Lukratives Geschäft mit der Heim- und Telefonvernetzung AVM verbindet DECT-Telefone mit der Fritzbox

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Der Berliner DSL-Router-Hersteller AVM stellt Händlern und Endkunden bereits die CAT-iq-Firmware bereit, die DECT-Telefone mit dem DSL-Router verbindet. Die Branche erhofft sich durch die neue Technologie weitere Impulse.

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Deutschland ist im Internet-Fieber. Und fast alle Befallenen nehmen ein Breitband-Antibiotikum namens DSL. Hierzulande sind inzwischen 20 Millionen Haushalte breitbandig vernetzt (Stand 2007), wobei allein im vergangenen Jahr 25 Prozent hinzu kamen. 19 Millionen Anschlüsse sind auf DSL-Basis. Eine Million sind breitbandig über ein Kabelmodem in Internet. 50.000 via Satellit und lediglich 10.000 via Powerline.

Inzwischen verfügen 50 Prozent der Haushalte über einen Breitbandanschluss, was zur Folge hat, dass die Zahl der Festnetzanschlüsse sinkt, denn 20 Prozent der Breitbandnutzer verwenden Voice-over-IP. Und die Anzahl steigt.

Nachdem die Telekom zur Bereitstellung entbündelter Breitbandanschlüsse verpflichtet wurde und verschiedenste Angebote unter so klingenden Namen wie »All IP«, »Naked DSL« oder »Call & Surf IP« angeboten werden, wird der Markt gehörig durcheinander gewirbelt. Ganz vorne mit surft auf der DSL-Welle das Berliner Unternehmen AVM, das mit seiner Fritzbox und einer ausgefuchsten Vermarktungsstrategie über DSL-Anbieter seit Jahren deutsche DSL-Geschichte schreibt.

AVM integriert CAT-iq

Nun hat das 1986 in Berlin gegründete Unternehmen erneut in die VoIP-Kerbe geschlagen: AVM zeigt, wie herkömmliche DECT-Schnurlostelefone an die Fritzbox Fon WLAN 7270 angebunden werden, inklusive der Zusatzfunktionen Makeln, Anklopfen, Rufumleitung und Dreierkonferenz. Die Fritzbox versteht damit ISDN, VoIP, DECT und Signale über analoge Anschlüsse. Die verschiedenen Standards können frei kombiniert werden, was den Vorteil eines zentralen Telefonbuches mit sich bringt. Die Einbindung von DECT-Telefonen ins Breitband ermöglicht vom Signalprotokoll her der neue Standard CAT-iq (Cordless Advanced Technology – internet and quality), der als Firmware-Erweiterung aufgespielt wird.

AVM verkaufte 2006 etwa vier Millionen Fritzboxen, 2007 waren es schon über fünf Millionen. Der Umsatz stieg parallel von 240 auf 280 Millionen Euro.

Möglichkeiten von CAT-iq

Mit CAT-iq lassen sich neue Anwendungen wie Internetradio oder RSS-Feeds bei Schnurlostelefonen nutzen. Gleichzeitig wird durch eine höhere Bandbreite die Sprachqualität verbessert. Ein weiterer Vorteil von CAT-iq ist die bessere Kompatibilität von Geräten verschiedener Hersteller. Die bei CAT-iq vorgesehene Adapted-Power-Control-Technologie bietet zusätzlich Möglichkeiten zur Energieeinsparung.

Der Standardisierungsprozess von CAT-iq ist in drei Stufen gegliedert. Stufe 1 definiert die Breitband-Sprachqualität mit den Kodizes G.726 und G.722 und ist abgeschlossen. Stufe 2 steht kurz vor dem Abschluss und definiert das Streaming von Audio- und Internetdaten. Anschließend folgt Stufe 3 mit weiteren Leistungsmerkmalen. AVM hat im Februar bei der Fritzbox Fon WLAN 7270 erfolgreiche CAT-iq-Kompatibilitätstests durchgeführt. Nun steht für den DSL-Router eine Firmware mit dem aktuellen CAT-iq-Standard im Fritzlabor (siehe Link) zum Download und Einsatz bereit.

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