugen geraten, wenn Arbeitsgeber erhöhte Erwartungen an ihre Angestellten stellen: "Die Technologie ist ja vorhanden, die eine Mail und das eine Dokument kann Mitarbeiter X dann ja wohl auch abends nochmal checken." Daher gelte es, anhand klar kommunizierter Erwartungen und strikter Grenzziehung vorzubeugen.

Kleist fasst zusammen: "BYOD erfordert die Auseinandersetzung mit der eigenen Unternehmenskultur und eine klare Wegweisung für die Mitarbeiter. Sonst ist das Konzept über kurz oder lang zum Scheitern verurteilt."

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