UiPath-Experten blicken aufs neue Jahr Automatisierung: 4 Top-Trends für 2022

Von Bernhard Lück

Auf das C-Level in Unternehmen werden 2022 neue Aufgaben zukommen. Verstärkt wird man sich dort um die Überwachung und Steuerung der Prozesse kümmern und zudem für mehr Nachhaltigkeit und neue Jobs sorgen müssen, prognostiziert der Automatisierungsspezialist UiPath.

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2022 wird das Thema Automatisierung in vielen Unternehmen verstärkt in den Fokus rücken.
2022 wird das Thema Automatisierung in vielen Unternehmen verstärkt in den Fokus rücken.
(Bild: © – NicoElNino – stock.adobe.com)

Automatisierung zählt laut McKinsey zu den Top-Technologie-Trends weltweit. Auch in Deutschland seien in mehr als 70 Prozent aller Unternehmen bereits Softwareroboter bei mindestens fünf Prozessen im Einsatz. Einer aktuellen IDG-Studie zufolge planen fast ebenso viele Firmen weitere Investitionen in den kommenden zwölf Monaten. Die Experten bei UiPath sehen daher in diesem Umfeld für das Jahr 2022 vier große Trends im Bereich Automatisierung. Drei davon beziehen sich auf neue Aufgaben im C-Level der Unternehmen.

1. CIO und CoE übernehmen die Kontrolle

Je mehr Automatisierung im Unternehmen eingesetzt wird, desto größer ist der Bedarf an zentraler Überwachung und Steuerung der Prozesse, denn nur so bleiben Sicherheit, Qualität und Compliance gewährleistet. Der Chief Information Officer (CIO) oder das Center of Excellence (CoE) müssen 2022 Antworten auf folgende Fragen liefern:

  • Wie kann die Automatisierung in Unternehmen weiter standardisiert werden?
  • Welche organisatorischen Fähigkeiten müssen optimiert werden?
  • In welcher Reihenfolge und mit welcher Priorität werden die Automatisierungsmöglichkeiten im Unternehmen umgesetzt?

2. CSOs entdecken Automatisierung als Nachhaltigkeitsfaktor

Die Wirtschaft kann sich weder der Digitalisierung noch dem Trend zu mehr Nachhaltigkeit entziehen. Entsprechend ernennen Unternehmen Chief Sustainability Officers (CSO), die u.a. dem CIO als Partner für eine grünere Ausrichtung der Unternehmen zur Seite stehen.

Mit Automatisierung lassen sich hier im Jahr 2022 rasch Erfolge erzielen, etwa durch weniger Papierverbrauch oder eine intelligente und auslastungsorientierte Stromversorgung großer Datenzentren. Des Weiteren wirkt sich Automatisierung positiv auf das Arbeitsplatz- und Cloud-Management, aber auch auf künstliche Intelligenz und Machine Learning aus.

3. CHROs organisieren Qualifikation der Mitarbeiter neu

Softwareroboter und Mitarbeiter arbeiten Hand in Hand. Das stellt auch den Chief Human Resources Officer (CHRO) und sein Team vor neue Aufgaben. Sie werden 2022 entscheiden, wie verschiedene Teams im Bereich Digitalisierung und Automatisierung weitergebildet werden und wo neue Mitarbeiter oder Teams benötigt werden.

Automatisierung ist nur erfolgreich, wenn die Mitarbeiter von Anfang an in das Thema einbezogen werden und sich aktiv daran beteiligen. Unternehmen müssen daher das Personal entsprechend schulen – sowohl im Umgang mit der Technologie als auch in Bezug auf Soft Skills wie Führungsqualitäten, kritisches Denken und Anpassungsfähigkeit.

„In dem Maß, wie sich Automatisierung auf den Alltag aller Mitarbeiter im Unternehmen auswirkt, muss es auch zu einer neuen Aufgabenverteilung in der Vorstandsetage kommen“, erklärt Annette Maier, Area Vice President Central & Eastern Europe bei UiPath. „Die neuen Aufgaben von CIO, CSO und CHRO werden zu einer verstärkten Kooperation dieser Funktionsbereiche führen, und damit auch die Verantwortungsbereiche des CFOs und CEOs beeinflussen.“

4. Semantische Automatisierung wird die Robotic Process Automation (RPA) revolutionieren

Technisch gesehen wird die Automatisierung im Jahr 2022 vor allem durch die zunehmende Entwicklung der semantischen Automatisierung vorangetrieben. Mussten bislang die vielen Schritte eines zu automatisierenden Prozesses noch einzeln und damit mühsam beschrieben werden, können Entwickler und auch Mitarbeiter in den Fachabteilungen zukünftig in natürlicher Sprache formulieren, welche Aufgaben im Workflow von Robotern übernommen werden sollen.

Softwareroboter mit semantischer Intelligenz wissen, was am Bildschirm zu sehen ist. Sie stellen Dokumente, Prozesse, Daten und Anwendungen selbstständig in den passenden Kontext. Sie erkennen sich wiederholende Aufgaben und Prozesse und können diese dann selbstständig emulieren – ganz ohne manuelle Schritt-für-Schritt-Anleitung. Entwickler und Anwender können so die Entwicklung von Automatisierungen initiieren, indem sie die Softwareroboter beauftragen, eine Aufgabe auszuführen oder einen Workflow abzuschließen.

Im Jahr 2022 werden Anbieter von Automatisierungslösungen wie UiPath die spektakulären Fortschritte bei KI, ML und Mustererkennung in ihre Produkte mit aufnehmen. CIOs sollten diese revolutionären Möglichkeiten deshalb auf jeden Fall im Auge behalten.

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