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Virtuelle Welt braucht Steuerung Bei VMware, SWsoft und Novell stehen Automatisierungs-Tools auf dem Plan

Autor / Redakteur: Das Interview führten Katariina Hoffmann-Remy und Regina Böckle / Regina Böckle

Management-Tools zur Steuerung virtualisierter Systeme sind auf dem Vormarsch. Die Gründe dafür erläutern Marek Chroust von Novell sowie Uli Keller von SWsoft und Thomas Kühlewein von VMware gegenüber IT-BUSINESS.

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( Archiv: Vogel Business Media )

ITB: Welche technischen Entwicklungen können Partner und Anwender in den nächsten Jahren von Ihnen erwarten?

Chroust: Xen wird Einzug bei Microsoft halten. Systemmanagementwerkzeuge werden die verschiedenen Virtualisierungskonzepte unterstützen. Ingesamt wird sich die Virtualisierung auf Intel- und AMD-Hardware zum Standard entwickeln und als Basistechnologie angesehen werden.

Keller: SWsoft ist der einzige Anbieter, der mit Virtuozzo und den Parallels-Produkten die beiden Technologien Betriebssystem- und Hardware-Virtualisierung aus einer Hand bieten kann. Virtuozzo unterstützt die x86-, x64- und Itanium-Prozessoren für die Virtualisierung von Windows oder Linux. In Version 4 wird Virtuozzo Hochverfügbarkeits-Szenarien ermöglichen. Und virtuelle Maschinen unterschiedlicher Hersteller werden sich zentral mit SWsoft-Tools verwalten und steuern lassen.

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ITB: Welche Management-Tools sind heute unabdingbar und an welchen arbeiten Sie gerade?

Keller: Unabdingbar sind intuitive, zentrale Tools für die Verwaltung und Überwachung der einzelnen virtuellen Maschinen und der zugrunde liegenden Hardware. Für die Optimierung bietet SWsoft millionenfach bewährte Werkzeuge für die Automatisierung von Arbeitsabläufen wie Einrichtung, Live-Migration, Backup und Wiederherstellung an – sowohl mit eigenen Werkzeugen wie auch in Zusammenarbeit mit Partnern wie Acronis. In Zukunft lassen sich mit SWsoft-Tools auch die virtuellen Maschinen anderer Hersteller verwalten und steuern.

ITB: Wie ist bei Ihnen die Lizenzierung und die Wartung von Betriebssystem und Applikationen in virtuellen Umgebungen geregelt?

Keller: SWsoft hat beispielsweise ein Support-Abkommen mit Microsoft geschlossen und wird bereits in Kürze weitere interessante Neuigkeiten dazu veröffentlichen. Im übrigen ermöglicht Virtuozzo, hohe Managementkosten zu verringern oder gar nicht erst entstehen zu lassen: Im Gegensatz zu anderen Herstellern vereinfacht es das zentrale Management beispielsweise von Betriebssystem-Patches, die nur einmal auf dem Host eingespielt werden müssen und damit automatisch auch in den virtuellen Gästen installiert sind. Eine aufwändige Installation in jeder einzelnen virtuellen Maschine ist bei Virtuozzo also nicht notwendig – aber im Bedarfsfall mit wenigen Klicks machbar.

ITB: Wie sieht diese Lizenzregelung bei Novell aus?

Chroust: Xen gehört zum Lieferumfang von Suse Linux Enterprise 10. Ein Kunde braucht für seinen Server nur einmal Suse Linux Enterprise 10 zu lizenzieren und kann damit unbegrenzt virtuelle Instanzen des Produktes betreiben. Betriebssysteme anderer Hersteller werden wie auf normalen Servern lizenziert, das heißt für jede virtuelle Instanz muss eine Lizenz erworben werden.

Kühlewein: Die Lizenzierung des Betriebssystems in virtuellen Maschinen wird von den Betriebssystem-Anbietern bestimmt. Die letzten Jahre haben deutlich gezeigt, dass die Lizenzierungsbestimmungen der Betriebssystem-Anbieter Virtualisierung zunehmend unterstützen, wodurch unsere Kunden einen noch größeren Nutzen aus unserer Technologie ziehen können.

ITB: Welche Management-Tools sind heute unabdingbar und was plant VMware hier?

Kühlewein: Ohne Management-Tool geht es nicht. Es ist einer unserer großen Vorteile, dass wir bereits seit 2004 mit Virtualcenter ein Management-Tool anbieten, um virtuelle Infrastrukturen zu verwalten. VirtualCenter bildet auch den Kern der Virtual Infrastructure 3 und ist somit wichtig für Funktionen wie automatisierte Hochverfügbarkeit, Lastverteilung und Disaster Recovery. Virtualcenter wird kontinuierlich weiter entwickelt, um das effiziente Management virtueller Infrastrukturen auch in Zukunft sicherzustellen.

ITB: Welche Management-Tools sind bei Novell in Arbeit?

Chroust: Wir werden Tools vorstellen, die eine Automation ermöglichen und den Lifecycle der virtuellen Umgebungen abdecken.

ITB: Anwendungs-Anbieter gewährleisten nicht die volle Wartung von OS und Anwendung in virtuellen Umgebungen. Wie sollen Reseller mit dieser Situation umgehen?

Chroust: Novell gewährleistet volle Wartung für Suse Linux Enterprise 10 in virtuellen SLE10/Xen Umgebungen. Das heißt, wenn ein Virtual Machine Server und die Virtual Machine mit SLE10 betrieben werden, hat der Kunde Anspruch auf vollen Support, sofern er diesen erworben hat. Wir haben schon die ersten Independent Software Vendors gewonnen, um Zertifizierungen auf Xen-Gästen auszudehnen. Auch Microsoft unterstützt den Einsatz von Windows in Xen-Gästen auf Basis von Suse Linux Enterprise Server. Angesichts der steigenden Nachfrage von virtuellen Umgebungen sollten Reseller mehr Druck auf die Anwendungsanbieter ausüben, damit diese volle Wartung für ihre Produkte anbieten.

ITB: In welchen Einsatzbereichen bei welcher Zielgruppe ist der Einsatz von Suse/Xen angezeigt?

Chroust: In den Bereichen Serverkonsolidierung, Automation im Rechenzentrum, On-Demand-Business und überall dort, wo IT-Prozesse mit Service Level Agreements verbunden werden.

ITB: Wann sollte man besser auf ein anderes Produkt ausweichen?

Chroust: Unternehmen, die kleinere Infrastrukturen haben und wenig eigenes IT-Know-how besitzen, sollten noch etwas abwarten, bis die Managementwerkzeuge weiterentwickelt worden sind.

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(ID:2002199)