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Netzwerkmodernisierung in Zeiten der Digitalisierung

Autonom und adaptiv muss ein Netzwerk sein

| Autor / Redakteur: Eugen Gebhard / Andreas Donner

Eugen Gebhard von Ciena sagt, dass ein autonomes Netzwerk alleine heute nicht mehr ausreicht. Netzwerke müssen zudem auch adaptiv sein.
Eugen Gebhard von Ciena sagt, dass ein autonomes Netzwerk alleine heute nicht mehr ausreicht. Netzwerke müssen zudem auch adaptiv sein. (Bild: © your123 - stock.adobe.com)

Unternehmen befinden sich aufgrund wach­sen­der digitaler Brüche in einer umfassen­den Zeit des Wandels. Doch technologische Fortschritte, die eine höhere Effizienz versprechen, sind immer auch mit neuen Herausforderungen verbunden. Ein leistungsstarkes Netzwerk, das wichtige umsatzgenerierende Anwendungen liefert, sensible Daten schützt und gesetzliche Anforderungen erfüllt ist daher unerlässlich.

In den meisten Unternehmen gibt es drei entscheidende Bereiche, die eine Modernisierung der Netzwerke erfordern: Erstens Hochleistungs-Rechenzentren, die miteinander verbunden sind. Diese senken die Kosten und liefern Effizienz durch Server-Virtualisierung, Speicherung und Konsolidierung. Zweitens: Software-Defined Networking (SDN), das dazu beiträgt, die Servicegeschwindigkeit zu erhöhen, verbesserte Leistung und Reaktionsfähigkeit zu liefern und neue Geschäftsangebote durch die Orchestrierung von End-to-End-Funktionen über ein gesamtes virtualisiertes IT-Portfolio hinweg aufzubauen. Und drittens die Netzwerklatenz. Eine sehr kurze Latenzzeit bietet die nötige Geschwindigkeit, um Wettbewerbsvorteile und Einnahmen zu erzielen.

Um all diese Ziele zu erreichen, setzen Unternehmen technologische Innovationen wie künstliche Intelligenz (KI), maschinelles Lernen (ML), robotische Prozessautomatisierung, IoT, Analytik, Edge Computing, Blockchain und andere ein. Vieles davon ist Cloud-basiert, sodass die Konnektivität zur Cloud in Echtzeit erfolgen muss – mit geringer Latenz, skalierbarer Bandbreite und robusten Verbindungen. Jegliche Netzwerkausfälle, Staus oder Jitter können die Fähigkeit eines Unternehmens beeinträchtigen, seine Kunden zu unterstützen.

Auch die Sicherheit und der Schutz der Daten sind von entscheidender Bedeutung. Da Unternehmen mehr Sensoren, Geräte und AI/ML-basierte Anwendungen einsetzen, müssen sie den Bedarf an Datenaustausch in einem breiteren Ökosystem mit der Notwendigkeit in Einklang bringen, Datensicherheit und Datenschutz zu gewährleisten. Ansonsten können empfindliche Geldbußen folgen und Kunden abwandern.

Die alternden, statischen Netzwerkinfrastrukturen von gestern sind für diese neue Umgebung nichtmehr geeignet. Um all diese neuen Komplexitäten zu bewältigen, benötigen Unternehmen eine Netzwerkinfrastruktur, die anpassungsfähiger, dynamischer und reaktionsschneller ist als je zuvor – auf Basis einer adaptiven Netzwerkarchitektur.

Aufbau eines adaptiven Netzwerks

Ein adaptives Netzwerk, das in der Lage ist, sich mit den neuen Trends und Antworten auseinanderzusetzen, kann mit drei einfachen Worten beschrieben werden: verbinden, spüren und handeln.

Verbindung – oder die programmierbare Infrastruktur: Eine programmierbare elektrische und optische Infrastruktur ist eine Infrastruktur, auf die über gängige offene Schnittstellen zugegriffen und diese so konfiguriert werden kann, die hochgradig instrumentiert ist, Netzwerkleistungsdaten in Echtzeit zu exportieren kann und deren Ressourcen sich bei Bedarf anpassen lassen, um den Anforderungen der darauf laufenden Anwendungen gerecht zu werden.

Gespür – oder Analytik und Intelligenz: Die Erfassung von Netzwerkleistungsdaten und die Analyse dieser Daten mittels maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz (KI) ermöglicht es, potenzielle Netzwerkprobleme genauer vorherzusagen und Trends zu antizipieren, indem sie Berge von Daten in umsetzbare Erkenntnisse verwandeln. Die Nutzung dieser Erkenntnisse kann zur Entwicklung intelligenterer, datengesteuerter Geschäftsrichtlinien beitragen, die sich sicher und in Echtzeit an die Kundenbedürfnisse anpassen.

Handeln – oder Software-Steuerung und -Automation: Multi-Domain Service Orchestration (MDSO), föderierter Bestand und die zentrale, Software-definierte Steuerung einzelner Domänen bilden die Grundlage für adaptive Netzwerke. Durch die Implementierung von SDN, NFV und offenen APIs kann das End-to-End-Management und die Automatisierung von Netzwerkdiensten über herstellerübergreifende, hybride Netzwerke vereinfacht werden.

Durch den Aufbau eines Frameworks um diese drei Konzepte herum kann eine Organisation ihre Infrastruktur in ein selbstoptimierendes, selbstverwaltendes und selbstkonfigurierendes Netzwerk verwandeln – eines, das durch intendierte Richtlinien gesteuert wird und für Hard- und Software verschiedener Hersteller offen ist; eines, das wirklich dynamisch und reaktionsschnell ist und diese Fähigkeiten an seine Kunden weitergeben kann.

Die zunehmende Dynamik hinter Software-Defined Networking (SDN), Network Functions Virtualization (NFV) und individuellen Virtual Network Functions (VNF) unterstützt Netzbetreiber dabei, aus starren proprietären Umgebungen auszubrechen. Die daraus resultierende Automatisierung der netzwerkbezogenen Prozesse ermöglicht Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen.

Autonomous vs. adaptive

Das autonome Netzwerk ist ein Trend, der sich seit einiger Zeit entwickelt. Solche Netzwerke laufen mit minimalem menschlichem Eingriff und können sich selbstständig konfigurieren, überwachen und warten. Dies ist aus Kosteneinsparungssicht ideal, aus Innovationssicht jedoch weniger nützlich.

Eugen Gebhard.
Eugen Gebhard. (Bild: Ciena)

Um Innovationen zu ermöglichen, müssen Netzwerke auch adaptiv sein. Ein adaptives Netzwerk ermöglicht es Dienstanbietern, ihre aktuellen Infrastrukturen zu einer Kommunikationsschleife zu entwickeln, die Informationen von Netzwerkelementen, Geräten, Benutzern und Anwendungen an eine Softwareschicht zur Überprüfung, Analyse und Aktion weiterleitet, anstatt das Netzwerk selbst zu blockieren.

Die wahren Marktführer auf dem überfüllten Markt von heute sind diejenigen, die die Macht ihres Netzwerks nutzen, um ihre Geschäfte nicht nur zu unterstützen, sondern auch zu stärken.

Über den Autor

Eugen Gebhard ist Managing Director u.a. für die DACH-Region bei Ciena.

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