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Titelstory Dell EMC, Interview Cema

Automatismen versus Handarbeit

| Redakteur: Wilfried Platten

Cema-Vorstand Rolf Braun sieht bei der Integration von Dell EMC noch „room for improvement“.
Cema-Vorstand Rolf Braun sieht bei der Integration von Dell EMC noch „room for improvement“. (Bild: CEMA)

Cema-Vorstand Rolf Braun hat als Dell-Partner und Sprecher des Partnerbeirats bereits in der Übernahmephase intensive Erfahrungen sammeln dürfen – beziehungsweise müssen.

ITB: Mit Stichtag 1. Februar 2017 sind Dell und EMC Geschichte, die Gegenwart heißt Dell EMC. Zwei solche Giganten zu synchronisieren ist sicher nicht einfach. Läuft denn schon alles rund?

Braun: Der Deal zwischen Dell und EMC ist die größte Fusion der IT-Geschichte. Darin liegen für alle Beteiligten inklusive der Partner enorme Chancen. Aber es ist auch ganz selbstverständlich, dass es Zeit und Geduld braucht, beide zusammenzuführen. Ich habe den Eindruck, dass viel gut vorbereitet wurde. So wurden wir beispielsweise sehr intensiv in die Vorbereitung des neuen Partnerprogramms eingebunden, um die Wünsche der Partner und die Anforderungen des Marktes einfließen zu lassen. Und es gab sehr früh eine Roadmap bezüglich der Zukunft der verschiedenen Produktlinien.

ITB: Das Ende der Planungsphase bedeutet ja gleichzeitig: Beginn der operativen Phase zum 1. Februar. Da lief es dann wohl nicht mehr so rund.

Braun: Dell EMC hat die Komplexität und den Zeitaufwand für die Umsetzung unterschätzt. So gab es Partner, die im Vorfeld temporär einen höheren Status erhalten haben. Mit der automatischen Umstellung wurde dieser Status bestätigt, obwohl die Bedingungen dafür gar nicht erfüllt worden waren. Und das auch noch für Partner-Level, deren Anforderungen nochmals hochgesetzt wurden. Deshalb mussten die Einstufungen händisch nachgesteuert werden. Das hat für viel Verwirrung gesorgt.

ITB: Inwieweit war die Cema denn selbst davon betroffen?

Braun: Auch wir hatten einen prophylaktischen Status erhalten, die damals höchste Dell-Stufe Premier Partner Plus, und haben diesen in allen Punkten auch erfüllt. Was angesichts der geforderten Umsatzsteigerungen eine Herkulesaufgabe war. Die letzten, dazu notwendigen Zertifizierungen – die zwischendurch nochmals geändert wurden – haben wir drei Tage vor Fristablauf erfüllt. Aber bis zum Einstufungsstichtag war dies noch nicht im System eingepflegt und damit unser Partnerstatus in Gefahr. Also musste auch hier händisch in die Automatismen eingegriffen werden. Deshalb haben wir unseren Titanium-Status erst Ende Februar erhalten. Einen Monat lang mussten daher bei jeder Bestellung mühsam erst die Konditionen geklärt werden.

ITB: Die Cema ist ja sicherlich kein bedauerlicher Einzelfall. Wo hängt es denn generell?

Braun: Alle Partnerportale von Dell und EMC waren zum Stichtag zusammengelegt. Das vermeidet Unstimmigkeiten bei der Projektanmeldung. Aber wir wissen alle, dass das eine Mammutaufgabe ist. Und so bekommt man plötzlich eine Ablehnung, obwohl niemand sonst das Projekt angemeldet hat. Oder man bekommt eine ­Zustimmung, die man eigentlich gar nicht erhalten dürfte, weil es noch eine Registrierung aus EMC-Zeiten gibt. Auch hier müssen die Systeme und die automatisierten Prozesse dann wieder aufwändig überstimmt werden. Das darf aber nur das Management. Und das ist ja auch sinnvoll. Aber im Ergebnis führt das ­aktuell zu einer Überlastung der Managementebene, die dadurch teilweise gar nicht mehr zur Abarbeitung ihrer eigentlichen Tätigkeiten, sprich Fusionsaufgaben, Prozessoptimierung, interne Kommunikation plus operatives Geschäft, kommt. Trotzdem: Diese Fusion ist sehr gut vorbereitet, organisiert und gestaltet.

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