Open-Source-Software Behörden schüren das Feuer

Redakteur: Katrin Hofmann

Die Verwaltungen sind ein Treiber für die voranschreitende Nutzung von Open-Source-Software in Deutschland. Davon sollen Dienstleister profitieren können.

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Der Millionen Euro schwere Deal von Microsoft mit dem Linux-Anbieter Novell ist nur ein Indiz für die wachsende Relevanz von Open-Source-Software (OSS). Auch bei Marktforschungsunternehmen wie Gartner, IDC oder Techconsult gilt der Trend hin zu quelloffenen Lösungen als unumstritten. Das Beispiel der MySQL GmbH, der Dienstleistungen für die Open-Source-Datenbank anbietet, bestätigt die Marktzahlen. Wie Geschäftsführer Kaj Arnö unterstreicht, sei die Nachfrage in den vergangenen Jahren gewachsen. Während er die Öffentliche Hand als „genauso interessante und wichtige“ Zielgruppe für OSS „wie diverse Branchen der Wirtschaft“ einschätzt, steckt für IDC derzeit in Behörden besonders viel Potenzial.

Verbreiteter Einsatz

„Verglichen mit anderen Branchen ist die Verbreitung hier wesentlich ausgeprägter“, resümieren ebenso die Autoren der Fraunhofer-Studie „Open Source Software – Strukturwandel oder Strohfeuer?“. Für diese hat das angeschlossene Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) im Auftrag von IBM und Novell und der Wirtschaftsförderung Region Stutt-gart (WRS) deutsche Behörden und IT-Anbieter nach ihren Erfahrungen mit Open Source befragt. Knapp 80 Prozent von 115 untersuchten Behörden bundesweit beschäftigen sich demnach mit Einsatzmöglichkeiten von OSS, die meisten schon länger.

Für knapp 60 Prozent ist eine Umstellung, sei es eine Ergänzung, Ablösung oder Neueinführung ihrer IT-Infrastruktur Teil der längerfristigen Planung. Diese ist vorrangig darauf ausgerichtet, bestehende IT-Strukturen um quelloffene Anwendungen zu ergänzen (56 Prozent der Nennungen) – vor allem um Office-Software wie Open Office und hardwarenahe Lösungen wie Optionen für Telefonanlagen (Asterisk). Erst nach dem ergänzenden Einsatz folgt der Austausch von bestehender IT (23 Prozent) oder die Einführung neuer Anwendungen (21 Prozent). Die Ersatzbemühungen konzentrieren sich auf OS-Betriebssysteme und serverbasierte Anwendungen wie Backend-Komponenten, die als Basis für den Betrieb von Anwendungen genutzt werden (MySQL). Behörden, die neue Anwendungen erstmals aufsetzen, tun dies vor allem „im Bereich von Fachverfahren“, was laut Jochen Günther vom Fraunhofer-Institut behördliche Prozesse wie eine Melderegisterauskunft betrifft.

Zukünftig werde mit einer steigenden Verbreitung von OSS im öffentlichen Sektor gerechnet, wovon vermutlich in erster Linie regionale und nationale IT-Dienstleister profitieren: Rund 83 Prozent der Behörden haben bisherige OSS-Aufträge an Anbieter aus dem Umkreis vergeben. Oftmals preiswertere Freelancer oder international Firmen werden seltener in Anspruch genommen.

Hilfe von außen

Dienstleister ziehen die meisten Behörden (73 Prozent) hinzu, wenn es um die Projektdurchführung geht, bei Implementierung, Konfiguration und Anpassung. Zweitwichtigster Aspekt ist der Support, für den 62 Prozent Hilfe von außen anfordern. Danach folgen die Einführungsphase (61 Prozent) und die Konzeption (56 Prozent). Weniger der Befragten beziehen einen Dienstleister in der Vorprojektphase oder beim Betrieb der OS-Lösung ein. Das Fraunhofer IAO befragte 115 Behörden und 94 IT-Dienstleister. 38 von diesen vertreiben Open-Source-Software.

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