EMC-Datenschutzindex

Beim Datenschutz macht den Deutschen keiner was vor

Seite: 3/3

Firmen zum Thema

Paradoxon 2: „Ich unternehme nichts“

Mehr als die Hälfte der Befragten gab an, bereits einmal ein Datenschutzproblem gehabt zu haben. Dazu gehören beispielsweise gehackte E-Mail-Accounts, verlorene oder gestohlene Mobiltelefone und gehackte Social-Media-Konten. Trotzdem unternehmen viele der Befragten nichts, um sich besser zu schützen: So ändern 62 Prozent der Umfrageteilnehmer nicht regelmäßig ihre Passwörter. Das gilt auch für 63 Prozent der Deutschen. Vier von zehn Befragten passen die Datenschutzoptionen in sozialen Netzwerken nicht an. in Deutschland liegt dieser Wert mit 27 Prozent im selben Bereich und 39 Prozent schützen ihre Mobilgeräte nicht mit einem Passwort – in Deutschland gilt dies sogar für 41 Prozent der Befragten.

Paradoxon 3: „Social Sharing“

Die Nutzung von Social-Media-Angeboten steigt stetig. Der Index zeigt aber, dass die Studienteilnehmer sozialen Netzwerken durchaus kritisch gegenüberstehen: So erwarten die Befragten, dass ihre Daten in sozialen Netzwerken in den nächsten fünf Jahren sehr schwierig zu schützen sein werden. Verbraucher denken, dass Unternehmen in Bezug auf den Schutz privater Daten in sozialen Netzwerken nur geringe Kompetenzen haben und wenig ethisch handeln. Nur 51 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Vertrauen in die Fähigkeiten der Anbieter haben, persönliche Daten zu schützen. 39 Prozent haben Vertrauen in die Datenschutzethik dieser Unternehmen. In Deutschland lagen diese Werte bei 59 und 46 Prozent.

Die breite Mehrheit der Internet-Nutzer (84 Prozent) möchte nicht, dass jemand über ihre Gewohnheiten Bescheid weiß, solange sie selbst diese Informationen nicht wissentlich freigeben.

Weniger Datenschutz erwartet

Das Vertrauen der Menschen in den Schutz ihrer Daten sinkt. So stimmen weltweit 59 Prozent der Teilnehmer der Frage zu, ob sich ihr Datenschutz im Vergleich zum Vorjahr verschlechtert habe.

In Brasilien und den USA hatten 71 beziehungsweise 70 Prozent der Teilnehmer das Gefühl, dass sie jetzt weniger Datenschutz genießen. In Deutschland hatten 50 Prozent der Teilnehmer dieses Gefühl.

Frankreich war das einzige Land, in dem weniger als die Hälfte (42 Prozent) der Befragten angab, weniger Datenschutz zu genießen.

Eine große Mehrheit von 81 Prozent der Befragten erwartet, dass der Datenschutz in den nächsten fünf Jahren weiter abnehmen wird. In Deutschland betrug dieser Wert sogar 88 Prozent. □

(ID:42749106)