Good-Morning-Editorial vom 07.03.2017 Business as usual

Redakteur: Wilfried Platten

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Greyball soll Uber-Fahrer vor Kontrollen schützen. Bizarr.
Greyball soll Uber-Fahrer vor Kontrollen schützen. Bizarr.
(Bild: © industrieblick - Fotolia.com)

Mein Kollege Dr. Riedl hat hier gestern auf abstrakter Ebene die Konsequenzen disruptiver Technologien im Sinne Schumpeters skizziert, und dabei exemplarisch auch den Fahrdienst Uber angeführt. Konkret sieht das etwa so aus: Uber hat den Einsatz seiner illegalen „Greyball“-Software mit der Begründung verteidigt, sie richte sich gegen „Wettbewerber, die unsere Arbeit stören, oder Gegner, die bei „Undercover-Einsätzen“ mit den Behörden unter einer Decke stecken.“

Was ist denn das für eine martialische Geheimdienst-Rhetorik? Ich habe in der Schule mal gelernt, dass die freiheitliche Marktwirtschaft vom Wettbewerb lebt – nicht von Monopolen. Und Menschen, die mit Behörden zusammenarbeiten sind „Gegner“? Die Behörden, etwa die Polizei, damit gleichzeitig auch? Wo sind wir denn? Genauso gut könnte man umgekehrt fragen, wie weit eine solche Firma von einer kriminellen Vereinigung entfernt ist. Wobei, betrügerische Software, das kennen wir ja auch von der „Old Economy“, gerade auch aus dem automobilen Umfeld. Also doch alles Business as usual, oder?

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