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Canalys untersucht Cloud-Infrastrukturmarkt

AWS, Microsoft und Google sind weiter Hyperscaler

| Autor: Elke Witmer-Goßner

Die erfolgreichsten Cloud-Service-Provider bleiben AWS, Microsoft und Google.
Die erfolgreichsten Cloud-Service-Provider bleiben AWS, Microsoft und Google. (Bild: gemeinfrei © MichaelGaida - Pixabay / CC0)

Der weltweite Cloud-Infrastrukturmarkt ist nicht nur wegen seiner Wachstumsraten, sondern auch wegen der wachsenden Größe einer der wichtigsten Märkte der IT-Branche. Die Ausgaben stiegen im vierten Quartal 2018 wiederholt an – um 46 Prozent auf fast 23 Milliarden US-Dollar.

Die Gesamtausgaben für die Cloud-Infrastruktur lagen im Jahr 2018 bei über 80 Milliarden US-Dollar, wie der Analyst Canalys berichtet. 2017 waren es noch 55 Milliarden US-Dollar. Amazon Web Services (AWS) blieb auch in Q4/2018 der dominierende Cloud-Service-Anbieter, sein Anteil an den Kundenausgaben lag unverändert bei 32 Prozent. Microsoft Azure steigerte seinen Anteil gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um zwei Punkte auf 16 Prozent. Google Cloud erreichte zum ersten Mal 9 Prozent, während Alibaba Cloud seinen Anteil von 4 Prozent hielt. IBM, Salesforce, Oracle, NTT Communications, Tencent Cloud und OVH rundeten die Top 10 der Cloud Service Provider ab.

Die weltweiten Ausgaben für Cloud-Infrastrukturen und das jährliche Wachstum: Schätzung für das Gesamtjahr 2018.
Die weltweiten Ausgaben für Cloud-Infrastrukturen und das jährliche Wachstum: Schätzung für das Gesamtjahr 2018. (Bild: Canalys)

Die Marktdynamik hat sich in den letzten zwölf Monaten verändert, da sich immer mehr Unternehmen für Multi-Cloud- und Hybrid-IT-Umgebungen entscheiden, um die Stärken verschiedener Cloud-Service-Provider und Bereitstellungsmodelle in Abhängigkeit von Anwendungs- und Zusatzdatenanforderungen, Compliance, Kosten und Leistung zu nutzen, stellt Canalys fest. Cloud-Infrastruktur-Services bieten hierfür die nötigen Kernkomponenten, die zur Unterstützung der Digital-Transformations-Initiativen von Unternehmen erforderlich sind, um neue Kundenerfahrungen zu sammeln, IoT zur Transformation von Prozessen einzusetzen, große Datenmengen und Analysen für bessere Einblicke zu nutzen und maschinelles Lernen und KI für die Automatisierung einzubetten.

Vertrauen in Servicepartner setzen

Durch diese Trends gewinnt auch die Rolle der Channel-Partner für die stärkere Verbreitung von Cloud-Services an Bedeutung, insbesondere das Verständnis der Kundenanforderungen, die Empfehlung von Services, Bereitstellung und Integration sowie die Vereinfachung der Abrechnung und Verwaltung mehrerer Cloud-Services. Laut Canalys würden immer mehr Cloud-Dienstleister großen Wert auf den Aufbau von Vertriebsprogrammen legen, um das wachsende Netzwerk von Partnern jenseits der großen Systemintegratoren zu unterstützen, besonders wenn sie sich verstärkt auf mittelständische Unternehmen und KMU-Kunden fokussieren. Der Analyst geht daher davon aus, dass der Anteil des Cloud-Geschäfts, das von oder mit Channel-Partnern abgewickelt wird, im Jahr 2019 steigen wird. Cloud-Service-Provider müssten daher Wege finden, ihre eigene Differenzierung zu Partnern zu verbessern und die Reife ihrer Channel-Modelle zu erhöhen.

Künftig, so Canalys, werden sich Cloud Service Provider verstärkt auf Partner stützen mit speziellem Fachwissen rund um spezifische Cloud-Implementierungen wie SAP HANA, Analytics oder Security. Ebenso kommen mehr Partner ins Spiel, die einzigartige Services auf Basis von Cloud entwickeln, oder solche, die die Akzeptanz von Cloud Services bei Kunden fördern. Daher werden auch die Belohnungssysteme mehr und mehr auf diese Partner zugeschnitten sein.

Initiativen oder geänderte Bedingungen, die den Direktvertrieb fördern, sieht Canalys dagegen kritisch. Microsoft beispielsweise sei die derzeit dominierende Kraft im Kanal für Cloud Services durch den kontinuierlichen Ausbau seines Cloud Solution Provider (CSP)-Programms. Andererseits biete man aber Azure-Kunden durch das neue Microsoft-Kundenabkommen mehr Möglichkeiten zum direkten Einkauf. Daher werde die Partnerstrategie immer genauer unter die Lupe genommen: „Dies schafft eine Chance für Konkurrenten, die wachsende Unsicherheit unter den Microsoft-Partnern zu nutzen“, warnt Chef-Analyst Alastair Edwards.

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