Verbesserungspotenzial vorhanden Barrieren für mobile Inhalte sind Kosten und Bedarf

Redakteur: Sarah Gandorfer

Die Asiaten sind Vorreiter in der Nutzung mobiler Angebote, während Deutschland weltweit im Mittelfeld liegt. Schuld daran sind laut Marktanalysten undurchsichtige Preismodelle und fehlender Bedarf.

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Noch werden klassische Endgeräte der Nutzung von Mobilfunk vorgezogen.
Noch werden klassische Endgeräte der Nutzung von Mobilfunk vorgezogen.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Deutschen nutzen ihr Handy fast ausschließlich für Telefonie, SMS und Fotos und das, obwohl beinahe jedes neue Handy die technischen Vorraussetzung für weitere Dienste bietet. Zu diesen seltener gebrauchten Anwendungen zählen Radio, Fernsehen, mobiles Internet und Bezahldienste. So wird Radio erst von 16 Prozent der Mobilfunknutzer über Handy gehört. Gerade einmal 14 Prozent surfen per Mobiltelefon im Internet. Das jedenfalls war das Ergebnis einer Studie von TNS Infratest.

Fragt man die Bundesbürger nach den Gründen für die verhaltene Nutzung mobiler Inhalte, führt dieser in erster Linie die als zu hoch empfundenen Kosten, sowie der fehlende Bedarf an. Oft, wie beispielsweise beim Mobile-TV, werden andere Endgeräte bevorzugt. Noch stellen die meisten außerdem die Qualität der Dienste in Frage, beispielsweise die Bildauflösung beim Handy-Fernsehen. Vor allem in der Anfangsphase können die neuen Angebote, gemessen an der technischen Qualität, mit den klassischen Endgeräten nicht mithalten. Auch reicht vielen Befragten das Surfen über den PC aus. Sie geben an, kein Interesse am mobilen Internet zu haben. Wer diesen Dienst jedoch nutzt, macht dies hauptsächlich aus beruflichen Gründen.

Transparenz gewünscht

Ein erhebliches Verbesserungspotential besteht im Hinblick auf die Abrechnung der Angebote. Die Konsumenten wünschen sich einfachere und transparentere Preismodelle. Viele können bei einer Abrechnung nach Zeit oder Datenmenge die Kosten nicht abschätzen und scheuen deshalb eine intensive Nutzung. Flatrates werden häufig als ideale Lösung genannt. 43 Prozent der User von öffentlichen Internetseiten wünschen sich eine Flatrate und nur 16 Prozent eine nutzungsabhängige Berechnung. In der Praxis sieht es allerdings anders aus: Erst 13 Prozent haben eine Flatrate und bei 41 Prozent erfolgt die Abrechnung nach genutzter Datenmenge.

»Die Handynutzer müssen mehr an die neuen Anwendungen herangeführt werden, und der Zugang sollte ihnen so leicht wie möglich gemacht werden«, rät Robert Wieland, Geschäftsführer der TNS Infratest InCom. »Oft fehlt es an der nötigen Kenntnis, um den Zugang zu neuen Möglichkeiten zu finden«, gibt Wieland zu bedenken.

Voraussichtliches Wachstum

Wachstumspotenzial sieht TNS Infratest beim Radio und Internet. Gefragt nach ihrer zukünftigen Planung, wollen 22 Prozent in den nächsten 12 Monaten Radio über Handy hören. Für 17 Prozent ist die Nutzung öffentlicher Internetseiten über Mobilfunk sehr interessant. Das Bezahlen per Handy ist für 18 Prozent eine Option. Momentan ist diese Bezahlmöglichkeit eher ein Ausnahmefall. Allerdings geben 16 Prozent der Befragten Sicherheitsbedenken bei mobilen Bankgeschäften an.

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