03.06.2019
„Grünes” Design für eine nachhaltigere Welt
Die so genannte Öko-Innovation wird für Hersteller, die aktuellen Trends folgen und Kundenanforderungen erfüllen wollen, entscheidend. Axis legt den Schwerpunkt zunehmend auf grünes Design.
Die so genannte Öko-Innovation wird für Hersteller, die aktuellen Trends folgen und Kundenanforderungen erfüllen wollen, entscheidend. Axis legt den Schwerpunkt zunehmend auf grünes Design: durch den Einsatz von Recyclingmaterialien und den Abbau gefährlicher Stoffe, um im Einklang mit den Zielen der UN für nachhaltige Entwicklung verantwortungsvoll zu handeln.
Nachhaltigkeit gehört zu den derzeitigen Megatrends. Kein Wunder, denn der Klimawandel betrifft uns alle. Und da wir eben alle in unterschiedlichem Ausmaß Teil des Problems sind, können wir auch Teil der Lösung sein.
Wachsendes Kundenbewusstsein sowie der Druck durch Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und von der Industrie gesponserte Initiativen zur Durchsetzung strengerer Richtlinien für Hersteller treiben eine Änderung voran.
Auch die Ziele der UN für nachhaltige Entwicklung (SDGs) spielen eine unübersehbare Rolle. Viele Unternehmen unterstützen SDGs, indem sie Verantwortung übernehmen und proaktiver handeln, um ihr Geschäft nachhaltiger zu gestalten.
Die Auswahl nachhaltiger Materialien ist wesentlich
„Die Auswahl nachhaltiger Materialien gehört zu den Schwerpunktbereichen grünen Designs,” sagt Ausra Reinap, Senior Environmental Engineer, Axis Communications. „Wir bemühen uns, mehr Recyclingmaterialien einzusetzen und die Nutzung gefährlicher Stoffe in unseren Produkten zu minimieren.“
Ausra ist Mitglied der Axis Green Design Group, die bereits 2012 gebildet wurde, um die Umstellung des Unternehmens auf umweltfreundlichere Produkte zu unterstützen. Durch die Zusammenstellung verschiedener Kompetenzen aus Design, Umwelt und Qualität will die Gruppe das Umweltbewusstsein vertiefen und die Konstrukteure von Axis im Entwicklungsprozess motivieren.
Axis hat vier Aspekte der Öko-Innovation identifiziert:
- Materialauswahl
- Teiledesign optimieren
- Design for Manufacturing (DfM) optimieren
- Entsorgung optimieren
Den gesamten Produktlebenszyklus erfassen
2015 führte Axis die Green Design Evaluation Scorecard ein, um Designern bei der Integration von Umweltaspekten in den Produktentwicklungsprozess zu helfen. Ausra sagt: „Wir wissen, dass die Auswahl von Recyclingmaterialien eine Herausforderung darstellen kann, insbesondere solcher, die den in den USA und Kanada entscheidenden strengen UL-Normen entsprechen.”
Bei Axis gibt es eine Liste verbotener und eingeschränkter Substanzen, einschließlich sowohl solcher, die bereits gesetzlich geregelt sind, als auch solcher, die noch nicht eingeschränkt oder verboten sind, es jedoch wahrscheinlich in Zukunft sein werden. „Dazu gehören Weichmacher und bromierte / chlorierte Flammschutzmittel (BFR/CFR), und für uns ist es sehr wichtig, nicht einfach die Gesetzgebung abzuwarten, sondern eher einen Schritt voraus zu sein,” sagt Ausra.
Vom Material abgesehen
Das Gewicht ist zur Optimierung des Teiledesigns entscheidend. Weniger Material bedeutet weniger Ressourceneinsatz, aber auch weniger Umweltbelastung durch Transporte. Eine weitere Möglichkeit zur Optimierung des Teiledesigns besteht darin, die Anzahl der Schrauben zu reduzieren, oder sogar ganz ohne Schrauben auszukommen, beispielsweise durch den Einsatz von Schnappverbindungen.
Ebenso wichtig ist die Herstellungsweise des Produkts. Optimiertes Design for Manufacturing bedeutet, geeignete Oberflächenbearbeitung und Toleranzen vorzugeben, damit Abfall minimiert wird. Ausra betont, dass dies eine Gratwanderung sein kann: „Wir wollen unsere Prozesse optimieren, ohne jedoch die Qualität zu gefährden.“
Über die Produktnutzungsphase hinaus ist ein Design für optimale Entsorgung wesentlich. Leichtere Zerlegbarkeit vereinfacht Reparatur, Wiederverwendung und Recycling. „Im Optimalfall,“ sagt Ausra, „haben wir ein modulares Design, das einen zirkulären Ansatz zulässt. Wir verfolgen einige Initiativen und werten sie aus; wir arbeiten also daran.“
BFR/CFR-freie Produktentwicklung
Christian hat in einer frühen Projektphase - als die Zeichnungen fertig waren ‑ Listen aller spezifizierten Komponenten eingesammelt. Sie wurden zur Bewertung an die Umweltabteilung geschickt. Es stellte sich heraus, dass etwa 10 Prozent der Komponenten geändert werden mussten.
Entscheidend, Verantwortung zu übernehmen
„Auf der Suche nach Ersatz nahmen wir Kontakt zu Anbietern auf,“ sagt Christian. „Das größte Problem lag darin, dass wir damals keine geeigneten Tools zur Prozessautomatisierung hatten und deshalb alles manuell durchgehen mussten, was sehr zeitaufwendig war."
Da für drei Komponenten keine BFR/CFR-freien Alternativen zu finden waren und nicht mehr viel Zeit blieb, wurde beschlossen, das neue Produkt AXIS P1375 im Frühjahr einzuführen. „Das war aber nur der erste Schritt“, sagt Christian. „Wir entwickeln weiter, und ich bin zuversichtlich, dass wir in absehbarer Zeit eine noch nachhaltigere Lösung einführen werden.“
Ausra zieht die Schlussfolgerung: „Als Hersteller ist es heute entscheidend, Verantwortung für Nachhaltigkeit zu übernehmen, und grünes Design ist notwendig, um ein glaubhafter Anbieter zu sein. Axis hat sehr hoch gesteckte Ziele, und wenn wir Marktführer sein wollen, müssen wir unsere Umweltwirkung im gesamten Produktlebenszyklus reduzieren.”
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