Strategiewechsel in der Chefetage von Avira Aviras „nächster Security-Level“

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Das Interview führte Dr. Andreas Bergler / Dr. Andreas Bergler

Travis Witteveen, seit Sommer dieses Jahres CEO bei Avira, will den deutschen Security-Anbieter auf ein „neues Level“ heben. Der Weg dorthin geht über eine konsequente Internationalisierung der Angebots- und Servicepalette und eine neue Sicht auf die Bedürfnisse der Anwender.

Firmen zum Thema

CEO Travis Witteveen wird Avira verstärkt auf internationale Beine stellen.
CEO Travis Witteveen wird Avira verstärkt auf internationale Beine stellen.
(Bild: Avira)

ITB: Ihr Vorgänger im Amt, Tjark Auerbach, hat seine Unternehmensphilosophie einmal damit umschrieben, dass er für seine Kunden auch schon mal um drei Uhr nachts aufstehen würde, wenn ein Anwender ein Problem hat. Würden Sie das auch machen?

Witteveen: Ja natürlich (lacht). Auf der anderen Seite versuchen wir, unsere Service Level stetig zu erhöhen. Wir decken die meisten Länder bereits ziemlich gut ab, sodass ein Service-Mitarbeiter den Anruf entgegen nehmen kann, und nicht nur ich. Aber ich selbst bin natürlich auch immer erreichbar.

ITB: Ihre früheren Positionen bei Sicherheitsanbietern tragen den Stempel „Internationalisierung“. Werden Sie bei Avira hier ebenfalls einen Schwerpunkt setzen?

Witteveen: Ja, ich bin auch deshalb vor vier Jahren bei Avira eingestiegen, um unsere Firma international auf breitere Füße zu stellen. Sicherheitssoftware ist ein globales Thema, und wenn man unsere Kundenbasis betrachtet – über 100 Millionen Kunden weltweit – so spielt Internationalisierung für uns eine strategisch wichtige Rolle. Von 517 Mitarbeitern weltweit beschäftigen wir 312 in Deutschland. Unsere internationale Präsenz erhöht sich also: Unser Support ist breiter aufgestellt, als unsere Länderbüros, und wir bieten nahezu alle Produkte in 14 verschiedenen Sprachen. Früher waren Deutschland, Österreich und Schweiz mit Abstand unser Haupt-Absatzmarkt. Mittlerweile ist China gemessen am Umsatz unser zweitstärkstes Land. Die DACH-Region ist weiterhin die Nummer eins, Deutschland dabei das umsatzstärkste Land. Durch die Internationalisierung wollen wir den Markt stärker durchdringen. Sie ist aber auch eine Kulturfrage und bedeutet damit einen großen internen Wandel.

ITB: Avira wurde vergangenes Jahr vom US-amerikanischen Security-Anbieter Opswat als der weltweit am schnellsten wachsende Antivirus-Anbieter betitelt. Wie setzen Sie dieses Wachstum fort?

Witteveen: Die Opswat-Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen, denn betrachtet wird dabei primär der US-amerikanische Markt. Nichtsdestotrotz wachsen wir stark. Derzeit zählen wir 8,5 bis 9,5 Millionen Downloads pro Monat.

Nächste Seite: Eine breite Basis für den Channel.

(ID:42332850)